Der Tod des Leibes und das ewige Leben der Seele

 

Teil 1

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 1. Gibt es ein Leben nach dem Tod?

 2. Der Schaden an der Seele

 3. Das Gefühl des Sterbens und Weiterlebens

 4. Nicht der Leib, sondern die Seele hat das Leben

 5. Ist das Sterben schmerzhaft?

 6. Die Loslösung der Seele vom Körper

 7. Die Bestattung und Verwesung des Leibes

 8. Organtransplantation ja oder nein?

 9. Dürfen wir um die Toten trauern?

 10. Der Tod des Leibes und der Tod der Seele

  11. Die Auferstehung des Fleisches

 12. Die Komplettierung der Seele im Jenseits

 

 

 

 

 

1. Gibt es ein Leben nach dem Tod?

 

„Mit dem Tode ist alles aus!“ hört man immer wieder Menschen sagen, die nicht an Gott glauben; denn wer nicht an die Existenz eines Gottes glauben kann, der kann auch nicht an ein Weiterleben nach dem Tode glauben. Diese Menschen wollen nicht wahrhaben, dass sich Seele und Geist vom materiellen Leib trennen und weiterleben können. Sie glauben, dass der Mensch nur aus dem materiellen Leib bestehe, mit dem auch das Leben von Seele und Geist aufhöre, wenn er nicht mehr funktionstüchtig ist. Seele und Geist halten sie nur für Funktionen des Körpers, die mit dem Leibestode ebenfalls ihr Ende nehmen würden.

„Es ist noch kein Toter zurückgekehrt“, ist auch ein Spruch, den sie gerne verlauten lassen. Die biblischen Berichte von Totenerweckungen durch Jesus sind für sie Märchen. Die Visionen von Hellsehern, die Jenseitige gesehen und mit ihnen gesprochen haben, sind für sie Halluzinationen und die Erlebnisberichte aus dem Jenseits von wieder ins materielle Leben zurückgeholten Menschen sind für sie nur Träume.

Selbst Pfarrer wissen oft nicht, ob und wie es nach dem Tode weitergeht. Ein ehemaliger evangelisch reformierter Pfarrer, der mit 89 Jahren an der Schwelle zum Jenseits steht, antwortete auf die Frage, ob er glaube, dass nach dem Tod noch etwas komme: „Als Pfarrer habe ich viele Abdankungen (Trauerfeiern) gehalten. Bei den Predigten sagte ich immer: Ob es ein Jenseits gibt und wie es beschaffen ist, das weiß ich nicht. …Ich kann nicht recht glauben, dass wir als Individuen weiterexistieren. …Vielleicht löst sich unser Ego in der Ewigkeit Gottes auf.“ (BZ 3.4.2010)

Es ist schon bedauerlich, dass selbst Pfarrer oft nicht wissen, ob und wie es nach dem Tode weitergeht. Wenn sich mit dem Tod unser Ego in Gott auflösen würde, wenn also unsere individuelle Persönlichkeit ein Ende nehmen würde, dann würden wir umsonst leben, weil dann alle unsere Lebenserfahrungen, Sehnsüchte, Hoffnungen und Taten in Auslöschung endeten. Was hätte dann das Leben für einen Sinn?

„Meinst du wohl“, sagt Jesus, „dass von Gott aus die Menschen also verlassen sind, dass sie nun aus der Geisterwelt gar keine Kunde mehr erhielten? Oh, da irrst du dich sehr; aber die Menschen haben sich eigenwillig von Gott abgewandt, haben angefangen, in der Materie ihr alles zu suchen und allein dafür tätig zu sein, und haben sich also vom Geistigen ganz abgewandt. Was Wunder, wenn sie darum von den an sie abgesandten geistigen Bürgschaften über das Leben nach des Leibes völligem Tode nichts mehr wahrnehmen und eigentlich nichts mehr wahrnehmen wollen!

