Naturrätsel der Erde

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

  1. Die große Seeschlange

  2. Der große Kraken

  3. Der Fisch-, Frosch- und Samenregen

  4. Die Heuschreckenschwärme

  5. Tiere in Steinen

  6. Die Selbstentzündung und -verbrennung von Menschen

  7. Steine und Eisblöcke, die vom Himmel fallen

  8. Geisterheere am Himmel

 

 

 

Auf dieser Erde gibt es noch manches, was ihren Bewohnern sehr rätselhaft vorkommt. Da haben einige Menschen etwas erlebt und beobachtet, was sie und auch die Allgemeinheit vorher für unmöglich gehalten hatten. Wenn sie das Erlebte dann weitererzählten, so wurde ihnen oftmals nicht geglaubt oder das Erzählte für eine Übertreibung gehalten. Das lag daran, weil diese Phänomene nicht so häufig zu beobachten sind, als daß sie allgemein bekannt und anerkannt wären. Andererseits sind sie aber doch über die Jahrhunderte hinweg häufig genug vorgekommen, daß sie nicht als Hirngespinst einzelner Menschen abgetan werden können. Wir wollen nun schauen, welche rätselhaften Phänomene denn auf dieser Erde vorkommen und welchen Aufschluß uns der Herr in Seinem neuen Wort darüber gegeben hat.

 

 

1. Die große Seeschlange

 

Seit Seefahrer über die Ozeane gesegelt sind, kehrten sie mit Erzählungen von Meeresungeheuern, die manchmal aus der Tiefe auftauchten, zurück. Viele Meter lange, sich durch die Ozeane schlängelnde Ungeheuer, die mit dem Schwanz schlugen und Wasser speiten und Riesentiere mit einer Unzahl von Greifarmen, mit denen sie gleich ganze Schiffe ins Meer versenken konnten, erfüllten von alters her die Erzählungen der Seeleute und die Sagen. Schon bei den alten Griechen wurden solche Ungeheuer besungen.

 

 

Die große Seeschlange

 

Die meisten Ungeheuer waren schlangenähnlich. Fortbewegt haben sich diese Ungeheuer mit wellenartigen Bewegungen, so dass mehrere Bögen aus dem Wasser auftauchten, die manchmal einen Abstand bis zu zwei Metern hatten. Zumeist wurde von einem Schlangenkopf berichtet, den sie hoch über dem Meeresspiegel trugen. Anscheinend gibt es verschiedene Arten, denn manchmal wurde eine Seeschlange mit einem Pferdekopf gesehen, die eine struppige Mähne im Nacken hatte. In Mexiko wurde 1969 ein riesiger pferdekopfähnlicher Kopf an Land geschwemmt. (Foto unten, DEL Seite 96,13) Der Kopf mit dem Stück Hals war ungefähr vier Meter lang und wog eine Tonne. Er wurde für den Kopf einer Seeschlange gehalten.

 

 

 

Pferdekopfähnlicher Kopf einer Seeschlange

 

Auf einem Gebiet, das annähernd zwei Drittel der Erdoberfläche umfasst, reichen die Ozeane tiefer als 1000 Meter und das ist bisher von den Biowissenschaftlern kaum erforscht worden. Für sie bilden die Weltmeere ein schier unerschöpfliches Reservoir an Überraschungen. (Sp. 34/95 Seite157) Viele Jahrhunderte hindurch wurden alle unbekannten Erscheinungen auf dem Meer als Ungeheuer betitelt. Dann merkte man, dass man mit dieser Bezeichnung der Vielfalt der Erscheinungen nicht gerecht wurde, und begann sie zu erforschen. Bis heute gibt es zwei Gruppen von Wissenschaftlern. Die eine versucht, die Meeresungeheuer entweder als unglaubwürdige Erzählungen oder als Falschdeutung von bestimmten Erscheinungen zu erklären. Sie erklärt sich beispielsweise die Meerschlangen folgendermaßen: Ein Schwarm von Tümmlern schwimmt schön hintereinander, sozusagen im Gänsemarsch, so daß sie den Eindruck erwecken, es sei ein langer, sich schlängelnder Schlangenkörper. Die andere Gruppe hält daran fest, dass es solch außerordentliche Wesen wirklich gibt, sieht aber manche dieser Erzählungen als Übertreibungen an. Sie glaubt an die Möglichkeit, dass Meeresungeheuer auch heute noch leben. Sie stützt sich dabei auf den Fund eines Fisches im Jahre 1938, des Quastenflossers, der von der Wissenschaft schon seit 50 Millionen Jahren als ausgestorben geglaubt wurde und stellt sich dabei die Frage, ob nicht auch andere Tierarten überlebt haben könnten. (BB 2/88)

 

 

Verendete, gestrandet Seeschlange

 

Ein ernstzunehmender Bericht einer Begegnung mit einer Seeschlange stammt vom Kapitän und mehreren Besatzungsmitgliedern des britischen Kriegsschiffs Daedalus. Am 6. August 1848 sahen sie einen dunkelbraunen Kopf mit einer struppigen Mähne im Nacken, der sie vor der westafrikanischen Küste aus dem Wasser anschaute. Nach der Rückkehr in den Heimathafen berichtete Captain Peter McQuhae den Beauftragten der Admiralität:

 

 

Das britische Kriegsschiff Daedalus und die Seeschlange

 

„Es war eine gewaltige Schlange, die Kopf und Schultern stets etwa vier Fuß über der Wasseroberfläche hielt, und das Tier war, soweit wir schätzen konnten, mindestens sechzig Fuß (ca. 18 m) lang. Sie glitt schnell vorüber, doch so dicht an unserer Leeseite, daß ich, wäre es ein Mann aus meinem Bekanntenkreis gewesen, leicht und mit bloßem Auge seine Gesichtszüge hätte erkennen können. Der Durchmesser der Schlange betrug etwa 15 oder 16 Zoll. (ca. 40 cm) Der Kopf war zweifelsfrei der einer Schlange. Sie tauchte während der zwanzig Minuten, die sie sich in Sichtweite unserer Fernrohre aufhielt, nicht einmal unter die Oberfläche. Sie hatte keine Flossen, doch so etwas wie eine Pferdemähne oder vielmehr ein Büschel Seetang, der ihren Rücken umspülte. Sie wurde außer von mir selber noch vom Bootsmannsmaat, dem Steuermannsmaat und dem Mann am Ruder gesehen.” (GGW Seite 71)

 

Am 22. August 1817 tauchte im Hafen der amerikanischen Ostküstenstadt Gloucester an mehreren Tagen eine Seeschlange auf. Mehrere hundert respektable Bürger beeideten, die etwa 20 Meter lange Seeschlange gesehen zu haben. Es wurden Bootsfahrten unternommen, bei der die Seeschlange aus wenigen Metern Entfernung beschossen wurde. Der Körper soll rund gewesen sein mit einem Umfang von ungefähr 90 Zentimetern. Der Kopf wurde hundeähnlich beschrieben und hatte die Größe eines Pferdekopfes. (DEL Seite 96,16)

 

Eine andere Begegnung mit einem Meeresungeheuer ereignete sich im Jahre 1962. Fünf Meilen vor der Floridaküste fuhren fünf Taucher der US-Luftwaffe in einen dichten Nebel hinein. Plötzlich verspürten sie einen ekelerregenden Gestank, und Sekunden später türmte sich „ein ungeheurer Kopf und Hals” über ihnen auf. Die Taucher fielen vor Schreck ins Meer. Nur einer überlebte und konnte die Geschichte erzählen. Seinen Angaben zufolge wurden die anderen unter gellenden Entsetzensschreien unter Wasser gezogen. (GGW Seite 75)

 

Jesus bestätigt im „großen Evangelium” Berichte über Seeschlangen. Dort heißt es: Als wir aus der Hütte nahe an das Meer traten, da bemerkte einer der Juden, daß sich in einer Entfernung von etwa zweihundert Schritten ein Ungetüm in gewaltigen Krümmungen herumbewegte und eine Menge Seevögel auf dasselbe aus der Luft herabstießen. Er fragte Mich, was das für ein Ungeheuer wäre.

 

Und Jesus sagte: „Das ist eine große Seeschlange, die im Sturme nun wie gewöhnlich auf ihren Raub ausgeht; sonst aber ist sie beständig in der Tiefe des Meeres. Wenn sie sich aber sattgefressen hat, dann sinkt sie wieder auf den Grund und liegt daselbst oft mehrere Wochen lang. Ist sie dann wieder hungrig geworden, so hebt sie sich wieder zur Oberfläche herauf und macht da Jagd auf ihren Fraß. Wenn sie im Wasser zu wenig zu ihrer vollen Sättigung findet, so bekriecht sie auch die Ufergegenden und raubt da Lämmer und Ziegen, auch Schweine, Kälber und Eselsfüllen. Wenn sie den Schiffen in die Nähe kommt, so haben sie ihre Not mit ihr, weil sie in einem hungrigen Zustande auch Menschen verschlingt. Und mit dem wisset ihr nun, was für ein Tier ihr seltenerweise gesehen habt.“

 

Fragte hier Petrus: „Herr, solch ein Ungeheuer habe ich als Fischer einmal gesehen und dachte: ‚Sieh, das ist ein Riesenaal; dessen sollte man mittels eines guten Köders habhaft werden!’ Ich bereitete mit meinen Gehilfen einen Köder und legte ihn; aber das Tier wich demselben aus und verschwand darauf plötzlich und kam mir bis jetzt nicht mehr zur Sicht. Wie möglich könnte man denn solch ein Tier fangen?“

 

 

Eine große Seeschlange greift das Schiff British Banner an

 

Sagte Jesus: „Das wäre für Menschen, wie sie jetzt bestellt sind, nahe eine pure Unmöglichkeit! Denn fürs erste ist solch eine Schlange sehr schlau und weiß alle ihr drohenden Gefahren zu vermeiden, fürs zweite ist sie sehr schnell in ihrer Bewegung, so daß sie auch das beste Segelschiff nicht einholen könnte, und fürs dritte ist sie für euch kaum glaubbar stark. Würde sie irgend in eine für sie gefährliche Enge getrieben, so würde sie sich über den Feind stürzen und ihn in einem Augenblick erdrücken. Es wäre daher eben nicht rätlich, sie im Ernste zu verfolgen. In diesem Meere sind nur zwei solche Tiere, und wenn sie ausgestorben sein werden, wird dieses Gewässer vollends frei sein von solchen Ungetümen. Diese zwei noch bestehenden aber sind schon sehr alt und gehören der vorweltlichen Tierepoche an, obwohl sie erst das Alter Noahs haben, das heißt von dessen Geburt an bis in diese Zeit.

Diese Tiere gehören eigentlich dem großen Meere an; aber zur Zeit der großen Flut Noahs sind sie in dieses Binnenmeer verschlagen worden und bestehen seit derselben Zeit hier und werden noch ein paar Hunderte von Jahren allda fortbestehen.

In solchen Großtieren sammelt sich der allerroheste Weltseelenlebensstoff und wird in ihnen gemildert und gewisserart zu einem besseren Übergange reifer gemacht. Wenn das Tier dann endlich einmal verendet, so geht sein gesammeltes Leben in viele tausendmal tausend höhere Lebensformen über, in denen es schon in einer kürzeren Frist eine höhere Lebensreife erhält, entweder noch im Wasser, in der Luft oder auf dem Erdboden, und das geht dann also alle Lebensformen hindurch bis zum Menschen herauf. Aber die Menschenseelen, die sich auf diesem Wege entwickelt haben, stehen dennoch auf einer sehr niederen Stufe und sind bei den alten Weisen ,Kinder der Schlangen und Drachen‘ benamset worden; denn die alten Weisen wußten in ihrer Einfalt mehr von dem Seelenursprung denn die Weisen heutzutage.

Das sind also die Kinder dieser Welt; sie sind in ihrer Art sehr klug und irdisch reich und mächtig, – aber zur Aufnahme des höheren, geistigen Lebens noch lange nicht fähig.“ (6.GEJ 62,7-13)

 

Später entfernte sich das Ungetüm von einer Wasserriesenschlange und schwamm in großen Krümmungen schnell in die hohe See hinaus, allwo es infolge des hohen Wellenganges nicht mehr sichtbar ward. Der Wirt fragte Jesus, in welcher Gegend des Meeres sich solche Ungeheuer vorzüglich aufhalten, damit man sie zu meiden wüßte; denn es wäre etwa doch nicht sehr geheuer, mit ihnen irgendwo zusammenzustoßen.

