Herbergen

Die günstigste Gelegenheit, ein Dach für die Nacht zu ergattern, sind die bekannten refugios, fast immer direkt am Weg gelegen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie meistens in der Altstadt liegen. So lässt es sich günstig stilvoll (oder besser gesagt "urig") nächtigen.
Grossen Komfort darf man allerdings nicht erwarten: Der Boden ist dreckig (im Oktober 2000 waren alle Herbergen erstaunlich sauber), das Haus kalt (Anfang April nicht mehr geheizt, Mitte Oktober noch nicht.
Die Betten in den Massenschlafsälen sind oft nicht übermässig bequem. Dafür zahlt man wenig (etwa 300-500 pts.), kann häufig selber kochen (Geschirr meist vorhanden - dafür funktioniert der (Gas-)Backofen garantiert nicht!), und trifft Gleichgesinnte. Das kann allerdings auch zur Qual werden, vor allem, wenn die andern lauter schnarchen als man selbst.
Tipp: Platz in der Ecke suche, oder wenn es verschieden grosse Räume gibt: kleinsten Raum wählen.

Gut zu wissen, dass die Herbergsteams meistens alle zwei bis vier Wochen wechseln. Mit ihnen verändert sich natürlich auch der Standard der Herbergen. (Vielen Dank an Paul Burch, zwischendurch Hospitalero von Belorado.)
Reservieren kann man nicht! Aufnahmeschluss in der Regel gegen 22 - 23 Uhr! Ich habe den Eindruck, dass, je mehr in der Stadt läuft, desto eher die Herberge zumacht. (Gut, ist ja auch nicht der Sinn der Sache.) Wenn man aber spät ankommt (z.B. nach langer Busfahrt), kann das mit dem Essen durchaus zum Problem werden.


Noch was: Wer sich dafür interessiert, in Belorado als Hospitalera/Hospitalero zu arbeiten, sollte sich bei folgender Adresse melden:

Association helvétique des amis du chemin de saint Jacques
E-Mail: usiegenthaler@goldnet.ch

Ich möchte ausserdem auf die ausgezeichnete Liste von Herbergen auf der Seite des Freundeskreis der Jakobuspilger Paderborn hinweisen.


Die Herbergen, die wir besucht haben, sind fett, die Sternchen-Wertung ist rein subjektiv.
Ich habe mir erlaubt, die Telefonnummern und andere Angaben aus dem Nordspanienführer von Andreas Drouve (Verlag Reise-Know-How) zu klauen.



 
 

Aragonesischer Weg

  • Sangüesa (Telefon: 0034 948 870042)
    Recht schöne, einfache Herberge. Geführt von Ordensschwestern der Comunidad de las Hijas de la Caridad de San Vicente. Die Schwester sind sehr auf Sauberkeit bedacht, unsere Schlafsäcke durften wir nicht benützen. (Ob der Boden sauber war, hab ich nicht mehr in Erinnerung.) Eventuell Schlüssel am Kloster verlangen. Küche mit Geschirr.


 
 

Französischer Weg

  • Roncesvalles (Telefon: 0034 948 760000)
    Im Kloster, 60 Plätze. Wirklich urig: Keine Heizung, soweit ich weiss, die Fenster schliessen auch nicht richtig. So haben die Pilger auch schon vor hunderten von Jahren genächtigt. An sich schöner Schlafsaal mit viel Holz und Stockbetten. Ganzjährig geöffnet. Jemand aus der französischsprachigen Schweiz, den wir im Herbst 2000 getroffen haben, hat sich über die Arroganz der Mönche aufgeregt. Alternative: Burguete, ca. 5 km von Roncesvalles (nächstes Dorf am Weg). Gute Gaststätte in der Nähe.


 
 
  • Zubiri (Telefon: 0034 948 330458)
    Naja, Unterkunft in alter Dorfschule. Gegenüber Kinderspielplatz mit 17 Betten in ungemütlichem Raum (sieht aus wie ein ehemaliges Klassenzimmer - wahrscheinlich deshalb so ungemütlich). Schlüssel gibts in der Bäckerei. Ganzjährig geöffnet. Kein warmes Wasser. Keine Küche.