Wie oft sind von den Juden und Pharisäern solche Menschen, die mit den Geistern und mit den Engeln Gottes Zwiesprache gehalten haben, als freche Lügner zu Tode gesteinigt worden, da sie von einem sie mahnenden Geiste nichts hören und wissen wollten! Wenn aber gar viele hunderttausend Male also, was Wunder, dass dann ein jeder harmlose Seher innehielt und seine Gesichte und Überzeugungen für sich behielt?“ (6.GEJ 107,2-3)

Heute wird in der westlichen Welt Gott sei Dank niemand mehr dafür gesteinigt oder auf dem Scheiterhaufen verbrannt, wenn jemand ein Erlebnis im Jenseits oder eine ernsthafte Kundgabe aus dem Jenseits für wahr hält und öffentlich darüber redet. Er wird höchstens für einen Spinner oder Sektierer gehalten, und wer auf dieser Welt, die vom Materialismus beherrscht wird, etwas erreichen will, der darf das nicht verlauten lassen, denn selbst viele theologisch geschulte Menschen werden ihn dann nicht mehr für voll nehmen.

In der heutigen Zeit, in der die Ärzte immer wieder Menschen reanimieren (wiederbeleben) können, haben schon viele an das, was sie in der Zeit ihres Todes erlebten, die Erinnerung behalten. Sie standen da als Geist neben ihrem Leib, sahen ihn da liegen und haben nach ihrer Wiederbelebung alles genau berichten können, was um ihren Leib herum geschehen und gesprochen worden ist. Manche sahen in der Zeit, als sie sich außerhalb des Leibes befanden, Verwandte oder Freunde, die schon gestorben waren. Mit diesen konnten sie sich unterhalten, nicht aber mit den noch leiblich lebenden Menschen, denn diese konnten den außerhalb seines Leibes befindlichen Geist weder sehen noch hören. Die leiblich Lebenden konnten nur den toten Leib sehen, nicht aber den daneben stehenden oder in der Luft schwebenden Geist. Allein schon diese Erlebnisse sind ein Beweis für die Existenz einer vom Leib unabhängigen Seele, die nach dem Tod den Leib verlässt und weiterlebt.

Durch ein Erlebnis an der Schwelle vom Diesseits zum Jenseits wurde ein österreichischer General, der nicht an Gott und das Weiterleben nach dem Tode glaubte, unverhofft eines Besseren belehrt. Er lag schwer krank danieder und litt unsäglich. Die Agonie schien bereits begonnen zu haben. Anscheinend war er eine Weile nicht bei Bewußtsein, denn als er sich wieder bewusst wurde, sah er sich mitten im Zimmer stehen. Seinen Körper sah er im Bett liegen, und neben dem Bett nahm er seinen noch leiblich lebenden Bruder und den behandelnden Arzt wahr. Es erfüllte ihn mit Verwunderung und einem beseligenden Glücksgefühl, dass er sich kräftig, jünger und völlig gesund fühlte. Doch unvermutet empfand er einen furchtbaren Schmerz und fand sich in all dem Elend seiner Krankheit in seinem Bette wieder. Der Arzt hatte ihm eine Kampferinjektion mitten ins Herz gegeben. Der General schloss seinen Bericht mit den Worten: „Die Leute mögen reden, was ihnen beliebt, für mich ist das Problem des Todes gelöst, denn einen Tod gibt es gar nicht.“ (UdT Seite 5-6)

Die Eltern einer dreijährigen Tochter schilderten in beeindruckender und überzeugender Weise, wie ihre Tochter bei einem Badeunfall fast ertrunken wäre, aber wiederbelebt worden ist: Die Mutter ist ausgebildete Krankenschwester, der Familienvater und Ehemann ist Arzt in einer Klinik am Niederrhein. Die Familie besuchte ein Schwimmbad. Mit dabei war das jüngste Kind, die dreijährige Mara. Plötzlich verlor die Familie Mara für einige Minuten aus den Augen. Ein Badegast zog das leblos im Schwimmbecken treibende Kind aus dem Wasser. Mara gewann das Bewusstsein zurück, als es einen „Kuss“ spürt; es waren die Wiederbelebungsmaßnahmen des Vaters, der als Arzt seine Tochter wieder ins bewusste Leben zurückholte. Gott sei Dank ohne bleibende Schäden. Wenige Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus öffnete sich das Mädchen beim gemeinsamen Puzzle-Spiel unerwartet seinen Eltern: „Mama, warum hatten die Engel im Himmel keine Zeit für mich?“ Auf die erstaunte Rückfrage der Mutter, antwortete Mara: „Als ich im Himmel war, haben die Engel zu mir gesagt, Mara, was machst Du denn hier, wir haben noch gar keine Zeit für dich, geh’ wieder zurück.“ Und sie fährt fort: „Da ich nicht wusste, wie ich zurückkommen sollte, hat der liebe Gott mich an die Hand genommen und hat mich zu euch gebracht. Habt ihr Den nicht gesehen?“ Auf die Frage der Mutter, ob der liebe Gott denn etwas gesagt habe, antwortete Mara: „Zu mir nicht, aber zu Euch: ‚Hier habt ihr eure Mara wieder.’ Habt Ihr das denn nicht gehört?“

