Ein Malteser aus der deutschen Zucht "Malteser of Charisma".
Herkunft und Geschichtliches:
Es wird angenommen, dass der Malteser eine der ursprünglichen französischen Kleinhunderassen und eng verwandt mit dem Bichon Frise, dem Bologneser, dem Havaneser, sowie dem Coton de Tulear und dem Löwchen ist. Zu früheren Zeiten war diese Rasse auch unter den folgenden Bezeichnungen bekannt:
Hunde des antiken Malta, Melitea Hund, Sanfter Spaniel, Comforter, Schockhund oder Malteser Löwenhund.
Kleinhunde
Der Malteser gehört zweifellos zu den ältesten Hunderassen überhaupt, die sich im Laufe der Jahrtausende kaum verändert haben. Ihre Vorfahren waren rund um das Mittelmeer in den Hafenstädten zu finden, wo sie Ratten und Mäuse kurz hielten. Schon um 300 v, Chr wird ein "canes maltinensis" erwähnt. Weisse, langhaarige Hündchen wurden auf antiken griechischen Vasen abgebildet. Claudius Aelianus aus Latium, der um 220 n. Chr. lebte, erwähnte in seinem Werk über Tiere: "Als Theodorus, ein geschickter Musiker, gestorben war, sprang sein Malteser Hündchen zu ihm in den Sarg und liess sich mit ihm begraben.
Conrad Gesner, er lebte von 1516 - 1565, war ein berühmter Forscher und schrieb ein einzigartiges Werk über die Tiere, in dem auch die Hunde nicht zu kurz kamen. Er korespondierte mit Fachleuten in aller Welt bei seinem Studium. Er beschreibt einige deutlich erkennbare Rassen. u.a. von den "Schosshündlein":
"Es sind von diesem aus der Insel Melita schöne kleine und zarte Hündlein gebracht worden so von gedachter Insel den namens Melitenses auch behalten, den unsrigen Schosshündlein von den Franzosen aber Chiens de Bonoie (derweil zu Bononien (Bologna) am meisten zu jetziger Zeit gefunden) genennet wurden". Ihre Gestalt anbelangend sind sie so klein und zart, dass man sie in beyden Händen verbergen kann, etliche haben lange, etliche kurze Haare und beschreiben sie etliche weiss, etliche schwarz. Zu unserer Zeit wurden die weisse am höchsten gehalten und wird oft solch ein klein Hünchen um grosses Geld von den Liebhabern erkauft, derweil sie dem Frauenzimmer sehr angenehm sind. Damit sie aber recht klein bleiben, werden sie in enge Körbe eingeschlossen und mit zarten Speisen ufgezogen, dann etliche nichts als Zuckerbrot vertragen können."
Weiter schreibt er: "Vor einiger Zeit waren die kleinen Zwerge von Hunden sehr in Mode. Jetzo gehört ein solcher Hund - wie der Mops - schon unter die Seltenheiten, vermutlich hat man sie wie bei Hunden mit langen Haaren unvermeidlichen Unreinigkeit wieder aus der Liste der Favoriten ausgestrichen, denn das Abscheren war zugleich eine Beraubung ihrer vorzüglichsten Schönheit. Vom kleinen Buddel scheinen sie die Schnauze, vom spanischen Wachtelhund das lange, glatte Haar zu haben; daher man ihnen auch im französischen den Namen "Bouffe" belegte. Sie heissen auch Malteserhunde, weil die ersten dieser Art aus Maltha gekommen waren."
Im 16. Jahrhundert verewigt sie Veronese auf zwei Bildern, was ihre Beliebtheit am italienischen Hof widerspiegelt. Auch am Hofe König Ludwigs XV. wurde der kleine Hund sehr geschätzt. Die Maitresse des Sonnenkönigs, Madame Pompadur (1721 - 1764) war offenbar eine grosse Hundeliebhaberin; und Malteser nannte man landläufig "Madame Pompadurhund". Was Mode in Frankreich war, machte in ganz Europa Schule. So verbreiteten sich auch die Hunderassen. Auch waren die Malteser nicht unbedingt rein weiss, sondern zeigten gelbrote Flecken.
In der Rassehundezucht gelangten sie über England. Angeblich sind sie schon zur Zeit Heinrichs VIII. (1491 - 1547) an den englischen Hof gekommen, denn während der Regentschaft seiner Tochter Elisabeth I. wird er von Dr. Caius als sich vom Spaniel unterscheindend, von der Insel Maltea stammend, erwähnt. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wird er zu Ausstellungszwecken gezüchtet, erlangt aber niemals grössere Beliebtheit. Die Hunde gelten als empfindlich und pflegeintensiv.
Bei uns gehört der Malteser zwar zu den bekannteren Rassen, doch seine Beliebtheit aus den 1990er Jahren konnte er nicht halten. Das liegt sicher am hohen Pflegeaufwand, denn kurz geschoren und selten gewaschen ist der Malteser irgend ein schmuddeliger, weisser Kleinhund. Natürlich nimmt das Aussehen keinen Einfluss auf das nette Wesen des Maltesers. Das Fell des Maltesers soll glatt und lang wie Seide fallen. Er hat keine Unterwolle. Tägliches kämmen und bürsten sind unerlässlich für einen sauberen, gesunden Hund. Ein Malteser muss von Welpe an lernen, sich diese Prozedur gefallen zu lassen.
Der Hund wird am ganzen Körper gebürstet, vor allem am Bauch und unter den Vorderläufen, also überall dort wo das Haar rasch verfilzt. Mit einer guten Naturborstenbürste beginnt man am Bauch, hebt das Haar nach oben an und bürstet darunter hervor in einzelnen Lagen, bis der ganze Hund gründlich durchgebürstet ist. Das Kopfhaar wird mit dem Kamm gepflegt und das Haar auf dem Kopf zu einem Schopf gebunden. Man muss wissen, dass Feuchtigkeit das weisse Fell hässlich braun verfärbt. Deshalb muss der Bart nach jedem Fressen und trinken rasch abgeputzt werden. Braune Tränenrinnen müssen nicht sein, wenn man täglich das Fell unter den Augen pflegt. Im Wesen ist der Malteser sehr anhänglich, liebvoll, ruhig, aber vergnügt, ein idealer Wohnungshund. Bei einem Gewicht zwischen drei und vier Kilogramm bei einer Schulterhöhe von 19 bis 26 Zentimeter passt er in jede Reisetasche, ist im Flugzeug und in Hotels ein gern gesehener Gast.
Übrigens passen Malteser und Yorkies gut zusammen - gehört der Malteser doch zu den Vorfahren des Yorkies. Bei beiden muss die Haarpflege zum Hobby werden, wenn die kleinen Langhaarigen hübsch aussehen sollen. Der Fantasie sind bei der Frisur keine Grenzen gesetzt. Jeder Mensch sollte (ausser dem zwischendurch versäubern) mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde stramm laufen; das braucht auch ein Kleinhund.

Mini-Malteser