Da sagte Jesus: „Sei darum ohne Sorge! Dieses Untier wohnt in der möglichst größten Tiefe des Meeres und kommt etwa alle hundert Jahre bei höchst großen Stürmen zum Vorschein, die unter dem Wasser ihren Ursprung haben, was auf den Binnenmeeren eine höchst seltene Erscheinung ist. Dann und wann, wenn diese Untiere der Hunger antreibt, so sie in ihrer Tiefe zuwenig zum Fraße bekommen, kommen sie wohl ans Ufer und rauben da Schafe, Lämmer und Kälber, auch Eselsfüllen und Schweine; Menschen und größere Tiere aber greifen sie nur selten oder auch wohl nicht an. Aber von nun an wird es nie wieder zum Vorscheine kommen; denn seine Lebenszeit ist zu Ende; darum brauchst du dich auch nicht zu fürchten vor ihm.“ (6.GEJ 66,12-14)

Viele kennen die Berichte von dem Ungeheuer „Nessie“, wie es inzwischen genannt wird, welches seit seinem erstmalig festgehaltenen öffentlichen Erscheinen im Jahre 565 n. Chr. immer wieder in dem Gletschersee Loch Ness gesichtet wird. In jenem Jahr machte der heilige Columba eine Missionsreise nach Inverness, um den Pikten, einem keltischen Stamm in Nordschottland, das Christentum zu bringen. Er forderte einen seiner Gefolgsleute auf, auf den See hinauszuschwimmen, um ein Boot, das vom Ufer abgetrieben war, zurückzubringen. Als der Mann losschwamm, “erhob sich eine merkwürdige Bestie aus dem Wasser”, nur wenige Meter vor ihm. Der heilige Columba, so lautet die Sage, blickte das Geschöpf an und rief: “Weiche zurück und rühre diesen Mann nicht an.” Das Ungeheuer floh. (GGW Seite 76)

Im Galiläischen Meer sind die beiden Seeschlangen, die an die 3000 Jahre alt wurden, längst ausgestorben, da es wohl gleichgeschlechtliche Exemplare waren. Ob im Loch Ness wirklich eine Seeschlange existiert, konnte trotz vieler Nessie-Jäger nicht bewiesen werden. Vielleicht ist dorthin auch eine verschlagen worden, wie damals ins Galiläische Meer und ist inzwischen ausgestorben. In den Ozeanen aber leben viele Millionen von ihnen. Sie stammen aus früheren Erdzeitaltern, überlebten aber, weil sie im Meer lebten, während die großen Tiere des Landes durch katastrophale Erdumwälzungen ausstarben.

 

 

2. Der große Kraken

 

Andere Meeresungeheuer fielen besonders durch ihre Größe auf. So berichtete der Schweizer Wissenschaftler Gessner aus dem 16. Jahrhundert von einem Wesen, das so groß war, dass auf seinem Rücken ein Regiment Soldaten bequem hätte exerzieren können.

 

Vom „größten Ungeheuer aller Zeiten” berichtete der norwegische Bischof und Autor eines 1755 erschienenen Buches über Naturgeschichte, Erik Pontoppidan. Er schrieb: „Viele Leute berichten von gewissen Inseln, die plötzlich auftauchen und ebenso plötzlich wieder verschwinden.” Eineinhalb englische Seemeilen messe das Ungeheuer, „das Seefahrer Kraken, Kraxen oder Krabben nennen”. Manchmal stünden seine Hörner und Fangarme so hoch wie Schiffsmasten aus dem Wasser. (Sp. 34/95 Seite156) Kraken sollen mit ihren ungeheuerlichen Armen ganze Schiffe umklammert und zum Kentern gebracht haben. (BB 2/88)

 

Der Herr berichtet über den großen Kraken und sagt: „Betrachten wir beispielsweise den großen Kraken. Dieser ist wohl das größte Tier der Erde; denn er ist in seinem völlig ausgewachsenen Zustande über fünfhundert Klafter (mehr als 1000 m) lang und bei hundert Klafter (200 m) breit und dick. Dieses Tier hat keine bestimmte Gestalt, sondern sieht, wenn es manchmal auf die Oberfläche des Meeres kommt, einer ziemlich plumpen Insel gleich, welche hie und da eine recht üppige Vegetation zeigt. Auf seinem Rücken wächst nicht selten Moos, Meergras und sogar kleine Seebäumchen, die sogar eine runde, rote Frucht tragen, die ihr schon selbst öfter gesehen habt und namentlich bei den Goldarbeitern, die diese Frucht in Gold fassten und sie als Zierde eines Uhrbandes verkauften.

 

 

Kraken mit Fangarmen so hoch wie Schiffsmasten

 

Diese Frucht, welche öfter an den Meeresufern frei schwimmend angetroffen wird, wächst und reift meistens auf dem Rücken unseres Kraken, den nur ein böses unterseeisches Wetter auf die Oberfläche des Meeres treibt. Nebst diesen Gewächsen aber findet man auch eine Menge roter, felsartiger Erhöhungen auf dem Rücken dieses Tieres, welche nicht selten abgeworfen werden und eine Zeitlang, solange sie noch nicht völlig gefestet sind gleich dunkelroten Bimssteinen auf der Oberfläche des Meeres herumschwimmen und häufig an manchen Meeresufern, manchmal wohl auch auf festem Lande, wo einmal ein Meer gestanden ist, unter dem Namen „Drachenblut“ aufgefunden werden. Dieses Drachenblut hat eine große Ähnlichkeit mit dem Roteisenstein, manchmal auch mit der quecksilberhaltigen peritomischen Hornblende. Dieses Blut ist ganz Mineral, welches auf dem Rücken dieses Tieres einzig und allein echt vorkommt.

Dem Ansehen nach ist dieses Tier somit Pflanze und Mineral zugleich; aber wenn unglücklicherweise etwa ein Schiff, oder manchmal auch mehrere, über dem Rücken dieses ungeheuren Tieres zu stehen kommen, dann taucht das Tier schnell aufwärts, hebt ganze Schiffe über den Meeresspiegel hinaus, dass sie bald umstürzen und, außer dem Wasser zu stehen kommend, sich nicht mehr von diesem Boden des sicheren Unterganges flüchten können; denn so das Tier einmal gewahrt, dass die Schiffe auf seinem Rücken umgestürzt liegen, so erhebt es von allen Seiten tausend blendendweiße Arme, gleich großen Elefantenrüsseln, in eine Höhe von dreißig Klaftern (60 m) und in einer Dicke von nicht selten acht Schuh (ca. 2,5 m) im Durchmesser.

 

 

Kraken umklammern ganze Schiffe

 

Hat es die Arme einmal, wie die Schnecke ihre Fühlhörner, weit genug hinausgetrieben, so beugt es dann diese fürchterlichen Arme zu den Schiffen, die auf seinem Rücken liegen, hinab, zerquetscht sie in einem Nu, trägt dann mit diesen tausend Armen das zerquetschte Schiff unter sich in seinen unmäßig weiten Schlund und verzehrt auf diese Weise das ganze Schiff mit allem, was darinnen war. In seinem Magen liegt eine solche Verdauungskraft, der gar nichts widersteht; Steine, Metalle, Holz, sogar Diamanten verzehrt es so ganz und gar, dass da nicht das kleinste unverdaute Restchen überbleibt.

Weil aber dieses Tier so viel Verschiedenartiges verdaut, so ist es dann auch erklärlich, dass auf seiner Oberfläche, wie auf der Oberfläche eines kleinen Wasserplaneten, (oder einer kleinen Insel) eine Menge vegetabilischer und mineralischer Aftergebilde zum Vorschein kommt.” (EM 48,8-12)

 

Diese Kraken kommen im Atlantischen Ozean, hauptsächlich in der Gegend zwischen Westafrika und der östlichen Spitze Brasiliens, vor, wo sie den früheren Segelschiffen nicht selten gefährlich wurden.

  

 

Kraken zerquetschen Schiffe in einem Nu

 

„Dieser Krake ist durchaus kein Fisch“, sagt Jesus, „sondern nur ein großartigster Meerespolyp, der sich aus den im Meere befindlichen Sandbänken und ihrem Schlammgehalte gleich den Photos marinos entwickelt und so lange am Grunde des Meeres festsitzt, bis er durch irgendeine unterseeische Meereseruption an die Oberfläche des Meeres gebracht wird und dann nicht selten einer schwimmenden kleinen Insel gleicht.“ (3.Hi. Seite 362,10-11)

 

Die weitgehend übereinstimmende Beschreibung des großen Kraken zwischen den Seeleuten und dem Herrn, seine Größe, sein Aussehen wie das einer Insel und seine Fangarme, mit denen er ganze Schiffe ergreifen und zerquetschen kann, belegen, dass es solche Riesentiere tatsächlich gibt. Meeresforscher halten aber den Riesenkraken für eine Übertreibung und meinen ihn in der Krakenart entdeckt zu haben, die 30 bis 50 Meter lang wird. Solch einen Kraken griff 1873 vor Neufundland das Boot von Heringsfischern an, nachdem einer der Fischer mit einem Bootshaken zugestochen hatte. Plötzlich schoss ein Fangarm aus dem Wasser und legte sich um das Boot, wie auf dem Bild oben zu sehen. Als das Boot zu kentern drohte, schlug ein Bootsinsasse mit einer Axt einen Fangarm ab. Das sechs Meter lange Stück des Fangarms übergaben die Fischer dem Pfarrer des Ortes. Der schickte ihn an die Yale University. Das war der erste wissenschaftlich gesicherte Beweis für die Existenz eines Kraken. (Sp. 34/95 Seite156-158)

  

 

3. Der Fisch-, Frosch- und Samenregen

 

In alten Geschichtsbüchern ist immer wieder die Rede von Fisch- und Froschregen. Es gibt so viele Berichte über diese eigenartigen Regenfälle, daß damit ein dickes Buch gefüllt werden könnte. Sie stammen aus allen Jahrhunderten bis zur Gegenwart. Das sind aber nicht nur Berichte über Fisch- und Froschregen, es sollen auch schon Kröten, Krabben, Aale, Schlangen, Mäuse, Kaulquappen, Muscheln, Schildkröten, Haselnüsse, Getreidekörner, Schnecken, Würmer und Maikäferlarven vom Himmel gefallen sein. Den überraschten Menschen besonders früherer Zeiten müssen solche „Regenfälle” wie ein unlösbares Rätsel erschienen sein. Von Plinius stammt die Theorie, die sich bis in die Renaissance hinein erhalten hat, daß Frösche und Kröten keimhaft im Erdreich existieren und von einem Regenschauer zum Leben erweckt werden können.

 

 

 

Der Fischregen in Sachsen im Jahr 989 wurde in einer Chronik abgebildet, die 1557 erschien

 

Im wissenschaftlichen Zeitalter mußte natürlich eine vernünftigere Erklärung gefunden werden und die Wissenschaftler meinen, das Rätsel gelöst zu haben. Sie erklären die Fisch- und Froschregen heute vor allem mit Gewitterstürmen. Aufsteigende Luftströmungen während eines Gewitters, die eine Geschwindigkeit von ca. 100 km/h erreichen, sowie Wasserhosen und Tornados würden genügend Kraft entwickeln, um Lebewesen oder Gegenstände vom Boden hochzuheben. Wenn ein solcher Sturm über einen seichten Teich oder Fluß zieht, könne er den gesamten Inhalt hochsaugen, über längere oder kürzere Entfernung transportieren und dann wieder abregnen. Dabei sind einige Erscheinungen allerdings schwer zu erklären und so ungewöhnlich, daß sie für eine Übertreibung oder eine Legende erklärt wurden. Im 4. Jahrhundert n. Chr. berichten die Chronisten über einen dreitägigen Fischregen im griechischen Chersones. Es lagen damals so viele Fische herum, daß die Straßen blockiert waren und die Menschen nicht einmal mehr die Türen ihrer Häuser öffnen konnten. Nachher soll das Gebiet noch Wochen danach entsetzlich gestunken haben. (GdE Seite 118)

Auch aus der Neuzeit kennen wir solche Berichte. Im August 1804 wurde bei Toulouse beobachtet, wie unglaublich viele junge Kröten vom Himmel fielen. Der Tag war klar und sonnig gewesen, bis plötzlich eine große Wolke aufzog, aus der es dann Kröten regnete. (WsvW Seite 26)

Am 12. Juni 1954 stellte sich die Herrin von Sutton Park, Birmingham vor dem Regen unter, wobei sie Hunderte von kleinen Fröschen sah, die von den Schirmen der Passanten abprallten und jedermann mit ihrer raschen Zunahme und ihrem Hüpfen erschreckten.

 

 

 

 Der Froschregen aus dem Jahre 1355 wurde in einer Chronik abgebildet, die 1557 erschien

 

In Arkansas wollten am 2. Januar 1973 die Golfspieler ihren Augen nicht trauen, als sie beobachteten, wie Tausende von Fröschen mit dem Regen vom Himmel fielen. Die im Augenblick beliebteste Erklärung operiert mit Wirbelwinden, allerdings mit selektiven Wirbelwinden, die entweder nur Frösche oder nur Fische in die Luft entführen, transportieren und regnen lassen, während sie andere Bestandteile ihres Lebensraumes - Wasser, Schlamm, Steine, Pflanzen und andere Tiere - zurückweisen. Wirbelwinde sind im allgemeinen nicht so wählerisch; sie eignen sich auch nicht als Erklärung für die vielen Fälle, in denen es aus heiterem Himmel, an windstillen Tagen, auf engbegrenztem Raum oder an einem bestimmten Ort sehr lange oder zu wiederholten Malen Lebewesen geregnet hat.