Ist dies nur eine traurig-schöne, sentimentale Geschichte ohne jeglichen Realitätsbezug, der lebhaften Phantasie eines Kleinkindes entsprungen oder gar ein Lügengespinst? Ich glaube, dass ein dreijähriges Kind wohl noch keine Lügengeschichten erzählen und kaum eine religiöse Phantasie entwickeln kann, wenn man weiß, dass die Familie gemischt konfessionell ist und ein religiöses Leben nur an den kirchlichen Feiertagen stattfindet. Das Mädchen hat also nicht jeden Tag etwas vom „lieben Gott“ oder von den Engeln gehört.

Solche Nahtoderlebnisse sind medizinisch gesehen ein Rätsel, denn schon 15 Sekunden nach dem Herzstillstand fallen die Hirnströme aus, die für ein körperliches Bewusstsein notwendig sind. Wissenschaftler sind zumeist nicht in der Lage, die Nahtoderlebnisse wahrheitsgemäß zu erklären. Sie denken nur materiell, so wie es ihnen im Studium beigebracht worden ist. Mit scheinbar sachlichen Worten deuten sie die Nahtoderlebnisse als Halluzinationen, Schizophrenie, Sauerstoffmangel des Gehirns, zu hohen Kohlendioxydgehalt im Blut, Nebenwirkungen von Narkosemitteln oder Wirkung körpereigener Substanzen. (Bb Seite 28)

Wie die meisten Wissenschaftler gehen auch die Theologen zumeist nicht über ihre einstudierte Theologie hinaus. So lehnt denn auch der Theologe Professor Hans Küng Erlebnisse an der Schwelle zum Jenseits als Beweis für ein Weiterleben nach dem Tode ab. Er schreibt in seinem Buch „Ewiges Leben?“, dass Menschen, die Sterbeerlebnisse hatten, dem wirklichen Tod zwar sehr nahe gewesen wären, irrtümlicherweise zu sterben meinten, schließlich aber doch nicht starben. Sie hätten zwar nahe an der Schwelle des Todes gestanden, hätten diese jedoch nirgendwo überschritten. Solche Sterbeerlebnisse würden über das Leben nach dem Tod nichts aussagen. Hans Küng sieht es sogar als eine Pflicht theologischer Wahrhaftigkeit an, darauf hinzuweisen, dass solche Sterbeerlebnisse für ein mögliches Leben nach dem Tod nichts beweisen würden; denn es gehe bei diesen Erlebnissen um die letzten fünf Minuten vor dem Tod und nicht um ein ewiges Leben nach dem Tod. Diese Übergangsminuten würden noch nicht über die Frage entscheiden, wohin der Sterbende gehen würde: hinein in ein Nichtsein – oder in ein neues Sein. (EL Seite 36)

Bei solch einer Meinung kann man sich doch die Frage stellen: Wenn jemand vor der Tür eines Hauses steht, ihm die Tür geöffnet, er begrüßt und hineingelassen wird, er dann die Schwelle überschreitet und sich in die naheliegenden Zimmer begibt, ihm dann gesagt wird, er könnte jetzt nicht bleiben, so mag es wohl Ignoranten geben, die seinen späteren Erzählungen von der Existenz des Hausinneren keinen Glauben schenken, aber er selbst und viele andere sind fest von der Realität des Hausinneren überzeugt, denn er kann das, was er sah und erlebte, erzählen. Er blieb nicht vor der Haustürschwelle (Schwelle zum Jenseits) stehen, sondern hatte sie bereits überschritten, ging aber wieder zurück. Der Körper war tot und die Seele hatte den Körper verlassen, ging bei manchen Erlebnissen durch einen Tunnel in die jenseitigen Bereiche, kehrte aber durch die Wiederbelebungsmaßnahmen wieder zurück.