 
 
  • Larrasoaña (Telefon: 0034 948 304242)
    14 Schlafkojen, Küche, Notplätze, ganzjährig geöffnet.


   
 
  • Trinidad de Arre (Telefon: 0034 948 332941)
    Direkt neben der Kirche, recht stilvoll. Nach der Nacht in Zubiri erschien uns diese Herberge wie eine Offenbarung. 25 Betten. Ganzjährig geöffnet. Küche mit Geschirr.


 
 
  • Pamplona (Telefon: 0034 948 229774)
    Pilgerherberge neben Kirche San Saturnino. Calle Ansoleaga 2. Offen Mitte Juni bis 4. Juli, dann wegen Sanfermines geschlossen bis zum 19. Juli, danach offen bis Mitte September. Keine Fahrräder erlaubt. 20 Betten. Küche.


   
 
  • Pamplona - Jugendherberge (Telefon: 0034 948 427834, Fax: 0034 948 151764)
    Calle Goroabe 2. Ganzjährig geöffnet. 25 Plätze.


   
 
  • Puente la Reina (Telefon: 0034 948 340050)
    Gegenüber der Iglesia de Crucifijo. Ganzjährig geöffnet. Relativ enger Schlafsaal. Mit 33 Stockbetten. Küche.


 
 
  • Estella (Telefon: 0034 948 550200)
    Luxusherberge in der Calle de la Rúa s/n. 40 Betten. Ganzjährig geöffnet. Das Bad: ein Traum in Marmor mit heissem Wasser in rauhen Mengen. Fehlen bloss noch eine Badewanne und Einzelzimmer.
    Küche mit Geschirr, Getränkeautomat. Der Boden des Schlafsaals war edelster Marmor, bloss die Betten waren auch nicht besser als sonst.


 
 
  • Los Arcos (Telefon: 0034 948 640079)
    40 Betten, geöffnet Juli bis September


   
 
  • Viana (Telefon: 0034 948 645007)
    50 Betten, geöffnet April bis Oktober, bei San-Pedro-Kirche


   
 
  • Logroño (Telefon: 0034 941 260234)
    Gute, saubere Herberge mit Küche. In Altstadt, Nähe Kathedrale. Calle de la Rúa Vieja 32. 70 Betten. Küche mit Geschirr.


   
 
  • Logroño - Jugendherberge (Telefon: 0034 941 291145, Fax: 941 256120)
    Studentenhaus, das zwar ganzjährig geöffnet hat, aber nur während der Ferienzeiten 92 Plätze hat. Ansonsten leider nur sechs Plätze. Calle Caballero de la rosa 36.


   
 
  • Navarrete (Telefon: 0034 941 440017)
    Kleine Pilgerherberge mit zwölf Schlafkojen. Calle de la Cruz s/n.


   
 
  • Nájera (Telefon: 0034 941 363650)
    Neben dem Kloster Santa María la Real. Sehr schöne Herberge. Viel Holz. Relativ moderner Schlafsaal mit 100 Betten. Tipp: Die Fenster lassen sich nicht gut verdunkeln - Matratze davorstellen. Küche mit Geschirr.


   
 
  • Azofra (Telefon: 0034 941 379063)
    Bei der Pfarrkirche. Platz für etwa 20 Pilger.


   
 
  • Santo Domingo de la Calzada (Telefon: 0034 941 340033)
    Endlich mal eine Herberge ohne Stockbetten! 140 Betten. Calle Mayor 42. Küche. Nähe Kathedrale.


   
 
  • San Millán de la Cogolla (Telefon: 0034 941 373049)
    Wird von den Augustinern des Klosters Yuso betreut. Zwölf Betten.


   
 
  • Redecilla del Camino (Telefon: 0034 947 588078)
    Bei Kirche Virgen de la Calle. Platz für etwa zwanzig Pilger.


   
 
  • Belorado (Telefon: 0034 947 580085)
    Kleine rustikale Herberge. 20 Betten vor Erweiterung. Sehr reizvoll, wenn sie sauber ist... Neben Kirche Santa María. Wurde 2000 erweitert.


