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Ausrüstung
Möglichst wenig: Im Laufe der Kilometer wiegt
jedes Gramm doppelt so viel.
Rucksack
Wir sind mit einem 40 Liter-Rucksack für eine Woche
gut zurecht gekommen. Sehr empfehlen können wir die Modelle
von Bach, Big Pack und Fürst/Mammut. Gute Rucksäcke findet
man leider meist erst ab mindestens 300 DM/SFr.
Getränke
Nehmen Sie nicht zu viele Getränke mit, es gibt
etwa alle 5 Kilometer einen Brunnen (ohne Gewähr). 1 bis 1,5
Liter sollten ausreichen. Wir sollten aber hinzufügen, dass wir
im Frühjahr und im Herbst gewandert sind. Im Hochsommer werden
Sie vermutlich mehr Flüssigkeit brauchen. In der spanischen Sommerhitze
ist es jedoch sowieso angebracht, über Mittag Siesta zu halten und
in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag zu wandern.
Klamotten
Gore-Tex oder kein Gore-Tex? Bei Jacken und Schuhen unbedingt,
sonst stört es bloss. Regenhosen rascheln und sind mir deshalb ein Graus, obwohl
sie vor allem den Schmutz gut abhalten.
Funktionsfasern (Polyester, Nylon usw.)? Bei Hosen sehr praktisch:
Trocknen einigermassen schnell und sind vor allem sehr stabil. Ich
habe seit nun etwa zwei Jahren welche, habe sie jeden Tag an und
bin begeistert. Drei Stürze mit dem Rad, einige hundert Kilometer
gewandert und einige tausend geradelt. Sie haben jetzt leider ein
Paar Löcher, aber Jeans könnte man nun wohl kaum mehr
ansehen.
Meine Hosen haben 1998 etwa 150 DM gekostet, jetzt kosten sie, glaube
ich schon etwa 90 Euro, aber um den Preis kaufen sich andere Leute
Jeans. Wichtig: doppelte, vorgeformte Knie, doppelter Hosenboden
bringt nichts. Seitentaschen sind Geschmacksache - ich mag sie nicht
sonderlich.
Funktionsstoffe trocknen in der Regel schneller als Baumwolle, sind aber deutlich teurer. In kalten Räumen trocknet aber auch die feinste High-Tech-Unterwäsche nicht über Nacht, und unter dem Rucksack bleibt der Rücken genauso nass wie im Baumwollhemd. Also abwägen. Baumwollhemden und -unterwäsche tuns auch.
(Siehe auch "Literatur".)
Ein Sprachführer kann nicht schaden. Dabei macht mir der von
Langenscheidt
den besseren Eindruck gegenüber dem von Pons
und den Kauderwelsch-Führern aus dem Reise-Know-How-Verlag.
Gut auch der "walk & talk". Der Langenscheidt hat
nämlich noch Lautschriftangaben, ohne die ich ziemlich aufgeschmissen
wäre.
Achtung!
Häufig ist der Jakobsweg sehr anstrengend.
Wir sind teilweise bis zu den Knöchel im Schlamm eingesunken und
ausgerutscht. Die Wege sind in Spanien nur selten gepflegt. (Jedenfalls
hatten wir diesen Eindruck.) Aber das macht zumindest für mich gerade
den Reiz des Wanderns aus. Für Menschen ohne grosse Kondition oder
mit Behinderungen kann der Weg aber schnell zur Tortur werden. Wir
haben jedoch auf der zweiten Fahrt eine Gruppe von französischen
geistig leicht Behinderten gesehen, die die Strecke ohne Probleme
geschafft haben. Die gefährlichen und uninteressanten Stücke
sind sie halt mit ihren Begleitern im Auto gefahren. Hatten einen
Heidenspass beim Wandern.
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Was nehm ich alles mit?
Fangen wir unten an. (Angaben für etwa ein bis zwei Wochen). (Mir
fällt immer wieder was neues ein, sodass die Liste wohl nie
vollständig sein wird. Also bitte überlegen, was vernünftig
ist und was nicht.)
- ein Paar Wanderschuhe (wichtig: leicht, flexibel, "Irgendwas-Tex",
GUT EINGELAUFEN!
- vier Paar Socken (davon ein oder zwei Paar "richtige"
Wandersocken - die sind zwar sehr warm (vor allem im Sommer),
dafür aber sehr strapazierfähig)
- Unterwäsche
- zwei Hosen (Funktionsfaser) plus ev. kurze Hose
- mind. drei T-Shirts
- einen Pullover (zwei wären, wenns kalt ist, besser)
- einen Anorak (wasserdicht, mit Kapuze - sonst zusätzlich
Hut mitnehmen)
- Von Regenhosen halte ich nichts, die rascheln furchtbar, ausserdem
schwitzt man darin mehr. Dafür werden halt die Hosen nicht
dreckig.