Anders war es bei dem Amerikaner Robert A. Monroe, bei dem Herz und Atmung weiter funktionierten. Er war nicht besonders religiös und befasste sich weder mit östlichen Disziplinen noch mit Philosophie. Er stand mit beiden Beinen fest auf dem Boden der materiellen Erde, besaß mehrere Firmen und ahnte nicht einmal, dass es so etwas wie einen Austritt der Seele aus dem Körper geben könnte. Doch genau das trat bei ihm ein, ohne dass er es gesucht hatte. Es geschah nicht im Schlaf, sondern bei vollem Bewusstsein, so dass er den Vorgang nicht mit einem Traum abtun konnte. Es geschah, wenn er sich tagsüber hinlegte, um sich ein wenig zu entspannen – nicht jedes Mal, aber mehrmals in der Woche. Bevor er wusste, was geschah, schwebte er einige Meter über seinem Körper. Er hatte schreckliche Angst und meinte im Sterben zu liegen, kämpfte sich aber jedes Mal wieder in seinen Körper zurück. Schließlich nahm er an, Halluzinationen zu haben, hervorgerufen durch einen Hirntumor oder einer sich anbahnenden Geisteskrankheit. Er konnte mit niemandem darüber sprechen, anfangs nicht einmal mit seiner Frau. Er suchte einen Arzt auf, der ihn nach gründlichen Untersuchungen für völlig gesund befand. Schließlich fand er den Mut, mit einem Psychiater und einem Psychologen zu sprechen, mit denen er befreundet war. Der erste versicherte ihm, dass er ihn gut genug kenne und er nicht psychotisch sei. Der andere riet ihm, zu einem Guru nach Indien zu gehen. Das aber war ihm völlig fremd, denn er fühlte sich der westlichen Kultur verbunden, die er bewunderte und respektierte. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als selbst den Dingen auf den Grund zu gehen und war sich sicher, die Antworten nicht in einem indischen Ashram zu finden. Ganz langsam lernte er, den Vorgang zu beherrschen und merkte, dass er sich, wenn er sich außerhalb seines Körpers befand, den er ohne Bewusstsein auf dem Bett liegen sah, mit seinen Gedanken und seinem Willen steuern konnte. Nach und nach wagte er, außerkörperliche Reisen zu unternehmen, die er sorgfältig protokollierte. Angesichts dieser Erfahrungen ging seine Angst bald zurück und er konnte nach einem Jahr den außerkörperlichen Zustand seines Ichs akzeptieren. dass er dann auch anderen Geistern, wie seinem Schutzgeist oder vor kurzem Verstorbenen begegnete und er manche interessante Erlebnisse hatte, läßt sich leicht denken. (ÜSI Seite 10-12)