Eine andere beliebte Erklärung für vom Himmel fallende Fische oder anderes Getier ist die, daß Vögel, die in großen Schwärmen Fische aus einem See oder Meer ergriffen hätten und mit ihnen hochgeflogen wären, sie fallengelassen hätten. Eine weitere Erklärung sind Erdbeben. Der berühmte Naturforscher Comte de Castelnau schilderte, wie in Singapur nach einem heftigen Gewitter, das im Februar 1861 mehrere Tage lang anhielt, etwa 20 Hektar Land mit Katzenwelsen bedeckt waren. Die Einheimischen, die sie körbeweise einsammelten, behaupteten, die Fische seien vom Himmel gefallen, aber der Graf, der naturwissenschaftlich gebildet war und den Fischregen nicht selbst gesehen hatte, machte dafür ein Erdbeben verantwortlich. Niemand weiß, wie das vor sich gegangen sein soll, denn Er führte seine Theorie nicht näher aus und das Erdbeben hatte sich ohnehin schon fünf Tage zuvor ereignet.

Alexander von Humboldt, ein weiterer berühmter Wissenschaftler der damaligen Zeit, kritisierte die Vorstellung, es könnte Lebewesen regnen, als mittelalterlichen Aberglauben. In Südamerika stieß er auf „gekochte Fische”, aber ohne sie selbst fallen gesehen zu haben, die eine größere Fläche bedeckten. In der Nähe erhob sich ein Vulkan, den Humboldt sowohl für die Fische als auch für ihren gekochten Zustand verantwortlich machte.

Ein vieldiskutierter Fall ereignete sich am 11. Februar 1859 bei Aberdare, South Wales, wo ein dichter Regen von Fischen - die größten bis zu 13 Zentimeter lang - auf Gärten und Hausdächer niederging. Einige Exemplare wurden Dr. Grav vom Britischen Museum in London zugeschickt. Er identifizierte sie als junge Elritzen und äußerte die Ansicht, sie seien vermutlich deshalb vom Himmel gefallen, weil jemand einem Mitbürger einen Streich gespielt und ihn mit einem Eimer Bachwasser übergossen habe. Hätte er den dichten Regen von Fischen selbst miterlebt, wäre er wohl mit der Wirbelwind- oder Vogelschwarmtheorie zum Vorschein gekommen. Manchmal waren die Fische, die vom Himmel regneten, bereits tot oder waren schon zu Schleim geworden. (WsvW Seite 28)

die angesehene Zeitschrift „Monthly Weather Review“ berichtete im Mai 1894, wie in Bovington, Mississippi, während eines Hagelsturmes, eine völlig von Eis umhüllte 15 mal 20 Zentimeter große Gopherschildkröte vom Himmel fiel.

 

die Zeitschrift Scientific American, 36/86, berichtete, wie am 15. Januar 1877 während eines sintflutartigen Regens in Memphis, Tennessee, Tausende von 30-50 Zentimeter langen Schlangen in einem verhältnismäßig engbegrenzten Gebiet (zwei Straßenblocks) über den Boden krochen. Niemand hatte sie fallen gesehen und auf den Dächern sah man sie auch nicht, aber es erschien ausgeschlossen, daß so viele Schlangen in einem so kleinen Gebiet in der Stadt vom Regen aus ihren Verstecken getrieben worden sein sollten (was noch nie passiert war), so daß die Einheimischen glaubten, sie seien vom Himmel gefallen.

 

In einem Artikel über den Lemmingzyklus zitierte das Journal of Cycle Research im Januar 1957 historische Quellen: Im Jahre 1578 „regnete es in der gesamten Umgebung von Bergen, Norwegen, große gelbe Mäuse, die an Land schwammen, wenn sie ins Wasser fielen”. Der Volksglaube an ähnliche Phänomene basierte auf einwandfreien Beobachtungen, die jedoch im allgemeinen als Ammenmärchen abgetan wurden. (WsvW Seite 33)

Die Londoner Daily Mail berichtete am 13. August 1913, daß Samen, die auf die Straßen von Kirkmanschaws in Persien herabregneten, wie Maiskörner ausgesehen hätten.

Das INFO Journal 8, 1972, brachte eine Meldung über einen Regen von westafrikanischen Bohnen, der im Sommer 1971 auf einer Farm im Nordwesten Brasiliens niedergegangen war. Es ist erstaunlich, wie in diesen und ähnlichen Fällen die Wirbelwindtheorie automatisch als Erklärung herhalten muß, obwohl sie bei näherer Untersuchung jedesmal widerlegt wird.

Im Jahre 1897 fielen in der italienischen Provinz Macerata in der Umgebung mehrerer Städte unzählige Samen vom Himmel. In „Notes and Queries” vom 18. September 1897 werden sie als Samen des zentralafrikanischen Judasbaumes identifiziert, die sich zum größten Teil im ersten Keimstadium befanden. Man kann sich keinen Wirbelwind vorstellen, der nur diese Samen, aber keine Zweige, Blätter usw. in solch großen Mengen mitreißt, nach Italien transportiert, in der Luft zusammenhält - und unterwegs keine fallen läßt!

 

Die „Philosophical Transactions“, 16/281, berichten von Weizenkörnern, die 1886 in Wiltshire niedergingen und in Hagelkörnern steckten. (WsvW Seite 38)

 

Im großen Evangelium Johannes berichtete der Grieche Roklus: „Als ich durch Persien reiste, ward ich Zeuge einer höchst merkwürdigen Naturerscheinung. Es war ein glühheißer Tag, so dass wir mit unserer Karawane unter großen, schattigen Bäumen Schutz vor den zu glühend heißen Sonnenstrahlen suchen mussten. Etwa ein paar Stunden vor dem Sonnenuntergange bemerkten wir von Osten her ein starkes, kohlschwarzes Gewölke aufsteigen und die Zugrichtung gegen uns nehmen. Unsere Führer prophezeiten uns einen mächtigen Sturm und rieten uns, den Wald nicht eher zu verlassen, als bis der Sturm vorübergesaust sein werde. Wir taten das, und in einer halben Stunde war der Sturm mit Blitz und Donner über uns. Es krachte und tobte ganz entsetzlich in den Bäumen, und mancher starke Ast hat da sein Dasein eingebüßt, und das arme Laub der Bäume hat gewaltig gelitten. Es fing an zu regnen, aber eben nicht zu reichlich; doch ward es finsterer und finsterer. Als der Regen aber einige Augenblicke anhielt, da fingen unter den stets reichlicher fallenden Regentropfen auch ganz vollkommen ausgebildete Kröten millionenweise aus den Wolken mit dem Regen auf die Erde zu fallen an. Die ins Wasser fielen, die schwammen ganz gut herum, während nur wenige die auf den harten Erdboden fielen, mit dem Leben auf einige Augenblicke davonkamen. Merkwürdig war es, dass wenige Augenblicke nach diesem sonderbaren Sturm, der eine starke Viertelstunde anhielt, als die dem Untergange sich nahende Sonne wieder ihre heißen Strahlen auf den Erdboden schießen ließ, auch unsere Kröten verschwanden und nichts als ein schleimiger Schimmel von ihnen übrigblieb, und das auch nur hier und da.

Nun frage ich, von woher diese zahllos vielen Kröten gekommen sind, und wer sie also gebildet hat? Wer anders als die Naturkräfte, die sich wie zufällig in der Art begegnet sind, dass aus ihrem gegenseitigen Anstreben gerade die Kröten entstehen mussten! Diejenigen, die ins Wasser kamen, fanden wahrscheinlich eine ihnen zusagende Nahrung in ihrem Hauptelemente, und es dürften viele erhalten worden sein; aber die da auf den glühheißen Erdboden fielen, trafen ein ihrem Wesen feindliches Element und ihnen sehr entgegenstrebende Kräfte, und die Folge war die völlige Auflösung ihrer für die Kürze ihres Seins noch zu wenig gediegenen Existenz.“ (5.GEJ 32,4-5)

Jesus erklärt uns in Seinem neuen Wort die wahre Ursache des Fisch-, Frosch- und Samenregens und sagt: „Nächstens wollen wir die bei weitem merkwürdigere tausendfältige Zeugung betrachten, wo die Erde als Mann und Weib zugleich tätig ist.” (EM 13,13)

 

„Von dieser Zeugung nimmt alles mineralische Wesen, sowie die Pflanzen- und die Tierwelt ihren materiellen Ursprung. Die Erde, als Mann und Weib in einem betrachtet, zeugt hier und gebiert auch auf die mannigfaltigste Weise, und zwar derart, daß sie einerseits gleichsam lebendige Junge zur Außenwelt bringt, dann auch wieder, wie die Vögel, Eier legt, und wieder so, wie die Pflanzen, Samen gebiert und für Mineralien gewisse Blüten hervortreibt, in denen die Kraft liegt, alles das ihnen Ähnliche an sich zu ziehen und sich als solches in weiten Kreisen auszudehnen.” (EM 14,1)

 

„Daß die Erde wirklich Samen erzeugt für allerlei Pflanzen und Tiere, kann aus vielen Erscheinungen auf der Erdoberfläche abgenommen werden. Zu diesen Erscheinungen gehören die ursprüngliche Bewaldung der Gebirge wie die Moos- und Grasüberwachsung mancher früheren wüsten Steppen, auf denen ein Jahrtausend hindurch nichts gewachsen ist. Schimmel und Schwämme haben noch bis jetzt keinen anderen Samen. Dann gehören zu den diese Sache erklärenden Erscheinungen die jener – wennschon etwas seltener, aber im ganzen doch noch häufig genug vorkommenden – Art, wo es Getreide und allerlei Körner geregnet hat; und besonders sind diese Sache erklärend die nicht selten vorkommenden Fisch-, Schlangen- und Krötenregen und noch andere dergleichen Erscheinungen, von denen kein sogenannter Naturforscher sagen kann – wenn er nur einen Gran gesunden Verstandes hat –, daß sie etwa gar irgend ein Wirbelwind von der Erde aufgehoben und dann wieder niedergeschleudert hat; denn da müßte er doch irgend nachweisen können, daß auf der Erde sich ein solcher Platz vorfindet, auf dem solche Wesen in nicht selten trillionenfältiger Anzahl vorhanden gewesen sind, und würde er auch das tun können, so würde er nichts weniger tun, als eben die eigentümliche Zeugungskraft der Erde um so auffallender beweisen, wie eben die Erde aus sich selbst dergleichen hervorbringen kann. Wie aber solche Erscheinungen so ganz eigentlich geschehen, werden wir nächstens noch tiefer betrachten.” (EM 14,7)

 

 

 

 John Lewis aus Aberdare, Glamorgan, geriet am 11. Februar 1859 in einen Fischregen

 

„Diese Erscheinungen geschehen scheinbar wohl also, daß jemand glauben könnte, sie seien gewisserart Sammlungen von gewissen Wirbelwinden, die sich aber dann in der Luft in irgend einen Knaul vereinigten und sodann wieder herunterfielen, so die Hebekraft des Wirbelwindes nachgelassen hätte. Allein für einen nur etwas tieferen Forscher wird diese Erklärungsweise sicher nicht genügend sein; denn um Frösche, Kröten und Schlangen zu heben, würde ein ungeheuer starker Wirbelorkan oder gar eine allerheftigste Windhose vonnöten sein. So aber diese mehr lockeren Tierkörper einer solchen zerstörenden Wut der Winde preisgegeben würden, so müßten sie fürs erste ja eher in die kleinsten Stücke zerrissen sein, bevor sie wieder zur Erde fielen, und mit dem Lebendigbleiben solcher Tiere hätte es dann sicher seine geweisten Wege. Fürs zweite müßte eine solche Windhose, um etwa irgend einen ganzen See oder einen Morast, der oft mehrere Stunden in der Länge und Breite hat, auszufischen, selbst einen ungeheuren Durchmesser haben und eine Kraftäußerung daneben, der kein Berg widerstehen könnte, was doch nicht leichtlich ein Naturforscher annehmen kann. Und fürs dritte würde ein solcher Wind oder eine solche gewaltige Windhose wohl das Wasser des Sees bis auf den letzten Tropfen oder auch einen ganzen Morast dergestalt ausputzen, daß da nicht auch nur ein lockeres Sandkörnchen zurückbliebe, wo dann, wenn es diese Tiere niederregnete, auch Wasser, Schlamm und noch eine Menge anderer Ingredienzien herabfallen müßten, was aber gewöhnlich bei diesen sogenannten Amphibienregen niemals der Fall ist. Wohl aber entstehen diese Erscheinungen auf folgende Art:

Die Erde zeugt als ein Doppelwesen in irgendeiner Gegend aus ihren Eingeweiden heraus eine gewöhnlich zahllose Menge solcher Eierchen. Diese sind sehr klein und werden leicht durch die Poren und Kanäle der Erde hinausgetrieben. Durch den in ihnen zugrunde liegenden Gärstoff werden sie, je weiter herauf sie kommen, desto mehr ausgedehnt, wodurch sie am Ende leichter als die atmosphärische Luft werden, und steigen dann, so sie die Oberfläche der Erde erreicht haben, in der Gestalt dunkler Nebel nach Art eines Luftballons in eine bestimmte Höhe, wo sie in eine stark elektrische Strömung geraten, und das zwar leicht, weil sie von dieser eigens angezogen werden. In dieser Strömung werden sie dann schnell ausgereift und ausgeboren, und das nicht selten in einer Anzahl von vielen tausend Millionen. Weil sich diese Tierchen aber dann aus der Luft durch die elektrische Strömung einen spezifisch schwereren Leib gebildet haben, als die Luft selbst ist, so können sie sich auch in der Luft nicht mehr lange aufhalten, sondern senken sich zur Erde herab; aber, weil sie dennoch ziemlich leicht sind, nicht so schnell, daß sie durch einen solchen Fall plötzlich zerplatzten und somit natürlich alsogleich getötet würden, sondern sie kommen allezeit ziemlich wohlbehalten herab und können nach dem Herabfallen noch einige Stunden lang leben. Aber weil diese Gestaltung ein Stufenübersprung ist und nicht mit dem ordnungsmäßigen Vorwärtsschreiten geistiger Intelligenzen aus dem Erdkörper im Einklange steht, so vergehen sie auch bald wieder aus dem erscheinlichen Dasein, werden von der Erde wieder aufgesogen und in das Pflanzenreich getrieben, wobei zu bemerken ist, daß solche Erzeugnisse dann wohl früher in die vormals erscheinliche Tierstufe übergehen, als wenn solche Tierstufen nach der gewöhnlichen Ordnung vorerst eine ganze Legion Pflanzenleben durchmachen müssen. Denn man kann da sagen „Tierstufen“, weil sie schon als solche aus der Erde alsogleich als tierische Wesen in die Erscheinlichkeit treten, welche aber freilich vorher noch einen Schritt in das Pflanzliche zurücktun müssen, bevor sie den intensiv tierischen Charakter annehmen können.