- irgendwas für den Kopf: Hut, Baseballkäppi oder so
- Halstuch oder ähnliches
des weiteren:
- einen oder zwei Müllsäcke, wenns mal besonders stark regnet
(über Rucksack stülpen)
- Schlafsack im Kompressionssack
- ev. Isomatte (würde ich daheim lassen)
- ev. Wanderstock oder -stöcke
- Packgurte - kann man immer mal brauchen
- Plastiktüte für dreckige Wäsche
- Wasserflasche, sonst vor Ort PET-Flaschen kaufen
- Hausschuhe oder Turnschuhe. In den Herbergen darf man die Wanderschuhe
in der Regel nicht anbehalten. Ist ja nur zu verständlich. Bloss:
Der Boden ist meistens so dreckig, dass an Socken nicht zu denken
ist. Und um barfuss zu laufen, ist er zu kalt. (Achtung: Ich spreche
aus Erfahrung - ich hab meine Hausschuhe nämlich auch mal
"weggetuned".) Ausserdem wollen Sie ja wahrscheinlich
nicht den ganzen Tag in Wanderstiefeln rumlaufen.
- Fototasche mit Apparat, Objektiven und genug Filmen. Manchmal
hätte ich mir ein Stativ gewünscht, aber dieses Geschleife...
Filme besser daheim kaufen.
- Reisepass ev. mit Visum (Schweizer brauchen kein Visum, EU-Bürger
sowieso nicht)
- Bahncard, Halbtax-Abo oder GA, Gleis 7...
- Pilgerpass, kann man sich aber auch in Spanien ausstellen lassen.
Sonst schreiben Sie am besten an eine Jakobus-Bruderschaft im
Heimatland.
- ev. Schüler-/Studentenausweis
- ev. Reise- und Sprachführer
- Dank Euro spart man jetzt Gewicht. Schweizer bleiben beim Franken,
sollten auch ein paar davon mitnehmen.
- ev. Trevellers Cheques (Ich halte davon nicht so wahnsinnig
viel; hab nämlich mal eine Stunde in polnischen Banken verbracht
und für 200 Mark insgesamt 20 bezahlt - wieviel die Bank
nimmt, bleibt ihr überlassen. Mit der Schweizer Postcard
konnte ich für drei Franken pro Mal in Sekunden Geld abheben...)
- EC-Karte, Kreditkarte...
- Reiseversicherung
- Messer
- Feuerzeug/Streichhölzer; ganz praktisch ist ein Feuerzeug,
das auch brennt, wenn man den Daumen mal nicht gerade draufhält
(i.R. Benzinfeuerzeug; aufpassen, dass es nicht umkippt!)
- Klopapier! (Scheint in vielen Pilgerherbergen ein rares Gut
zu sein.)
- Kaugummis (Zumindest für mich ganz wichtig, aber auch sonst
nach dem Essen recht angenehm.)
- Adressen und Telefonnummern der Daheimgebliebenen (Ist immer
blöd, wenn man Karten gekauft hat und dann merkt, dass man die
Adressen gar nicht hat.)
- Waschzeug (Deo, Kamm/Bürste, Damenbinden, Nagelschere, Seife,
Shampoo, Waschlappen, Pinzette, Labello...)
- kleinen Verbandskasten (Pflaster, elastische Binden, Desinfektionsmittel,
Antibiotika, Gazebinden, Medikamente, Taschentücher...)
- Handtuch (Es gibt sehr kleine aus dem Outdoor-Bereich - sehen
aus wie Putzlumpen, sind aber praktisch und günstig. Trocknen
leidlich schnell. Nach der Reise auch noch zum Putzen verwendbar.)
- OHROPAX!!! (Zur Not kann man auch Taschentuchfetzen in die
Ohren stecken. Die Römer sind Troubadix mit Petersilie entkommen.)
- ev. Walkman mit CDs/Kassetten. Sie werden wahrscheinlich entsetzt
die Nase rümpfen, aber auf der Bahnfahrt ist er ganz praktisch.
Für Globetrotter: Weltempfänger.
- ev. Spiele
- Lieblingsbuch, Sprach-, Reiseführer
- Auf dem Hauptweg (über Puenta la Reina - Santiago) bloss
kein Geschirr mitnehmen, höchstens einen Becher für
unterwegs. Wenns mal kein Geschirr in der Küche gibt, muss
man halt essen gehen. Auf der Vía de la Plata würde ich schon
darüber nachdenken, wohl auch Kocher (super: Primus Multifuel,
um €100) und ein Zelt mitzunehmen. Leider kenne ich mich mit den anderen Wegen allerdings
nicht aus...
- Fressalien für die Anreise (in extra Tüte)
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Gewicht inklusive 40l+-Rucksack etwa zehn Kilo. Für Sparsame tuts
auch ein Dreissigliterrucksack, ich hab mir eingebildet, ich könnte
damit zwei Wochen auskommen. Gut, es geht, aber die Hälfte
war draussen irgendwo festgezurrt. Ausserdem sollte der Rucksack
unbedingt bequem sein. Mein kleiner Fahrradrucksack hat nach gut
einer Woche ziemlich an den Schultern gezogen. Also dicker Hüftgurt!
Mit Zelt eher 60l! Neben dieser Minimalausrüstung sollten etwas
reinlichere Menschen als ich vielleicht doch noch ein, zwei Socken,
Unterhosen etc. mehr mitnehmen...
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