Der südkoreanische Pastor Yonggi Cho, der als junger Mann zum christlichen Glauben kam und später eine eigene Gemeinde gründete, erzählte, als er in der Schweiz predigte, ein interessantes Sterbeerlebnis: ‚In meiner Gemeinde habe ich 123 Kopastoren, und mein leitender Kopastor heißt King. Er ist etwa 60 Jahre alt. Einmal war er tot, und der Totenschein wurde ausgestellt. Während drei Tagen war er schon tot. Am vierten Tag, als wir bereit waren, ihn zu beerdigen, wurde er plötzlich wieder lebendig. Er ist jetzt mein Mitarbeiter. Ich sage euch die Wahrheit und kann keine Lügengeschichte erzählen. Eines Tages arbeitete ich in unserem Büro, und Herr King arbeitete im Süden des Landes. Da empfing ich ein Telegramm. Als ich das Telegramm öffnete, da hieß es darin: „Samuel King ist gestorben. Organisiere bitte die Beerdigungsfeier und die Überführung.“ Wir ließen ihn nach Seoul bringen und gingen zur Beerdigungsfeier. Der Arzt kam, untersuchte ihn und sagte: „Er ist an einem akuten Herzanfall gestorben.“ Als die Leute ihn in den Sarg legen wollten, da kam sein Bruder zu uns. Er war ein guter Christ und sagte: „Ich fühle, dass mein Bruder wieder lebendig wird.“ Er gestattete nicht, dass unsere Leute ihn beerdigten. Da haben sie einen zweiten Tag gewartet, einen dritten und einen vierten Tag. „O nein, er wird nicht wieder lebendig, wir müssen ihn jetzt beerdigen.“ Als sie ihn gerade in den Sarg gelegt hatten, da kam er plötzlich zum Leben, und all die Prediger liefen vor Schreck weg. Samuel King hat sich in seinem Sarg aufgesetzt, und er hat ihnen zugerufen: „Kommt her!“ Aber die Prediger sagten zu mir: „Geh du zuerst hin.“ Er wurde wieder lebendig, und er erzählte mir die folgende Geschichte:

Seine Frau war eine Woche vor ihm gestorben, und sein Herz war gebrochen. So saß er da und betete vor Gott. Doch fiel er in eine große Traurigkeit und weinte und weinte. Plötzlich fühlte er, wie ihn ein starker Schmerz durchdrang. Da griff er an sein Herz, fiel auf den Boden und es wurde ihm schwarz vor seinen Augen. Im nächsten Moment sah er, wie er neben seinem Leib stand. Da wurde er sehr verwirrt. Er sagte zu sich selbst: „Was tue ich hier? Mein Leib liegt da und ich stehe hier. Warum bin ich getrennt?“ Da kam ihm der Gedanke: „Bin ich gestorben? Ja, ich muss wohl gestorben sein. Da liegt doch mein Leib, aber ich stehe hier. Das muss der Tod sein.“

Als er zum Himmel emporblickte, da sah er, wie zwei Sterne zu ihm herniederkamen. Als diese Sterne in seiner Nähe waren, da sah er, dass sie Engel waren. Ein Engel stellte sich an seine Seite und brachte ihn in den Himmel. Und er kam in ein neues Universum, das so hell und so leuchtend war. Als er durch das Neue Jerusalem ging, da standen viele Engel und Heilige an den Straßenrändern, die in die Hände klatschten und riefen: „Halleluja.“ Da schritt auf einmal Jesus Christus an seiner Seite, und Samuel sagte zu Ihm: „Ich möchte meine Frau sehen.“ „Natürlich kannst du sie sehen“, sagte Jesus. Da führte ihn Jesus an eine Stelle, wo viele Häuser waren. Und als er vor einem herrlichen Haus stand, da wurde die Tür geöffnet und eine wunderschöne Person kam heraus. Diese Person war sehr schön, und Jesus sagte: „Das war deine frühere Frau.“ Er konnte sie kaum wiedererkennen, denn seine Frau war auf Erden sehr häßlich und unansehnlich gewesen. Aber er sagte: „Sie war dort wunderschön.“ Sie streckte ihre Hand aus und sagte: „Willkommen, Bruder. Gott segne dich.“ Sie sagte nicht: „Willkommen, mein Lieber.“ Sie waren nun Bruder und Schwester. Sie begannen zu sprechen, und sie sagte: „Bruder, wenn du zurückgehst auf die Erde, sag unseren Kindern, dass ihre irdische Mutter ganz lebendig im Himmel ist, und dass sie jeden Tag zu Jesus betet, dass sie auch sicher oben ankommen.“ Er sprach und redete mit ihr, bis Jesus sagte: „Du kannst nicht die ganze Zeit hier verbringen. So viele Dinge sind hier zu sehen. Komm weiter.“ Er sagte ihr auf Wiedersehen.