 

Ganz anders verhält es sich mit den ursprünglichen Pflanzenstufen, die schon als solche in das erste Dasein treten; diese müssen vorher alle Pflanzenstufen durchgehen, die in ihrer Fortschreitungslinie stehen, bevor sie in das tierische Leben aufgenommen werden können. Da es aber auch einen gewaltigen Unterschied zwischen Pflanzen und Pflanzen gibt, als da sind edle und nicht edle, gute und nicht gute, so folgt auch daraus, daß besonders die edlen den Tierstufen und die edelsten sogar der Menschenstufe so nahe stehen, daß sie alsbald – wenigstens zum Teile – in das menschliche Wesen und zum größten Teile in das edlere Tierreich aufgenommen werden können. Von solchen Pflanzen sagt man: diese haben eine kurze Übergangslinie; aber da gibt es eine große Menge unedler Pflanzen; bei denen geht es sehr lange her, bis sie in die edleren aufgenommen werden, und da sagt man: diese haben eine lange Übergangslinie. Dasselbe ist auch bei den Tieren der Fall. (EM 15,1-4)

 

Auf diese Art entstehen auch die Stubenfliegen, deren Eierchen „so klein sind, daß sie vom menschlichen Auge kaum wahrgenommen werden, und daher auch ein so geringes Gewicht haben, daß sie gleich dem Sonnenstaube sich gar leicht in der Luft schwebend erhalten können.“ (Fl. 1,5)

 

In dem Büchlein „Die Fliege“ wird nur die aus der Erde gezeugte Entstehung der Stubenfliege dargestellt, trotzdem dort nur von den von der Fliege gelegten Eiern die Rede ist. Denn im Gegensatz zu den aus der Erde gezeugten Eierchen, die mit bloßem Auge kaum wahrgenommen werden können, sind die von der Fliege gelegten ca. 1 mm groß und gut mit dem Auge zu erkennen. Eine Fliege legt bis zu ihrem Lebensende zwischen 600 – 3000 Eier in Haufen von 120 – 150 Stück ab. Die kaum wahrnehmbaren Eier, die aus der Erde gezeugt werden, kommen zu vielen Millionen zum Vorschein und werden von den Winden in alle Weltgegenden zerstreut. Jesus sagt: „Alle diejenigen Eierchen, welche entweder an den feuchten Mauerstellen der Häuser, vorzugsweise der Tierstallungen, oder an faulem Holze, oder an was immer anderem Moderfeuchtigkeit Haltendem gelegt werden, kommen fast meistens davon; (und werden ausgebrütet) was aber da ein Raub der Winde und des Wassers geworden ist, davon werden freilich wohl unbeschreiblich wenige zu Fliegen ausgebrütet, – obschon dessenungeachtet nichts verlorengeht, daß es irgendeine andere weise Bestimmung verfehlen sollte, ja sogar diejenigen nicht, welche von Menschen und Tieren nicht selten zu Millionen mit einem Atemzuge eingeatmet werden.“ (Fl.1,9)

Die aus der Erde gezeugten Eierchen werden von der Wärme der Sonne ausgebrütet, und es schlüpfen aus ihnen Würmchen, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind. Wenn die Würmchen wachsen und die Größe eines kleinen Beistrichs einer mittelgroßen Schrift erreicht haben, so zerplatzen sie, das Innerste kehrt sich nach außen und die Fliege ist fertig. (Fl. 1,17) Dagegen sind die Maden, die aus den von den Fliegen gelegten Eiern schlüpfen, die aber auch von der Wärme der Sonne ausgebrütet werden, etwa 2 mm groß und mit dem Auge gut zu erkennen. Nach dem dritten Larvenstadium, in dem sie etwa 12 mm lang sind, verpuppen sie sich und aus den 5 mm langen Puppen schlüpfen dann die ausgewachsenen Fliegen.

 

 

 

Die gewöhnliche Stubenfliege

 

Jesus sagt: „So wie aber derlei Tiere unmittelbar aus dem Doppelwesen der Erde gezeugt werden, so werden auch Sämereien für Pflanzen frei erzeugt. Hauptsächlich geschieht dieses in den tropischen Ländern, etwa so wie im steinigen Arabien, in einigen Gegenden Afrikas und Amerikas. Da gibt es noch heutigestags große Wüsten und Steppen. Diese Wüsten haben gewisse Ausgeburtspunkte für derlei Sämereien; allda wird man auch überall einen üppigen Pflanzenwuchs antreffen. Wo aber solche Sämereien-Ausgeburtsquellen mangeln, da bleibt die Erde wüste und leer.

Also haben auch die neu entstandenen Inseln den von der Erde erzeugten Sämereien ihren Pflanzenwuchs zu verdanken, und wenn dieser einmal eine hinreichende Stufenreihe durchgebildet ist, so werden sich auch Tierstufen zu entwickeln anfangen, jedoch nur bis zu den noch sehr unvollkommenen, kriechenden Tieren und Insekten; weiter hinauf reicht der freie natürliche Übergang nicht. Da muß dann schon eine höhere Kraft auftreten, um ein entsprechendes, auf einer höheren Stufe stehendes Tier zu kreieren, in das die vorhergehenden Stufen übergehen können, und so nicht selten aufwärts bis zum Menschen, der jedoch nimmer neu kreiert wird, sondern zu rechter Zeit durch Übersiedlung dahingebracht wird.

Ich meine, diese Darstellung wird dem inneren Denker genügen, um die Zeugungs- und Reproduktionskraft der Erde als ein Doppelwesen (als Mann und Weib) einzusehen, und wie diese äußeren Erscheinungen auf die vorgezeichnete Weise hauptsächlich aus der Niere der Erde ihren Ursprung nehmen, weil in derselben der allgemeine Samenstoff gebildet und zur weiteren Tauglichwerdung auf dem vorgeschriebenen Wege befruchtet wird.” (EM 15,4-6)

Wenn eine Insel weit entfernt von anderem Land im Ozean durch vulkanische Eruptionen neu entsteht, so ist sie zunächst völlig unbelebt. Doch dauert es nicht lange, bis erste Pflanzen aus dem Boden zu wachsen beginnen. Die Biologen meinen, daß die Samen und Tiere durch Vögel, Winde oder Meeresströmungen dahin gebracht werden. Zwar ist es denkbar, daß dies geschehen kann, doch ist dies nicht die Ursache des raschen Entstehens von Leben. Neu entstandene Inseln erhalten ihre Pflanzen- und niederen Tierarten durch die von der Erde ausgestoßenen, äußerst kleinen Samen und Eiern. Sie werden in der Niere der Erde gebildet und durch Poren und Kanäle bis zur Oberfläche der Erde hinaufgetrieben, wobei sie sich durch den in ihnen enthaltenen Gärstoff nach und nach ausdehnen und leichter als die Luft werden. Dann steigen sie in Form dunkler Nebel auf, werden von einer starken elektrischen Strömung angezogen, in der sie zu voll ausgebildeten Samen und ausgeborenen Eiern ausreifen. Wenn sie dann materieller und damit schwerer als die Luft werden, so fallen sie als Samen, der sich manchmal im ersten Keimstadium befindet und als Jungtiere zur Erde. Da die Tiere aber noch nicht voll materialisiert und damit sehr leicht sind, fallen sie nicht zu Tode, lösen sich zwar manchmal zu einer schleimigen Masse auf, leben aber zumeist weiter und können sich fortan durch die natürliche Zeugung vermehren.

Die auf höheren Stufen stehenden Tierarten entstehen dagegen nicht auf die vorher beschriebene Weise, sondern müssen neu erschaffen werden, wie das der Erzengel Raphael im großen Evangelium an der Erschaffung eines Esels gezeigt hat. Der Mensch aber ist nur einmal als Adam und Eva von Gott direkt erschaffen worden und wird auf einer neu entstandenen Insel nicht mehr neu erschaffen, sondern muß durch Übersiedlung auf einem Schiff dahingebracht werden, was natürlich auch mit Tieren geschehen kann.

 

 

4. Die Heuschreckenschwärme

 

Ein stahlblauer Himmel spannt sich über die sudanesische Wüste. Die Bauern sind auf ihren Feldern beschäftigt. Die Hoffnung ist groß, daß die Ernte gut wird, denn der Regen war ergiebig. Doch wie aus dem Nichts türmt sich an jenem Tag plötzlich eine mächtige Wolke am Horizont auf und verdunkelt die Sonne. Die Menschen packt das blanke Entsetzen, denn sie wissen sofort, daß dies keine neue Regenwolke ist, sondern ein Heer von Heuschrecken, die nur das eine Ziel kennen, ihren unmäßigen Hunger zu stillen. Die gewaltige Formation schwebt 1600 Meter über dem Erdboden heran. Den Menschen bietet sich ein faszinierendes Schauspiel: Ständig ändert sich die Struktur der Wolke und mächtige Wellen durchlaufen das seltsam geordnete Chaos. Einmal bewegt sich die Wolke elegant wie fließender Sand, dann reißt sie mit einem Ruck auseinander, wenn der Schwarm seine Richtung korrigiert. Mit dem Näherkommen des Schwarms erfüllt von fern ein bedrohliches Knistern die Luft – das Schlagen von Myriaden kleiner Flügel. Beim Näherkommen wird aus dem Knistern ein infernalisches Zirpen und Kreischen. Kurze Zeit später fallen Tausende von Tonnen ca. sechs Zentimeter langer Insektenleiber auf den Boden herunter. Es sind so viele, daß sie sich in mehreren Schichten über viele Quadratkilometer hinweg übereinander stapeln – 3200 auf einem Quadratmeter. Sie pressen Büsche platt und bringen armdicke Äste zum bersten. Danach schwillt der Lärm ab, ein leises Knacken und Rascheln erfüllt die Luft. Ihre Kieferzangen zermahlen nun alle Feldpflanzen, jeden Busch, jeden Grashalm und entrinden Bäume.

Das berichtete ein Reporter, der im Sudan einen Heuschreckenschwarm erlebte. Die Entstehungsorte sind die ärmsten Länder der Welt, über die diese gigantischen Heuschreckenschwärme hereinbrechen und den Menschen dort die Ernte wegfressen. Als klein gelten Schwärme mit bis zu zehn Quadratkilometer Ausdehnung und 800 Millionen Tieren. Sehr große Schwärme erreichen eine Größe von über 1000 Quadratkilometern und bestehen aus bis zu 80 Milliarden dieser Insekten. Der Großeinsatz von Gift hat die Zahl dieser Schwärme bisher noch nicht vermindern können. jetzt suchen Experten neue Wege der Schädlingsbekämpfung: mit einem satellitengestützten Frühwarnsystem. Gestützt auf Satellitendaten sollen die bevorzugten Brutgebiete der Heuschrecken erfaßt werden, um sie schon als flügellose Jungtiere bekämpfen zu können. (P.M. 8/2002, Seite 24-30)

 

 

 

Ein Heuschreckenschwarm schwebt heran

 

Die Menschen glauben ganz selbstverständlich, daß die großen Heuschreckenschwärme, wie sie in Ägypten und anderen südlichen Ländern immer wieder vorkommen, nur durch die natürliche Vermehrung dieser Tiere entstehen. Zwar können sie sich auch auf die natürliche Art fortpflanzen, aber die Entstehungsart der großen Schwärme ist eine ganz andere. Diese Entstehungsart erklärt Jesus Seinen Jüngern, als ein Heuschreckenschwarm am Galiläischen Meer vorüberzog:

Als Petrus einmal meinte, es werde schon Abend, da schickte ihn Jesus hinaus, um nach dem Stand der Sonne zu sehen. Darauf ging Petrus hinaus, „sah nach dem Stande der Sonne und fing an, sich sehr zu wundern, und zwar darüber, wie er sich in der Beurteilung der Zeit gar so gewaltig habe irren können; denn die Sonne hatte noch bei drei Stunden Weges bis zum Untergange.

Petrus aber ermannte sich bald und fragte Mich um den Grund solcher seiner Täuschung, und Ich sagte zu ihm: ‚Gehe du hinaus ans Meer, und du wirst des Grundes bald gewahr werden!’

