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Interview mit Steve Yzerman !

Der Leader und Captain der Hawks stellte sich heute spontan der Presse zur Verfügung und berichtet über seinen Einstand bei den Indianern, über die Leistungen des Teams und über die bevorstehenden harten Spiele.

Hola Mister Yzerman. Bereits sind zehn Spiele in der neuen Saison gespielt. Sind sie zufrieden mit dem ersten Monat?

Nach der harzigen Vorbereitung und dem schlechten Abschneiden beim Original Six Turnier ahnten wir nichts Gutes und dies bestätigte sich auch im ersten Saisonspiel gegen die Edmonton Oilers. Unser Team war völlig von der Rolle und das Passspiel klappte gar nicht. Zu Hause den Auftakt zu verlieren in eine neue Saison ist bitter und wir dachten schon an harte Zeiten. Das Team zeigte aber Moral und vor allem Marc Denis brachte uns bereits im zweiten Spiel wieder in die Saison zurück.

Die Saison ist ja noch lange, aber Chicago belegt bereits den dritten Tabellenplatz. Überrascht?

Wie gesagt, nach der Blamage im ersten Spiel wuchsen wir zusammen und steigerten uns von Spiel zu Spiel. Das entscheidende daran ist sicherlich unser gutes Kollektiv. Alle vier Reihen verfügen über hoffnungsvolle Leute, welche immer mal gut sind für ein Tor. Dies ist sicher unsere Stärke und wir nutzten diese maximal aus und stehen auf einem vorderen Tabellenplatz.

Das Ziel der Mannschaft ist ja bekanntlich das Erreichen der Playoffs. Was muss sich noch ändern, damit dieses Ziel erreicht wird?

Es sind ja erst 10 von 58 Spielen ausgetragen. Da kann sich noch viel ändern. Jedoch hat man bereits gute Ansätze gesehen. Ich denke, dass wir nicht viel ändern müssen. Unser Team lebt vom Kollektiv und jeder einzelne Spieler weiss genau was er geben muss, damit die Saison nicht nach der Regular Season zu Ende ist. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können, wenn die Einstellung und die Freude am Hockey so bleibt.

Sie spielten ja letzte Saison in Minnesota und kamen über Dallas und Montreal zu den Blackhawks. Fühlen sie sich wohl oder wären sie doch lieber in Minnesota geblieben?

Es war eine hektische Offseason. Ich hatte ja einen Vertrag in Minnesota, doch plötzlich kamen die Clubverantwortlichen auf mich zu und teilten mir mit, dass ich via Montreal und Washington nach Dallas getradet werde. Es war für mich natürlich eine Ehre beim amtierenden Stanley Cup Sieger aufzulaufen. GM Martin setzte eigentlich auch auf mich. Aber als er den Zuzug von Joe Thornton bekannt gab, suchte er das Gespräch mit mir und machte mir klar, dass ich keine Chance auf einen Platz in den ersten zwei Reihen haben werde. Somit war für mich die Zeit in Dallas beendet und ich fand mit Montreal eine Zwischenstation. Als ich dann hörte, dass Chicago an mir Interesse hat, machte ich Druck auf GM Just und prompt landete ich hier. Es reizte mich vor allem mit diesem äusserst talentiertem und jungem Team eine Führungsrolle zu übernehmen.

Diese Führungsrolle haben sie ja auch prompt bekommen. Wie kam es dazu?

Kaum war ich in Chicago angekommen, suchte GM Fischer sofort intensive Gespräche mit mir. Er machte mir sofort klar, dass ich der Chef auf dem Feld sein werde, der Leitwolf der Jungen. Ich war natürlich mit dieser Rolle völlig zufrieden. In meinen etlichen NHL-Jahren habe ich einiges an Erfahrung gesammelt und diese möchte ich diesen jungen Hoffnungsträgern vermitteln. Ich wurde aus diesem Grund auch vom Team zum Captain gewählt, was mich natürlich äusserst stolz macht.

Gegen Ende des Monats wurden sie immer stärker. Warum lief es zu Beginn noch nicht so richtig?

Ich stiess ja erst am 14. Oktober 2002 zum Team und verpasste den grössten Teil der Vorbereitung in Chicago. Am Anfang lief es mir nicht wunschgemäss und ich konnte noch nicht die wichtigen Impulse bringen. Seit ein paar Spielen scheint unsere Linie (Samsonov, Yzerman, Calder) zu harmonieren und wir produzieren etliche sehr gefährliche Aktionen. Ich bin noch nicht am Maximum und hoffe auf noch bessere Spiele. Vor allem in der Chancenauswertung bin ich mit mir noch gar nicht zufrieden.

Im Dezember stehen ja etliche schwere Partien auf dem Spiel. Welche Chancen rechnen sie sich aus?

Wir können sehr stolz sein auf unsere gezeigten Leistungen und es ist jetzt wichtig daran anzuknüpfen und weiter mit Freude und Einsatz die Spiele zu bestreiten. Es werden schwierige Spiele werden. Wir spielen gegen das zweitplatzierte Colorado, gegen den Vizemeister aus Florida und gegen Toronto, welche uns im Original Six Turnier zweimal schlugen. Jedes Spiel erfordert von uns höchste Konzentration, nur so können wir den einen oder anderen Punkt mitnehmen. Die Liga ist dieses Jahr sehr ausgeglichen und jeder Punkt kann über Playoffs oder Nicht-Playoffs entscheiden.

Danke für das Interview und ich wünsch Ihnen und Ihren Kollegen viel Glück in den bevorstehenden Spielen.

Danke!


25. November 2002

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