   
 
  • Villafranca de Montes de Oca (Telefon: 0034 947 582072)
    Im alten Hospital San Antonio Abad. Platz für etwa zwanzig Pilger.


   
 
  • San Juan de Ortega (Telefon: 0034 947 560438)
    Das beste (und einzige) Hotel am Platze, im Klosterkomplex. Doña Julia, die resolute Herbergsmutter, kocht Suppe im Speisesaal nebenan. Habe aber keine Küche entdeckt. Die Duschen sind etwas abenteuerlich.
    Schöne Bar zwei, drei Häuser weiter Richtung Burgos.


   
 
  • Burgos
    Herberge ausserhalb des Stadtzentrums. (Von Logroño kommend gerade auf der anderen Seite der Innenstadt). Etwa zwei bis drei Kilometer zur Kathedrale. In Wohncontainern. Macht recht guten Eindruck. Grosse Schlafsäle. Keine Küche. Warme Duschen.


   
 
  • Burgos - Jugendherberge (Telefon: 0034 947 220362)
    Avenida General Vigón s/n. Geöffnet Anfang Juli bis Mitte August. 108 Plätze.


   
 
  • Villalbilla de Burgos
    In der alten Schule, sechs Betten.


   
 
  • Tardajos (Telefon: 0034 947 451032 und 0034 947 451189)
    Acht Betten.


   
 
  • Hornillos del Camino (Telefon: 0034 947 450038)
    Gute Herberge bei der Kirche, zwei Stockwerke, kleine Schlafsäle. 20 Betten. Küche. Einkehrmöglichkeit in der einzigen Bar/Restaurant des Dorfes. Ich hatte den Eindruck, dass der Wirt das fast ein bisschen ausnützt.


   
 
  • Sambol
    Winzige Herberge, im Sommer von einem Deutschen betrieben, der aber auch Spanisch spricht, Französisch sicher ebenfalls. (Hab mal kurz reingeschaut). Herd, keine Waschmöglichkeit (soll 2001 kommen), keine Toilette, Schwedenofen. Scheint recht sauber zu sein. Zwölf Betten. Recht esoterisch angehauchte Kapelle.


   
 
  • Hontanas (Telefon: 0034 947 377035)
    Zwölf Betten.
    Achtung vor dem (wohl einzigen) Wirt im Dorf, der ist ein ziemlicher Filou, glaube ich.


   
 
  • Castrojeriz (Telefon: 0034 947 377036)
    Gute Herberge, die 30 Betten haben mich aber irgendwie an ein mexikanisches Gefängnis erinnert (weiss gemauert, mit roten Kacheln), aber nicht unschön. Küche (ob man drin kochen darf, weiss ich nicht). Frühstück wird serviert. (Wer keinen Milchkaffee mag, hat Pech gehabt.) Der Hospitalero wechselt nicht, das dürfte einen gleichbleibend hohen Standard garantieren, wenn ich mal so sagen darf. Sehr sauber, zwei Stockwerke. Mit der Dusche bin ich nicht so recht glücklich geworden. Der Hospitalero lässt es sich nicht nehmen, jeder Pilgerin einen Abschiedskuss zu geben. (Keine Sorge, sein Bart soll sehr weich sein.)


   
 
  • Itero del Castillo
    Zwölf Betten.


   
 
  • Itero de la Vega (Telefon: 0034 979 152826)
    Acht Betten.


   
 
  • Boadilla del Camino (Telefon: 0034 979 810144)


   
 
  • Frómista (Telefon: 0034 979 810001)
    Ganz neue Herberge gegenüber San Martín mit 40 Betten. Küche, durfte aber aus unerfindlichen Gründen nicht benutzt werden. Frühstück wird serviert. Z.T. relativ kleine Schlafsäle.
    Das Lokal direkt nebenan macht auf den ersten Blick zwar einen guten Eindruck, das Essen war aber eher mässig. Duschen warm.


   
 
  • Población de Campos (Telefon: 0034 979 810151)
    Acht Betten.