Petrus tat, was Ich ihm befohlen hatte, und er sah, soweit seine Augen reichten, die Wasserfläche ganz mit Heuschrecken bedeckt. Sogar unser Schiff, das im Hafen des Petrus lag, war ganz voll von diesen Insekten. Petrus entsetzte sich vor diesem Anblicke, kam eiligst zu Mir ins Zimmer und fragte Mich, ob die Myriaden von Heuschrecken, die nun das Meer bedeckten, die Ursache seiner Zeitirrung gewesen wären.

Und Ich antwortete und sagte: ‚Allerdings! Als sie aus Ägypten dahergeflogen kamen, da verfinsterten sie gleich einer dichtesten Wolke die Sonne so sehr, daß du hier im Zimmer offenbar dir denken mußtest, daß es schon Abend geworden sei. Ich aber sah in Mir die Ursache des so früh hereingebrochenen Abends und machte dich darauf aufmerksam, – und das ist nun aber auch schon alles, was Ich dir darüber zu sagen habe!’

Petrus war damit ganz zufrieden und ging abermals hinaus, zu schauen das große Naturspektakel.

Andreas und Philippus waren so ein wenig Naturforscher und fragten Mich, wie denn solche ungeheuren Heuschreckenmassen entstehen könnten, wo denn so ganz eigentlich ihr Entstehungsort sei, und wozu sie gut seien.

Sagte Ich: ‚Meine Lieben, es ist wohl ganz löblich, sich in der Natur ein wenig umzusehen – denn sie ist ein großes Buch, geschrieben von der allmächtigen Hand Gottes, und gibt jedem biederen Forscher die schönsten Beweise von der Liebe und Weisheit und Macht des Vaters im Himmel; aber ein zu verpickter Forscher kann bei seinen zu emsigen Forschungen sehr leicht auf Irrwege geraten, auf denen er von Gott ganz abkommt und am Ende alles Werden und Sein allein von den blinden und stummen Kräften der Natur ableitet.

Und sehet, eben derlei Erscheinungen können die puren Naturforscher zuerst ganz von Gott abbringen; denn sie erblicken da in der Natur eine plan- und zwecklose, überschwengliche Lebensreproduktionsfähigkeit, die irgendeines weisen Gottes ganz gut entbehren könnte. Sie können auf dem Wege bloß äußerer Forschungen freilich wohl nie einen innern Grund solcher Erscheinungen erschauen, weil sie mit ihrer ganz nur in die Materie vertieften Seele nimmer den Licht- und Liebegeist Gottes berühren und ergreifen können.

Wer aber in seiner Seele den Geist Gottes berührt und vollends ergriffen hat, dem wird es dann sein Geist selbst lehren, wie solche Begebnisse entstehen und warum, – und es soll dann erst ein solcher im Geiste geweckter Mensch die Dinge der Natur erforschen und sie also enthüllt zeigen seinen unkundigen und unmündigen Brüdern, auf daß sie dadurch desto eifriger werden in der Erweckungstätigkeit ihres Geistes in ihrer Seele.

Um aber auf unsere Heuschrecken zurückzukommen, so entstehen sie zwar allenthalben auf den wärmeren Erdstrichen, aber zumeist zu gewissen Zeiten in Ägypten und im südlichen Asien. Da ist durch die Beschaffenheit des Klimas die stärkste Naturlebensgeisterproduktion, oder sie entwickeln sich dort am ehesten und häufigsten, weil da der materielle Boden der Erde, die Wärme der Sonne, ihr starkes Licht, der stets mächtige Tau und noch eine Menge anderer Umstände so mächtig einwirken, daß stets eine große Menge früher noch gebundener Erdgeister frei werden, sich ehest mit den Luftgeistern verbinden, dann in eine leichte Materie gewisserart sich einpuppen und weiter in der Puppe sich sodann mit einem Leibe bekleiden und in das tierische Erdenleben eingehen.

Auf diese Art und Weise entstehen in den sehr warmen Ländern der Erde auch die Heuschrecken, und zwar sehr oft, obwohl sie auch aus ihren eigenen Eiern ausgebrütet werden können. Ich sage euch: Alles, Bäume und Pflanzen und alles Getier der Erde, ist bestimmt, die gerichteten Geister aus der harten Materie zu erlösen, und das geht von Stufe zu Stufe bis zum Menschen.’” (5.GEJ 250.12-251,11)

 

 

5. Tiere in Steinen

 

 

 

 

 

 

 

 

„Es gibt bei euch Tiere in zahlloser Menge, die außer dem Wasser keine Minute lang zu leben imstande sind; dann aber gibt es Tiere und Wesen, die nur unter der Erde im dichtesten Schlamme und selbst in den Steinen einzig und allein ihr Leben zu fristen imstande sind. Solche Schlammtiere in den Tiefen unterirdischer Schlünde sind euch wohl bisher noch gänzlich unbekannt; aber Steintiere, als z.B. Steinfliege, Steinspinne, Steinbiene, Steinkröten u. d. m. sind von den Naturforschern der Erde schon hier und da aufgefunden worden; aber nur wissen es die Naturforscher nicht, dass sich dergleichen Tiere in den Steingattungen selbst produzieren, indem die auch den Stein durchwaltenden Lebenskräfte sich ergreifen und als Intelligenzen sich natürlicherweise in einer Form ausbilden, nach der in sie vom Herrn gelegten Ordnung.

Ja, wenn ihr die Sache so recht beim scharfen Lichte betrachten würdet, so würdet ihr finden, dass alle Steine, ja das gesamte Wesen eurer Erde nichts als sich mächtig ergriffen habende Klumpen von lauter abgelegten tierischen Leibern oder Lebenslarven sind, und dass diese Lebenslarven noch immer einige, freilich wohl hart gebundene Grundlebenskraft in sich fassen, welche sich hier und da bei leichterem Flottwerden wieder ergreift, aus der leichteren sie umgebenden Materie sich in eine neue mitlebende Form ausbildet und dann in derselben sich eine Zeitlang aufhält zur mächtigeren Stärkung des ersten in dieser neuen Form sich ergriffen habenden Grundlebens.

Sehet, ein solches Wesen kann dann in solch einer Materie wohl existieren; bringet ihr es aber von da in die freie atmosphärische Luft, so wird es in wenigen Minuten dahin sein.“ (2.GS 57,10-12)

 

 

6. Die Selbstentzündung und -verbrennung von Menschen

 

Die 67 jährige Witwe Mary Reeser lebte in St. Petersburg in Florida allein in ihrer Wohnung. Am Morgen des 2. Juli 1951 traf ein Telegramm für sie ein. Ihre Hauswirtin, die im gleichen Haus wohnte, wollte es ihr bringen. Doch als sie den Türklopfer betätigte, war der so heiß, daß sie laut aufschrie. Sie rief nach Mrs. Reeser, aber sie bekam keine Antwort.

Die Wirtin sah sich nach Hilfe um und erblickte zwei Anstreicher, die gerade in der Nähe arbeiteten, lief zu ihnen hin und bat sie, die Wohnung aufzubrechen. Sie stemmten sich mit der Schulter gegen die Tür, so daß sie aufsprang. Die Wirtin und die zwei Männer taumelten unter einer Welle von glutofenheißer Luft zurück. Doch als sie kurz darauf vorsichtig in die Wohnung eindrangen, gab es keine großen Anzeichen von einer Feuersbrunst, wie sie es erwartet hatten. Alles, was sie sehen konnten, war eine schwache Flamme, die an der Scheidewand flackerte, welche die kleine Küche von der Wohnung trennte. Sie konnten sie leicht löschen und spähten um die Trennwand in die Küche.

Die Wirtin und die Anstreicher hatten vielleicht eine Überhitzung des Herdes erwartet, doch was sie da zu sehen bekamen, erfüllte sie mit Entsetzen. Sie erblickten die verkohlten Überreste von Frau Reeser und ein paar Sprungfedern von einem Sessel. Mrs. Reeser mußte in ihrem Armsessel gesessen haben, als sie verbrannte. Von dem Armsessel waren nur noch die Sprungfedern übriggeblieben und von der 85 Kilo schweren Frau ein paar bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Knochen, ein Schädel, der durch intensive Hitzeeinwirkung auf die Hälfte seiner Größe zusammengeschrumpft war, und ein einzelner unbeschädigter Hausschuh, in dem ein am Knöchel abgebrannter Fuß steckte. Plastikgegenstände in der Küche waren geschmolzen, und ein Spiegel war bei der Hitze geplatzt. Doch die einzigen anderen Anzeichen dafür, daß es einen Brand gegeben hatte, war eine kleine versengte Stelle und etwas Asche am Fußboden. Eine Zeitung, die daneben lag, war fast unversehrt.

Bei der Untersuchung, die zur Klärung des Todes von Mrs. Reeser eingeleitet wurde, bekannten die Experten, daß sie vor einem völligen Rätsel standen. Die Glut, die ihren Körper verzehrt hat, muß heißer gewesen sein als die 1400 Grad Celsius, die im städtischen Krematorium benötigt werden, um Leichen zu verbrennen. Dennoch hatte sich das Feuer nur wenige Zentimeter über den Körper der Frau hinaus ausgebreitet. Es ließ sich keine Brandursache feststellen. Und eine Vermutung der Polizei, Mrs. Reeser sei beim Rauchen eingeschlafen und habe ihre Kleidung in Brand gesetzt, stieß bei den Gerichtsmedizinern nur auf Gelächter.

Die Experten waren ratlos. Sie konnten sich dieses rätselhafte wissenschaftlichen Phänomene nicht erklären - die Selbstentzündung, bei der ein menschlicher Körper plötzlich in Flammen aufgeht, wobei die Kleider manchmal nicht einmal angesengt werden. Der ungeklärte Fall der Mrs. Reeser ist nur einer von vielen Fällen von Selbstentzündung.

Im Jahre 1880 befand sich der Arzt, Dr. B. H. Hartwell, unter mehreren Zeugen des Todes einer jungen Frau in Ayer, Massachusetts. Flammen brachen plötzlich an dem Rumpf und an den Beinen der Frau aus, sie sank zu Boden und kam in dem Feuer um.

In England starb 1919 ein zu seiner Zeit recht berühmter Autor, J. Temple Thurston, in seinem Haus in Kent. Sein Körper war von der Hüfte an abwärts gräßlich verbrannt. Das Untersuchungsergebnis lautete, er sei an Herzversagen gestorben. Doch niemand konnte erklären, wie mehr als sein halber Leib verbrennen konnte, obwohl es im ganzen Raum sonst keinerlei Anzeichen von einem Feuer gab und sein restlicher Körper unversehrt war, und wie sein Leib in den Kleidern verbrennen konnte, ohne sie auch nur anzusengen.

Im Jahre 1922 verbrannte Mrs. Euphemia Johnson, eine 68 jährige Witwe, in ihrem Heim in Sydenham, London, zu einem Haufen verrußter Knochen. Das Feuer, das ihren Körper verzehrt hatte, muß so heiß wie in einem Glutofen gewesen sein, dennoch war ihre Kleidung unversehrt.

In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts ereignete sich ein Fall in einem Club von Soho in London. Die neunzehnjährige Sekretärin, Maybelle Andrews war dort mit ihrem Freund zum Tanzen. Plötzlich schlugen Flammen aus ihrer Brust und ihrem Rücken und verzehrten sie innerhalb von wenigen Minuten, wobei sie allen Versuchen der anderen Tänzer, sie zu ersticken, widerstanden. Bei der Untersuchung konnte keine Lösung für ihren geheimnisvollen Tod vorgeschlagen werden. Ihr Freund, William Clifford, war wie erstarrt und sagte: „Die Flammen schienen aus ihrem Körper selbst hervorzubrechen.” Das Untersuchungsergebnis lautete: „Tod durch Unfall, verursacht von einem Feuer unbekannten Ursprungs.“

 

Ein weiterer Fall wurde 1938 gemeldet. Phyllis Newcombe, 22 Jahre alt, verließ gerade eine Tanzhalle in Chelmsford, Essex, als plötzlich blaue Flammen ihren Körper einhüllten. Innerhalb von Minuten schrumpfte sie zu einem Häuflein Asche zusammen. Der Untersuchungsrichter, der ihrem Tod nachging, sagte: „In meiner ganzen Laufbahn ist mir noch nie ein so merkwürdiger Fall vorgekommen wie dieser.”

Einen anderen Fall in England aus demselben Jahr hat der Biologe Ivan Sanderson untersucht, der die Gesellschaft zur Erforschung des Unerklärlichen in New Jersey gründete. Es handelte sich um den Fall von Mrs. Mary Carpenter, die an einem heißen Sommertag auf einem See der Norfolker Seenplatte eine Bootspartie machte. Plötzlich mußten ihr Mann und ihre Kinder voll Entsetzen mitansehen, wie sie in Flammen ausbrach und zu Asche zusammensank.

 

 

 

Charles Dickens beschrieb in seinem Roman „Bleakhaus“ eine Selbstentzündung

 

Zwei der am besten verbürgten Fälle von Selbstentzündung von Menschen in neuerer Zeit ereigneten sich in den Vereinigten Staaten. Der erste betraf Billy Peterson, der gerade in seinem geparkten Wagen in Detroit saß, als die Flammen sichtbar aus seinem Körper schlugen. Als Rettungsmänner seine verkohlte Leiche aus dem Auto zogen, entdeckten sie, daß die Hitze im Wageninnern so stark gewesen war, daß Teile des Armaturenbretts geschmolzen waren. Dennoch waren Billy Petersons Kleider nicht einmal angesengt.