Dann zeigte ihm Jesus noch manches von der Stadt. Schließlich fragte er Jesus: „Kannst Du mir auch mein Haus zeigen?“ „Ja natürlich, Ich werde es dir zeigen.“ Jesus führte ihn zu seinem Haus, und da sah er, dass das Dach seines Hauses noch nicht fertig war, aber das Zeichen seines Namens war am Haus angebracht. Er fragte: „Warum ist mein Dach noch nicht fertig?“ Jesus sagte: „Ich warte auf das Material, dass es herkommt.“ „Von wo empfängst Du denn das Material?“, fragte Samuel. „Von der Erde. Die guten Werke, die du getan hast, die kommen als Material herauf. Wenn ich den Platz mit deinem Haus vollendet habe, dann werde Ich wiederum meine Engel senden, und ich werde dich wieder hierherholen.“ Im nächsten Moment wandte sich Jesus zu ihm. „Du musst augenblicklich zurückgehen. Es sind Freunde dort, die dich beerdigen wollen, und wenn du zu spät kommst, dann hast du keinen Leib mehr, in den du hineinschlüpfen kannst.“ Dann rief Er den Engeln zu: „Nehmt ihn und bringt ihn schnell zurück!“ Als sie hinausliefen, rief ihm jemand nach: „Warte, warte!“ Als er sich umwandte, kam Abraham angelaufen und sagte zu ihm: „Mein Sohn, du wirst zurückgehen auf die Erde. Viele meiner Kinder sterben auf der Erde. Bringe ihnen Jesus und laß sie errettet werden. Laß sie alle zu diesem Ort kommen und predige zu ihnen voll Glauben.“ Da nahmen ihn die Engel und eilten mit ihm fort. Als sie durch das Dach kamen, in den Saal hinein, da sah er, wie sie seinen Leib in den Sarg legten. Da sagte der Engel zu ihm: „Spring schnell hinein!“ Er ist in seinen Leib hineingesprungen und wurde wieder lebendig.

Ja, er lebt jetzt noch. Er ist mein Mitarbeiter. Er ist ein sehr guter Prediger. Er ist so wahrhaftig, fast so wie ein Engel. Ich habe euch die Wahrheit gesagt. Während drei Tagen war er tot, und der Arzt hatte das Todeszeugnis schon ausgestellt. Am vierten Tag ist er wieder aus dem Sarg aufgestanden. Da gibt es einen Himmel und eine Hölle.‘ (Predigt in Basel am 16.9.1979)

Zu einer Indianerin in den USA, die von einem Auto angefahren wurde und ohne Besinnung war, kam ihr Vater und sagte ihr, dass er soeben gestorben sei. Sie erzählte es, als sie wieder zu sich kam. Da sich die Indianerin ca. 1000 km weit von ihrem Vater entfernt befand, hatte sie von seinem Tode noch nichts erfahren. Es stellte sich heraus, dass ihr Vater eine Stunde zuvor gestorben war. (ÜTL Seite 67) Dieses Erlebnis ist ein deutlicher Beweis für die Existenz einer Seele und deren Fortleben nach dem Tode und kann nicht einfach mit fadenscheinigen Argumenten wie Halluzination oder Sauerstoffmangel, abgetan werden.

Im „Großen Evangelium“ sagt Jesus: „dass aber aller Menschen Seelen, ob gute oder böse, nach des Leibes Tode fortleben, davon haben bei allen Völkern der Erde gewisse mehr in sich gekehrte Menschen mehr als viele tausendmal Tausende von allersprechendsten und überzeugendsten Beispielen erlebt, indem sie mit den Seelen der leiblich Verstorbenen oft sogar jahrelangen Verkehr und belehrenden Umgang hatten.

So aber pure und ganz materielle Weltmenschen daran nicht glauben aus dem Grunde, weil ihnen noch nie etwas Ähnliches zu Gesichte gekommen sei, kann da etwa auch Gott die Schuld gegeben werden? Diese Weltmenschen suchen das ja nie, und so finden sie es auch nicht; die es aber suchen, die finden es auch unter allen Völkern der Erde.