   
 
  • Villalcázar de Sirga (Telefon: 0034 979 888041)
    Etwa zehn Betten.


   
 
  • Carrión de los Condes

    1. Eine im Konvent Sta. Clara: Duschen heiss, dafür war die Decke total verschimmelt. Wir waren im Dreierschlafzimmer, Einzel- und Doppelzimmer gibts sicher auch. Küche. Teuer (1000 pts.), dafür reicht das Gebotene nicht. (Eigentlich ist es trotzdem günstig, zumindest für von daheim gewohnte Verhältnisse.)

    2. Billiger ist Nummer 2: Städtische Herberge bei der Kirche Santa Maria del Camino, 20 Betten (Tel.: 0034 979 880072).


   
 
  • Calzadilla de la Cueza (Telefon: 979 883006)
    22 Betten.


   
  • Lédigos
    Private Herberge. 1000 pts. pro Person. Wir hatten aber trotzdem eine schöne Nacht (hatten das ganze Haus für uns). Kaminfeuer in der Küche (Madame ist aber sehr sparsam mit dem Holz), der Gasherd hat nicht funktioniert (für unseren Kuchen wars zu spät). Doppelzimmer, (recht kurze) Badewanne, heisses Wasser. Richtiges kleines Hotel. Zwei Sterne, weils so gemütlich war.
    Madame ist allerdings relativ heikel... Was mit der Waschmaschine los war, hab ich nicht kapiert. Jedenfalls gibts eine. 14 Betten.


 
  • Terradillos de los Templarios (Telefon: 0034 979 883679)
    Private Herberge mit 21 Betten. Soll laut Madame (siehe Lédigos) teurer sein als ihre. Anscheinend wird dort aber gekocht.


   
 
  • Sahagún (Telefon: 0034 987 782117)
    64 Betten.


   
 
  • Calzada del Coto (Telefon: 0034 987 781233)
    24 Betten.


   
 
  • Bercianos del Real Camino (Telefon: 0034 987 784179)
    Für mich persönlich zusammen mit Lédigos die beste Herberge bisher.
    Küche. Grosses Badezimmer (ehemaliges Haus des Dorfpfarrers). Wir haben im alten Anbau übernachtet. Wunderbar gruselig.
    Ohne den phantastischen schottischen Hospitalero ist es aber sicher nur halb so schön. Ob es sonst so einen Service (Begrüssungskaffee, Abendessen und Frühstück) gibt, bleibt fraglich. Kleine Räume bloss mit Matratzen, im Altbau 6 Betten, am Camino real, donativo. Der zweite Stern ist für den Schotten.
    Im Buch von Drouve werden sieben Betten angegeben, ich schätze, es sind etwa 20.
    Anderen Meinungen zufolge (siehe Paderborner Pilgerführer) ist es eine Bruchbude, auch sie haben recht... Ich fands aber ganz lustig, dass man im Anbau durch den Boden schauen konnte.


   
 
  • El Burgo Ranero (Telefon: 0034 987 330023)
    29 Betten.


   
 
  • Reliegos
    Zwei grosse Schlafsäle, etwas fragwürdige Küche und Duschen, Speisesaal. Ca. 50 Betten.


   
 
  • Mansilla de las Mulas (Telefon: 0034 987 310941)
    46 Betten. Küche. Laut Drouve eine der urigsten und empfehlenswertesten am gesamten Jakobsweg.


   
 
  • León
    1. Albergue del Monasterio de las Benedictinas an der Plaza de Sta. Maria del Camino s/n: 30 Plätze (Tel.: 0034 987 252866).

    2. Albergue del Chef (schöner Name, gell?) am Paseo del Parque s/n. 100 Betten, (Tel.: 0034 987 258505), moderner, ausserhalb gelegen.


   
 

Stand 1998 (Roncesvalles - Estella) bzw. 2000 (Logroño - Burgos, Burgos - León),
Stand 1999 für alle nicht besuchten Unterkünfte.
Alle Angaben (v.a. Telefonnummern) ohne Gewähr.



   
 
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