Das zweite und gleichermaßen bemerkenswerte Beispiel dieses Phänomens ereignete sich am 5. Dezember 1966. Früh am Morgen begann Don Gosnell mit seiner Arbeit als Gasmann in Coundersport, Pennsylvania. Eines der ersten Häuser, die er aufsuchte, war das Heim von Dr. John Bentley, einem 92 jährigen Hausarzt im Ruhestand. Da Gosnell wußte, daß der alte Mann sich nur noch mit Hilfe eines Laufgestells fortbewegen konnte, war er nicht sonderlich überrascht, als niemand an der Tür erschien. Er machte sich selber auf und ging die Treppe hinab in den Keller, um den Gasstand abzulesen. Dort entdeckte er ein kleines, fein säuberliches Aschehäuflein am Boden. Gosnell wunderte sich zwar, wie es wohl dahingekommen sei, doch schaute er nicht zur Decke hinauf, an der er ein verrußtes Loch hätte entdecken können, durch welches die Asche gerieselt war.

 

Gosnell las den Stand des Gaszählers ab, ging zurück die Treppe hinauf und rief nach Dr. Bentley. Rauchspuren hingen in der Luft, und als Gosnell den Flur entlangging, um nachzusehen, roch er einen “seltsamen, süßlichen Geruch”. Er öffnete die Badezimmertür und wankte voller Entsetzen zurück. Das rußgeschwärzte Laufgestell des Arztes lag am Boden bei einem klaffenden Loch, dessen Rand vom Feuer verkohlt war. Ebenfalls am Boden lagen die übriggebliebenen Reste von Dr. Bentley - ein rechter Fuß, noch im Hausschuh, der über der Wade abgebrannt war.

 

Bei der nachfolgenden Untersuchung gab der Untersuchungsrichter als Ergebnis „Tod durch Ersticken und neunzigprozentiges Verbrennen des Leibes” zu Protokoll. Der einzige Kommentar, den er später abgeben sollte, lautete: „Das war die sonderbarste Sache, die du je gesehen hast.” (GGW Seite 158-162)

Der erste Fall, der aktenkundig wurde, führte dazu, daß erstmals eine Selbstverbrennung untersucht wurde. 1725 wurde in Frankreich dem Gastwirt Jean Millet aus Reims der Prozeß wegen Mordes gemacht. Millets Frau hatte der Affäre ihres Mannes mit einem jungen Schankmädchen kein Verständnis entgegengebracht. Eines Morgens wurde die Wirtsfrau tot aufgefunden, genauer gesagt einige kleine Teile von ihr, denn mehr als 90 Prozent ihres Körpers bestanden nur noch aus Asche. Seltsam war dabei, daß die unverbrannten Teile nicht einmal Brandspuren aufwiesen und die brennbaren Gegenstände in unmittelbarer Nähe nicht einmal Feuer gefangen hatten.

Nun wurde der Ehemann verdächtigt, seine Frau ermordet und verbrannt zu haben. Zum Glück für den zweifellos Unschuldigen nahm sich der junge Assistenzarzt Le Cat des Falles an und überzeugte das Gericht, daß kein Mord vorlag. Selbstverbrennung sei möglich, so führte er vor dem Gericht aus, wenn ein Mensch inwendig mit Alkohol getränkt wäre. Da die Tote dem Alkohol nicht abgeneigt war, wurde ihr Mann freigesprochen. Diese Hypothese galt seither als Erklärung für diese Fälle, und man glaubte noch bis ins 19. Jahrhundert hinein, daß die Selbstentzündung manchmal eine „himmlische Strafe“ für Trunksucht sei.

Einer der letzten Fälle der Selbstverbrennungen war der irische Pensionär Michael Faherty. Im Jahre 2010 wurde die verkohlte Leiche des 76-Jährigen auf dem Boden seines Wohnzimmers entdeckt. Die Spurensicherer fanden keine Zündquelle, die den Brand hätte verursachen können. Dem zuständigen Rechtsmediziner Ciarán McLoughlin muss wohl das Problem der Selbstverbrennungen schon bekannt gewesen sein, denn in seiner Diagnose schrieb er: „Der Tote ist Opfer einer spontanen Selbstentzündung geworden.“

Schon im Jahre1763 schrieb der Franzose Ionas Dupont in seinem Buch: „De Incendiis Corporis Humani Spontaneis“, auf Deutsch: „Die spontane Verbrennung des menschlichen Körpers“ über Menschen, deren Leib sich ohne ersichtlichen Grund entzündeten. Den Entdeckern bietet sich zumeist ein übereinstimmendes Bild: Die Opfer sind zu einem Haufen Asche verbrannt, bei dem oft ein nicht mitverbranntes Beinpaar liegt. In der Regel ist die Umgebung des Brandherdes unbeschadet.

Mittlerweile kennt man einige Hundert Fälle von Spontaneous Human Combustion, das heißt: Spontane Menschliche Selbstverbrennung“, denn so lautet die wissenschaftliche Bezeichnung oder abgekürzt SHC. Inzwischen weiß man, dass auch Menschen verbrennen können, ohne Alkohol getrunken zu haben. Man weiß auch, dass schon Teilverbrennungen vorgekommen sind, wobei die Person überlebte. Aber auch bei Verstorbenen ist das Phänomen schon aufgetreten. Über solche Brände „menschlicher Fackeln” ist seit Jahrhunderten diskutiert worden. Man hat keine Erklärung dafür, wieso Menschen schlagartig auflodern. Da muss sich in äußerst kurzer Zeit ein extrem heißes Feuer entwickeln und sehr rasch wieder erlöschen, da Brennbares in der Umgebung zumeist kein Feuer fängt. Manche der zur Unkenntlichkeit Verbrannten steckten sogar noch in völlig unversehrter Bekleidung. Brandspuren an der Zimmerdecke weisen gelegentlich darauf hin, dass sich SHC-Opfer buchstäblich in sonnenheiße Feuersäulen verwandelt haben müssen. Auf Hitzeleichen spezialisierte Pathologen standen und stehen vor einem Rätsel.

Inzwischen sind etliche Theorien entwickelt worden, und Wissenschaftler haben Versuche angestellt, um der Ursache auf den Grund zu kommen. Doch keine der Theorien kann überzeugen. Das Problem ist, dass der menschliche Körper einen Wasseranteil von über 60 Prozent besitzt und sich nur mit einer Flamme von großer Hitze in Brand setzen lässt. Eine heruntergefallene Zigarette, welche die Kleidung in Brand setzt, kann nicht zu solchen Brandleichen führen, wie sie bei Selbstentzündungen zu beobachten sind.

Der Gerichtsmediziner David Gee stellte eine Kerze aus menschlichem Körperfett her, hüllte sie in Menschenhaut ein, bekleidete sie mit Stoff und zündete sie schließlich an. Doch die Kerze brannte nur ganz normal, und sein Versuch, wie auch alle anderen Versuche, SHC experimentell zu wiederholen schlugen fehl, auch weitaus kompliziertere als der von Dr. Gee. (M2P, 4/2002, Seite 17+25)

Der britische Biologe Brian Ford vermutete, dass die Ursache im Köper selbst läge. Gerate der Stoffwechsel in den Zellen durcheinander, so könne ein biochemischer Prozess den brennbaren Stoff Azeton bilden. Der Funke einer elektrostatischen Entladung, wie sie durch Synthetikfasern entstehen, könne ausreichen, einen mit Azeton getränkten Körper in Brand zu setzen.

Der deutsche Kriminalbiologe B. ist mit der Azeton-Theorie gar nicht einverstanden. Bevor sich genügend Azeton gebildet hätte, um daran verbrennen zu können, wär man schon Jahre vorher gestorben, meinte er. Er selbst ist von der Docht-Theorie überzeugt. Wenn ein Docht in Form von Kleidung vorhanden wäre, würde der Körper Feuer fangen wie der Docht einer Kerze. Hätten sich die Flammen erst mal unter die Haut gefressen, würde das darunterliegende Fettgewebe schmelzen und die Kleidung durchtränken. In den USA fanden die Forscher heraus: Wenn sich genug Kleidung auf dem Leib befindet, züngeln kleine blaue Flammen bis zu sieben Stunden auf dem Körper, bis dieser zu Asche verbrannt ist. – Doch bei diesen Versuchen wurde der Leib von außen entzündet. Das stimmt aber nicht mit den direkt beobachteten spontanen Selbstentzündungen überein, bei denen die Flammen ohne äußere Entzündung aus dem Inneren des Leibes herausschossen und ihn nicht in sieben Stunden, sondern in kurzer Zeit verbrannten. (Sp. 43/2012, Seite 150)

Auch über die Selbstentzündungen und –verbrennungen hat uns Jesus nicht im Unklaren gelassen und sagt: „Es wird euch im Sommer öfter wohl recht lästig werden, wenn so in einem Zimmer recht viele Fliegen herumfliegen und euch belästigen, besonders wenn sie so recht zudringlich werden. Allein deswegen soll niemand dieses Tierchen schelten; denn eben an solchen Tagen verrichten sie einen sehr wichtigen kleinen Nebendienst, und zwar am allermeisten nützend den Menschen wie auch den Tieren des Hauses, welche der Mensch zu seinem Dienste verwendet. Ihr möchtet wohl schon recht gerne wissen, worin dieser nützliche Nebendienst besteht? Aber nur eine kleine Geduld, denn es gehört noch eine kleine Erinnerung voraus, – dann aber sollet ihr es auch alsogleich haben!

Sehet, Meine lieben Kindlein, an einem solchen sehr warmen Sommertage, besonders zu einer Zeit, so ihr irgend bemerket, daß das Quecksilber in der sogenannten Wetterröhre sehr nieder steht, werden zahllose Milliarden und Milliarden von atomischen Tierchen aus dem niederstehenden Äther in die atmosphärische Luft ausgeboren, denen zufolge ihr nicht selten die Luft also bläulich verdichtet ersehet, daß es euch schwer wird, auch nur einige Stunden entfernte Gegenden auszunehmen.

Wenn ihr da Atem holet, so spazieren bei solcher Gelegenheit allzeit mehrere Trillionen in euch. Obschon aber diese Tierchen so klein sind, daß ihr tausend Millionen auf einem Haufen noch gar nicht bemerken würdet, so macht aber dessenungeachtet die Summe von mehreren Dezillionen, die ein Mensch manchmal an einem solchen Tage einatmet, doch schon etwas so ziemlich Bedeutendes aus und könnte ganz vollkommen genügen – da diese Tierchen dem leiblichen Leben höchst gefährlich sind –, um den Menschen sodann plötzlich das naturmäßige Leben zu nehmen. Denn die dem naturmäßigen Leben unzuträgliche Beschaffenheit dieser Tierchen ist nahe das, was da ist die allervollkommenste sogenannte Blausäure.

Nun, solches wissen wir jetzt; was aber dabei die Fliege zu tun hat, solches wissen wir noch nicht. Allein eben das ist der schon früher besprochene Nebendienst dieser Tierchen, den ihr nach dieser Vorausschickung nun sogleich haben sollet.

Sehet, derjenige Teil dieser ‚atomischen Äthertierchen’, welche der Mensch einatmet, ist seiner Gesundheit gerade nicht der gefährlichste, weil er sobald von dem zu dieser Zeit ohnehin am nötigen Sauerstoff armen Blute begierig und wohldienlich aufgenommen wird; aber ganz anders verhält es sich mit demjenigen Teile, der sich an der äußeren Haut ansetzt und vorzüglich an denjenigen Stellen, wo die Poren zumeist offen stehen.

Wenn daselbst diese Tierchen eindringen, so nehmen sie gegen die vom Blute aufgenommenen einen positiven Charakter an. Solange dieser äußere Pol den inneren Pol nicht überwiegt, so lange ist auch keine Gefahr vorhanden, was z.B. bei einer mittleren Temperatur der Fall ist. Überwiegt aber dieser äußere Pol den inneren nur um ein Millionstel, dann besteht für das Leben auch schon die höchste Gefahr, da sich bei dieser Gelegenheit im Menschen eine Polverkehrung veranstalten könnte, was dann ebensogut wäre, als so jemand sich mit einer Nadel stechen möchte, die er zuvor getaucht hätte in die allerdichteste Blausäure.

Würde aber der äußere positive Pol plötzlich bis zu einem hundertsten Teile überwiegend gegen den inneren negativen Pol, sodann geschähe plötzlich eine sichtbare elektrische Entladung, durch welche der Mensch binnen wenigen Augenblicken also vernichtet werden möchte, daß da von seinem ganzen Leibe nichts als eine halbe Handvoll übelriechender Asche übrigbliebe.

Was den ersten Fall anbelangt, da sehet die Pestkrankheiten an; diese sind nichts als lauter solche Folgen. Was aber den zweiten Fall anbelangt, so kommt dieser wohl freilich seltener vor, aber gänzlich unerhört sind die sogenannten Selbstverbrennungen nicht, besonders in den südlichen Ländern.

Da wir nun solches wissen, so werfen wir denn einen Blick auf unsere kleinen Hausarbeiter und beobachten sie, was sie da tun. Sehet, unsere Fliege hat auch ein Augenpaar, welches für dieses Tierchen so groß ist, daß es nahe den siebenten Teil seines ganzen Wesens ausmacht. Ein jedes Auge für sich ist aber nicht etwa ein einzelnes Auge, sondern besteht wieder aus mehr denn tausend kleinen Augen. Diese Augen sind so ordnungsmäßig aneinandergereiht wie die Zellen eines Bienenstockes und laufen, ein jedes für sich kegelförmig zugespitzt, endlich alle auf einen gemeinsamen Sehpunkt zusammen und dienen auf diese Weise dem Tierchen als ein für euch unbegreiflich stark vergrößerndes Mikroskop, mit dessen Hilfe dann dieses Tierchen sogar jedes einzelne der vorerwähnten atomischen Tierchen sehen kann.

Zudem ist aber auch ihr Magen also eingerichtet, daß ihnen eben diese Tierchen eine Hauptnahrung geben. So dann eine oder die andere Fliege an der Haut des Menschen einen ganzen Klumpen vorerwähnter atomischer Tiere ersieht, so fliegt sie sobald dahin und gibt leichtlich nicht eher nach, als bis sie ihren Fund aufgezehrt hat.

Nebst den Augen aber hat dieses Tierchen auch noch ein Paar kleiner Fühlhörnchen, welche ihm statt der Nase dienen; und da es die Augen nur in kurzen Distanzen gebrauchen kann, so dienen ihm diese Fühlhörnchen oft auf sehr weite Distanzen, ja Ich sage euch: Es gibt einige Fliegen, die mittels dieser Fühlhörnchen irgendeine ihnen wohlschmeckende Nahrung stundenweit riechen.

Sehet nun, Meine lieben Kindlein, da haben wir ja schon wieder ein Wunder dieses Tierchens oder den besprochenen Nebenzweck seines Daseins!

Ist das nicht ein gar nützlicher Dienst dieses Tierchens? Ja, Ich sage euch, solches könnt ihr euch wohl merken: Wenn an irgendeinem Ort, besonders zur Sommerszeit, dieses Tierchen sich plötzlich verliert, dann könnet ihr solches auch als ein sicheres Zeichen annehmen, daß sodann Ich mit einer gewaltigen Zuchtrute nicht ferne bin!” (Fl. 4,2-15)

 

 

7. Steine und Eisblöcke, die vom Himmel fallen

 

Miriam Allen DeFord, eine amerikanische Schriftstellerin schrieb: „Im Jahre 1922 kam es in Chico, Kalifornien zu einer berühmten Serie von Steinfällen. Ich fuhr hin, um sie …zu untersuchen und sah selbst, wie ein Stein von irgendeinem unsichtbaren Punkt am Himmel herabfiel und weich vor meinen Füßen landete.“ (The Magazine of Fantasy and Science Fiction, Januar 1954)

 

Der Dhurmsalla-Meteorit, ein mit einer Eisschicht überzogener Stein, ging am 28. Juli 1860 nieder. Er sei „so intensiv kalt gewesen, daß Finger und Hände davon erstarrt“ seien. (Report of the British Association)

 

 

 

Meteorit: ein vom Himmel gefallener Stein

 

Wissenschaftler des 17. und 18. Jahrhunderts wie Lavoisier, Gassendi und andere befaßten sich mit Steinen, die vom Himmel gefallen sein sollten. Sie untersuchten sie und befragten Augenzeugen, ohne sich zu der Schlußfolgerung durchringen zu können, die das Beweismaterial nahelegte, nämlich, daß es Steine gibt, die vom Himmel auf die Erde fallen. „Am Himmel gibt es keine Steine, deshalb können keine Steine vom Himmel fallen“, erklärte Lavoisier der Akademie der Wissenschaften. Am 13. September 1768 fiel ein siebenpfündiger Stein mit lautem Knall in der Nähe der französischen Ortschaft Luce nieder. Lavoisier vernahm Augenzeugen, untersuchte den Stein und kam zu dem Schluß, er müsse irdischen Ursprunges sein und sei wahrscheinlich durch Blitzschlag hochgeschleudert worden. „Trotz des Glaubens der Alten“, schrieb er, „sind wahre Physiker in bezug auf die Existenz solcher Steine stets im Zweifel gewesen.“ Wären am 7. November 1492 wahre Physiker dabeigewesen, als bei Ensisheim ein gewaltiger Stein vor dem ganzen Heer Maximilians I. vom Himmel fiel, so hätten sie wohl ihren eigenen Augen nicht getraut. (WsvW Seite 40-43)

 

 

 

Meteoriteneinschlag in Mexiko

 

Erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Meteoritentheorie allgemein akzeptiert. Es wird geschätzt, daß jährlich etwa 20 000 Meteoriten auf die Erde fallen. Zum Teil können sie außerirdischen Ursprungs sein. Zur Hauptsache aber sind sie anderen Ursprungs, worauf uns Jesus in Seinem neuen Wort hinweist. Er sagt: „Ein Hauptkind der Erde, auf diese Weise gezeugt, ist der Mond, und zwar das älteste Kind dieses tellurischen Weibes.

Hat sie nicht mehrere ähnliche Kinder? – O ja, eine bedeutende Menge Kometen, die sich einesteils in dem weiten Ätherraume hinausgeboren kreisend befinden, teils aber sind solche Kinder, die von dieser Zeugung herrühren, die fast tagtäglich und zumeist um die Äquinoktialzeiten (Zeiten der Tag- und Nachtgleiche) nahe zahllos zum Vorschein kommenden sogenannten Sternschnuppen. Daß sie nichts anderes sind als kleine, von der Erde neu ausgeborene, kometähnliche Planetchen, beweist ihr allzeit elliptischer Lauf und ihre runde Gestalt, wenn sie der Erde so nahe kommen, daß die Menschen mit ihrem Auge ihren Durchmesser näher betrachten können. Diese Planetchen werden jedoch von der Erde, so wie alle ihre sonstigen Zeugungen, wieder aufgespeist, ähnlich der Fabel des Saturnus, der seine Kinder verschlang.

 

Woher und woraus werden denn diese Kinder dann von der Erde ausgeboren? – Die Erde hat eine zahllose Menge solcher Ausgeburtskanäle. Der Hauptausgeburtskanal auf der Erde jedoch befindet sich in der Mitte des stillen großen Weltozeans, nicht ferne vom Äquator, und zwar in der Gegend der Inselgruppe von den sogenannten Taiti und Otahaiti; von dort aus ward der Mond von der Erde geschieden, und noch nachträglich eine ziemliche Menge noch bestehender Kometen.

 

Das ist somit ein Hauptgeburtskanal der Erde. Andere Geburtskanäle sind eine Menge Seen, Sümpfe und Höhlen in den Bergen, aus denen nicht selten solche Planetchen in eine bedeutende Höhe durch eine polarische Kraft hinausgeschleudert werden. Da sie aber zu wenig Körper haben, so wird – durch die überwiegende polarische Kraft der Erde – ihr kleiner Reichtum von der entgegengesetzten Polarität verzehrt, und sie werden von der Erde wieder an sich gezogen, auf die sie dann bald als schlackenartige Massen, manchmal auch als Steine, herabfallen; als Steine kommen sie aber nur dann wieder herab, wenn sie vorerst im Ätherraume explodiert sind und dann als Teile des Ganzen herabstürzen.“ (EM 13,9-12)

Nicht nur Steine, sondern auch mehr oder weniger große Eisblöcke fallen vom Himmel. 1974 wurde der Wagen von Mr. Und Mrs. Wildsmith von einem vom Himmel herabgefallenen Eisbrocken demoliert. (GGW Seite 43)

 

 

 

Von einem Eisbrocken demoliertes Auto

 

Eine weitere Ursache herabfallender Steine und auch Eisbrocken ist das Bösartigwerden von Geistern, die zu Steinen verdichtet und auf diese Weise gefangengenommen werden. Jesus sagt: „Sehr arg Gesinnte (Geister) werden oft zu Steinen verdichtet und fallen als solche herab, wo es dann mit der Auflösung schon sehr bedeutend länger hergeht, als wenn diese Verdichtung bloß unter der Erscheinlichkeit obangeführter Meteore (in Form von Regen, Schnee und Hagel) in das materielle Dasein tritt. Manche werden aber selbst unter obiger Erscheinung lange gehalten, welche über hohen Gebirgen und besonders über den Polargegenden der Erde zum Falle gebracht werden; allein das müssen schon so ganz besonders bösgesinnte Geister sein, in denen viel Hochmut waltet, der natürlich schon Höllisches in sich trägt.“ (EM 32,6)

Wenn sich ein Unwetter zusammenbraut, können wir weiße und dunkle, schwarze Wolken beobachten. Die weißen Wolken sind Friedensgeister, die dunklen aber bösartig gesinnte Geister. Jesus sagt: „Wenn demnach die weißen Wolken sich samt und sämtlich über die schwarzen hinausgezogen haben, so breiten sie sich in der Höhe nicht selten gleich einem Netze viele Meilen weit nach allen Seiten mit Blitzesschnelligkeit aus und nehmen das gesamte arge Gesindel, wie ihr zu sagen pflegt, solo (einzeln) gefangen.

 

Wenn aber nun das arge Gesindel durch allerlei geistig-telegraphische Depeschen die Nachricht bis zum Throne (der Berg Großglockner) hin empfängt, dass die weißen Geister es allenthalben umzingelt und gefangen haben, so werden die Helden, welche sich schon über den Thron hergemacht haben, überaus ergrimmt über die List der weißen Geister. Sie fangen da an, alle ihre Truppen zu konzentrieren, um dadurch mit Gewalt wieder durch die weißen Massen zu brechen. Dieser Moment ist dann auch der Anfang des eigentlichen Kampfes.

 

Hier würdet ihr zuerst ein ungeheures Toben und Tosen in dieser schwarzen Wolkenmasse gewahren. Dieses Toben und Tosen rührt her von dem Sichaneinander-Drängen dieser Geister und von dem immer mehr und mehr Ergrimmtwerden; je mehr aber diese argen Geister sich abmühen, die oberen vernichtend zu durchbrechen, desto mehr auch werden sie von den oberen gedrückt.

Bei dieser Gelegenheit fangen dann die unteren Geister in ihrem Grimme sich zu entzünden an, und alsbald gibt's da eine so feurige Szene, daß nicht selten in einer Sekunde mehr denn tausend der heftigsten Blitze mit großem erderschütterndem Gekrach nach allen Seiten, wie auch nach oben und nach unten stürzen, und zwar nach allen Seiten, um die herabbohrenden weißen Massen zu töten, in die Höhe, um die Hauptanführer der weißen zu verderben, und in die Tiefe oder auf die Erde, um den Thron zu vernichten.

Sehet, das ist nun das erste Manöver! Aber wenn die Geister der weißen Wolken gewahren, daß den unteren feindlichen Rotten gewisserart die Munition ausgegangen ist, dann erfassen die weißen Geister plötzlich in allen Teilen die schwarzen und drängen sie so fest aneinander, wie fest da ist ein wirklicher Stein, und schleudern sie dann mit der größten Heftigkeit hinab auf die Erde, und natürlicherweise zum größten Teile auf die weitgedehnten Eisflächen des Thrones selbst, wie auch in weiteren Umkreisen, jedoch in kleineren Knoten, als Hagel in die Tiefen. Bei dieser Gelegenheit könnt ihr auch die Ursache dessen sehr leicht begreifen, warum – namentlich über die Eisfelder des Großglockners – nicht selten zentnerschwere Eismassen den Wolken entstürzen, und oft in solcher Dichtigkeit, daß da gewisserart ein Eisblock den andern vor sich hertreibt.“ (Gr. 6,13-17)

 

 

 

Von einem Eisbrocken demoliertes Auto

 

„Es ist freilich wohl schwer, sich vorzustellen, daß in so einem Regentropfen, in einer Schneeflocke, in einem Hagelkorne oder gar in einem Wölkchen ein oder mehrere Geister sollten gewisserart zusammengeknebelt und zusammengepreßt sein und in einem solchen Volumen irgend ein Gewicht bekommen, vermöge dessen sie leichtlich herabfallen oder herabgeworfen werden können; allein eine nähere Beschreibung wird euch die Sache ganz klarmachen und wird euch zeigen, wie die Sache möglich ist.

Ihr müsset euch nicht etwa denken, der Geist mit seiner Seele wird da etwa wie ein Bogen Papier zusammengeknetet, bis er endlich wie ein etwas ungeschicktes Kügelchen aussieht. Das ist mitnichten der Fall. Die menschliche Form des Geistes bleibt unversehrt, nur das Seelische, und eben auch nicht ihre Form, sondern ihre Spezifika werden in der Gegend des Herzens zusammengedrängt und kommen dann in dieser Zusammendrängung, je nachdem diese mehr oder weniger heftig ist, unter obgenannten meteorischen Gebilden in die Erscheinlichkeit.

 

Also müßt ihr euch nicht etwa vorstellen, daß in so einem Hagelkorne irgend ein ganzer Geist mit seiner Seele zusammengeknault herabfällt, sondern nur seine materiellen Wünsche. Diese (Wünsche) werden endlich wegen ihrer materiellen Sinnlichkeit von den Friedensgeistern zusammengedrängt und werden materiell und schwer. Da diese aber lebendiger Besitz des Geistes und seiner Seele sind, so wird der Geist mit seiner Seele selbst mit diesem seinem neugebildeten, materiellen Schwerpunkte dahin gezogen, wohin dieser ob seiner materiellen Eigenschaft seine notwendige Richtung nehmen muß.“ (EM 32,1-3)

 

„Diese Erscheinlichkeit rührt daher, weil solche Geister stets leidenschaftlicher und leidenschaftlicher werden, wodurch sie sich eben in dem Grade mehr und mehr materialisieren, je kombinierter und aneinandergedrängter in ihnen die bösen Leidenschaften aufsteigen; denn alle Materie ist am entferntesten und am weitesten von Mir und ist in sich nichts als der Abdruck der verkehrtesten Leidenschaft.

 

Wenn demnach ein Geist wieder von der Leidenschaftlichkeit seiner Seele gefangengenommen wird, so entfernt er sich von Mir; und je mehr er sich von Mir entfernt, desto plumper und materieller wird er, bis er endlich sogar auf der materiellen Welt unter irgend einer, seiner Leidenschaft entsprechenden materiellen Form sichtbar wird, wo er dann bald, zu schwer für diese zweite Region, wie ein gefangener, grobmaterieller Körper herabgeworfen wird durch seine eigene Schwere, die da gleich ist dem Willen der Friedensgeister, wie dieser gleich dem Meinen; denn Mein Wille ist die eigentliche Schwere aller Körper.“ (EM 31,7-8)

 

 

8. Geisterheere am Himmel

 

In alten Zeiten, bevor das Christentum in Nordeuropa Einzug hielt, da wußten die Menschen, daß die Götter und Helden aus Walhall sich gelegentlich am Himmel Schlachten lieferten. Da aber die Mythologie wohl kaum einen beweiskräftigen Wert über das wirkliche Erscheinen himmlischer Heere und Schlachten besitzt, so kann aber doch über die Aussagen vertrauenswürdiger Männer aus zurückliegenden Jahrhunderten kein Zweifel bestehen.

In den vergangenen Jahrhunderten wurden verhältnismäßig viele Schlachten am Himmel beobachtet und zwar jeweils nicht von einer Einzelperson, sondern von oftmals vielen Menschen gleichzeitig. Es war dazu kein zweites Gesicht vonnöten, denn praktisch alle Menschen, die sich in der Nähe eines Geisterheeres befanden, konnten es auch beobachten. Das führte dazu, diese Erscheinungen auf religiöse Massenhysterie zurückzuführen, aber diese psychologische Erklärung kann nicht für die zahlreichen Fälle gelten, in denen Phantomheere gesehen wurden, ohne daß die Zeugen in religiöser Beziehung beeinflußt gewesen wären.

 

 

 

„Die wilde Jagd“ (Geisterheer), ein Stich aus dem 19. Jahrhundert

 

Das Jahr 1642 erwies sich als besonders fruchtbar in bezug auf Phantomschlachten - und auf Broschüren, die darüber berichteten. Die British Library besitzt ein in London gedrucktes Exemplar, das über einen Kampf in den Lüften berichtet, der am 4. August 1642 um fünf Uhr nachmittags bei Aldeburgh stattfand, „wobei Trommelklang, Musketenschüsse sowie laute Kanonenschüsse über eine Stunde lang zu hören waren ...“, wie im Titel steht. Dort werden als Zeugen „viele ehrsame Männer“ angeführt, die bereit sind, vor führenden Mitgliedern des Unterhauses auszusagen und einen schweren Stein vorzuweisen, der während des Tumults vom Himmel gefallen war.

Eine weitere zeitgenössische Broschüre trägt den langen Titel „Ein großes Wunder am Himmel, nebst einer Beschreibung der vor kurzem gesehenen Erscheinungen, die von gewaltigem Kriegslärm begleitet waren, auf dem Edge Hill bei Keinton in Northamptonshire. 1642“. (WsvW, Seite 172-173)

 

In diesem Jahr führte Prinz Rupert im Bürgerkrieg die königlichen Truppen zum Kampf gegen Oliver Cromwell, dem Heerführer des Parlaments. Am Ende des Tages war das Feld von Toten und Sterbenden übersät, und beide Seiten bliesen zum Rückzug, um den Krieg später andernorts weiterzuführen. Dann drangen Meldungen nach London, daß die Schlacht immer wieder geschlagen würde – aber nun von Geistern. Schäfer hatten fünf Monate später die Wiederaufführung der Schlacht gesehen. König Karl I. sandte vier Offiziere hin, um der Sache nachzugehen. Sie berichteten, die Schäfer hätten ihre Herden gehütet, als sie Trommeln näherrücken hörten. Plötzlich waren am Himmel die Armeen aufgetaucht. Es wurden Musketen und Kanonen unter wehenden Fahnen abgefeuert und mehrere Stunden lang wütend miteinander gekämpft, bis sie um drei Uhr am Morgen wieder verschwanden. Am nächsten Tag hielten die Schäfer „mit allen ehrenwerten Bewohnern ihrer und der Nachbargemeinden“ Wache. Und alle waren sie verblüfft, als die Heere „mit demselben lauten Kriegslärm auftauchten und wieder mit ebensoviel Grausamkeit und Verbissenheit kämpften wie zuvor“.

 

Am folgenden Sonntag waren die Soldaten erneut wiedergekehrt, um vier Stunden lang „mit noch größerem Lärm“ zu kämpfen. Am nächsten Tag kämpften sie wieder. Und am folgenden Sonntag und Montag erneut. Die Offiziere haben die Schlachten sogar mit eigenen Augen gesehen und einige der Kämpfer von der wirklichen Schlacht her wiedererkannt und schilderten es in eidesstattlichen Aussagen. (GGW Seite 229-230)

Einundzwanzig Tage lang war über Mohammeds Grab ein Schauspiel am Himmel zu beobachten, das von Tausenden Menschen beobachtet wurde. Eine Lichtgestalt mit Schwert und Buch in den Händen schlug ein Moslemgeisterheer in die Flucht.

 

 

 

Holzschnitt von 1620: Eine Lichtgestalt schlägt ein Moslemgeisterheer in die Flucht.

 

Im Jahre 1785 marschierten im schlesischen Ujest Soldaten über den Himmel, während General von Cosel mit militärischen Ehren beigesetzt wurde. Einige Zeit später, als die Bestattung längst zu Ende war, wurden die Phantomsoldaten erneut gesehen.

 

Am 3. Mai 1848 wurde in Vienne in der Dauphiné eine Himmelsarmee von 20 Zeugen beobachtet. Am 30. Dezember 1850 erschienen Phantomsoldaten bei Banmouth am Himmel.

 

Etwa ab 1. August 1888 marschierten an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils mehrere Stunden lang bei Varasdin in Kroatien Infanteriedivisionen unter Führung eines Kommandeurs mit flammendem Schwert über den Himmel. (WsvW Seite 175-176)

Das immer wieder auftauchende Phänomen der Heere und Schlachten am Himmel ließ sich bald nicht mehr mit einheimischen Sagen und Mythologien deuten und es entstanden andere Erklärungen. Die Erscheinung eines Heeres am Himmel wurde als Vorbote einer künftigen Schlacht, als Gespenst einer längst geschlagenen, als Reflexion anderswo auf der Erde tatsächlich marschierender Soldaten, (Fata Morgana) als eine Funktion des zweiten Gesichts, als meteorologischer Zufall, als psychologische Projektion oder als Manöver außerirdischer Lebewesen gedeutet.

Keine dieser Theorien bietet eine wahrheitsgemäße Erklärung. Die Fata Morgana-Theorie läßt sich in dieser Art nicht aufrecht erhalten, weil es allzu oft zu gleicher Zeit kein Original gab, das widergespiegelt werden konnte, vor allem in Fällen, in denen die Soldaten historische Uniformen trugen. Die Erscheinungen waren aber auch keine originalgetreuen Abläufe historischer Schlachten. Sie waren auch keine Vorboten künftiger Schlachten, denn es wurden in absehbarer Zeit praktisch nie welche in der Gegend geschlagen. Das zweite Gesicht erklärte die Erscheinungen auch nicht, denn so viele Menschen, die gleichzeitig solch ein Heer gesehen hatten, können nicht das zweite Gesicht gehabt haben. die weiteren Erklärungen sind eher noch unwahrscheinlicher und kommen deswegen nicht in Betracht.

 

Für Menschen, die über die Verhältnisse des Jenseits schon manches wissen, bietet Jesus eine plausible Erklärung und sagt: „Ihr werdet schon öfter gehört haben, daß manche Menschen ganze Heere in der Luft und in den Wolken streitend erschaut haben. Sehet, solche Erscheinungen sind auch eine Art Fata Morgana, aber wohl eine der allerseltensten Art!

Sie geschehen auf folgende Weise: Wenn ihr hoch im Äther ganz selten weiße Lämmerwölkchen erblickt, unter diesen – freilich wohl in sehr weiter Entfernung – aber schon Gruppen der wohlbekannten schwarzen und dunklen Wolken, so erscheint das Bild der schwarzen Wolken auf den Lämmerwölkchen dunkel abgedruckt. Das ist der Anfang dieser Erscheinung. Wenn dann dieses einige Minuten lang währt, so kann ein aufmerksamer Beobachter auf diesem dunklen Abbild eine Menge wohlgeformter Wesen erblicken, entweder in der Gestalt mannigfacher wilder Tiere oder auch in der Gestalt von allerlei zum Kampfe gerüsteten und sich zum Kampfe übenden Kriegern.

 

 

Eine Armee am Himmel, französischer Stich aus dem 16. Jahrhundert

 

Hier werdet ihr fragen: ‚Wie bilden sich denn diese Formen auf der ruhigen Luftfläche ab?’ – Sehet, solches geschieht auf folgende Art: Wenn die Geister der unteren Wolken solche Ruhe über sich gewahren und darob auch keine Störung erleiden, so bilden sie sich aus der Substanz der Wolken, welche der bekannte naturmäßig-geistige Teil ist, förmlich Leiber in der Meinung, dadurch kräftiger und widerstandsvoller zu werden, verbergen sich aber dennoch vor den Augen der Menschen, damit diese ja nicht etwa bei ihrem Anblicke die Zuflucht zu Meinem Namen nehmen möchten. Aus diesem Grunde treiben sie solches Spiel auch nur auf der Oberfläche der Wolke und lassen den der Erde zugekehrten Teil der Wolke auch Wolke sein.

Sehet, wenn demnach über ihnen eine solche Ruhe der Oberfläche der Luft eingetreten ist, so wird auf derselben solches wesenhafte Treiben der argen Geister bildlich gesehen, weil diese Geister sich wirklich aus der Wolke und aus der sie umgebenden Luft eine Art Leib gebildet haben. Aber es nützt ihnen solche Handlungsweise gar nichts; denn je mehr sie sich also zu verwahren und festen suchen, desto tiefer werden sie von den oberen Friedensgeistern durchschaut und nach kurzem Zeitverlauf auch desto tüchtiger ergriffen und zur Erde herabgeworfen.“ (Gr. 8,17-21)

 

Die Erde gibt den Menschen noch weit mehr Rätsel auf, als nur diejenigen, von denen hier berichtet worden ist. Bei dem Erleben dieser Phänomene standen und stehen die Menschen vor einem Rätsel, denn die Beobachtungen passen nicht in ihr Weltbild. Manche haben aber versucht, das zu erklären, was für einen verstandesgeschulten Menschen nicht zu erklären ist, weil diese Phänomene zu geheimnisumwittert sind. Die Erklärungsversuche stimmten entweder nicht mit den Beobachtungen überein oder waren einfach unwahrscheinlich. Nirgends auf dieser Erde, von keinem Wissenschaftler, in keiner Lehre, in keinem Buch wird uns eine vernunft- und wahrheitsgemäße Erklärung gegeben, als nur in dem, was uns der Herr durch Jakob Lorber geoffenbart hat. Nur Derjenige, der Selbst der Schöpfer und Lenker aller dieser Erscheinungen und Vorgänge ist, kann uns über all das aufklären, was den Menschen ein unlösbares Rätsel ist.

 

 

   

Quellenverzeichnis

 

GEJ      Das große Evangelium Johannes, Jakob Lorber, 10 Bände

EM       Erde und Mond, Jakob Lorber, 1953

Fl.       Die Fliege, Jakob Lorber, 1979

Gr.       Der Großglockner, Jakob Lorber, 1979

          Lorber Verlag, 74321 Bietigheim-Bissingen

BB       Der Brückenbauer, Zürich

DEL       Die Evolutions-Lüge, Hans-Joachim Zillmer, LangenMüller, München

Sp.       Der Spiegel, Hamburg

GGW     Die größten Geheimnisse der Welt, J. Michell/R.J.M. Rickard,

          Econ Verlag, Düsseldorf, 1979

WsvW     Die Welt steckt voller Wunder, N. Blundell,

          Weltbild Verlag, Augsburg, 1996

GdE       Geheimnisse der Erde, Bechtermünz Verlag, Augsburg, 1997

P.M.      Peter Mosleitners Magazin, Gruner + Jahr AG & CO, München

M2P       Magazin 2000 Plus, Argo-Verlag, 87616 Marktoberdorf

 

                                                                                                                                                                  Gerd Kujoth

 

 

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