Sieh, diese Römer hatten Mir Selbst von solchen Erscheinungen erzählt, die sie selbst erlebt haben! Sind sie darum unwahr für dich, weil du noch nichts Ähnliches gesehen und wahrgenommen hast?“ (8.GEJ 129,1-3)

Ein Mann, der vor fünf Jahren seine Tochter unter tragischen Umständen verloren hatte, konnte mit seiner Trauer nicht fertig werden. Doch dann wachte er eines Nachts plötzlich auf und sah seine Tochter neben dem Bett stehen. Es war ihm, als wäre sie wie früher nach Hause gekommen und wäre, wenn es spät geworden war, nur noch mal ins Zimmer gekommen, um „hallo“ zu sagen. Von der Straße her fiel Licht durch das Fenster und er konnte sie gut sehen. Sie sah wunderschön aus und strahlte und leuchtete. Sie sagte, ich müsse mich beruhigen, es gehe ihr gut und alles sei gut. Der Tod sei ganz und gar nicht so, wie er denken würde. Sie sah glücklich aus und lächelte. Immer wieder sagte sie: „Sei ganz ruhig. Ich kann nicht lange hierbleiben, aber es gibt nichts, worüber du dir Sorgen machen musst. Mir geht es gut.“ Und nach einem „Lebe wohl!“ war sie verschwunden. (BS, Seite 144) Der Mann ist überzeugt, nicht geträumt, sondern hellwach gewesen zu sein und wirklich seine Tochter gesehen zu haben. Er empfindet nun weniger Trauer und ist überzeugt, sie eines Tages wiederzusehen.

Ein Medizinalrat berichtete folgendes Erlebnis: „Zwei junge gebildete Damen in Göttingen, die Doktorin P. und Frau W., die sich nur dem Ansehen nach kannten, litten beide an der Schwindsucht und erkundigten sich oft bei mir, der ich ihr beiderseitiger Arzt war, nach ihrem gegenseitigen Befinden, ohne dass ich der einen sagte, wie es mit der anderen stände. Bei Frau W. rückte die Krankheit rascher vorwärts, und die junge Frau wurde schon bettlägerig, als die Doktorin P. sich noch aufrecht hielt. Dennoch wurde ich in einer Nacht um zwei Uhr eiligst zu der letzteren gerufen, und als ich bei ihr eintrat, hauchte sie infolge eines Lungenschlages gerade ihre letzten Atemzüge aus. Nach einer halben Stunde ging ich wieder fort. Unterwegs aber fiel mir ein, auch zu Frau W. zu gehen, um zu sehen, wie es mit ihr stünde. Am Hause machte ich mein gewöhnliches Zeichen, auf welches mir schon öfters nachts geöffnet worden war, und diesmal kam mir die Mutter selbst ganz erschrocken entgegen und teilte mir vor dem Krankenzimmer mit, dass ihre Tochter vor einer halben Stunde eine erschütternde Erscheinung gehabt habe. Die Kranke habe sich nämlich, aus leichtem Schlummer erwachend, aufgerichtet und gerufen: Die Doktorin P. sei soeben gestorben und ihr in einer ganz verklärten Gestalt erschienen. Sie habe ihr freundlich zugewinkt und ihr mitgeteilt, dass auch sie an demselben Tage noch sterben und mit ihr kommen werde. Auch sie selbst erzählte mir ihre Vision mit denselben Worten. Aber von demselben Augenblick an wurde sie schwächer und starb noch am selben Tage. Der Zeitpunkt der Vision fiel nach meiner Berechnung wohl ziemlich zusammen mit dem Augenblick des Todes der Frau Doktorin P., von dem außer ihren Hausgenossen und mir noch kein Mensch in der Stadt Kunde haben konnte.“ (UdT Seite17)

Auch dieser Erlebnisbericht ist der Beweis dafür, dass es sich hier nicht um eine Halluzination, sondern um eine echte Erscheinung einer verstorbenen Person handelte, denn Frau W. hatte von dem Tod der Doktorin P. noch nichts wissen können. Noch viele ähnliche Erlebnisse könnten berichtet werden, doch sollen diese für die Vielen stehen.

 

 

 

2. Der Schaden an der Seele

 

Manche Menschen wollen sich nicht festlegen und sagen: „Ob es einen Gott gibt und ob ich nach dem Tode weiterlebe, weiß ich nicht. Ich brauche das jetzt auch nicht zu wissen, denn wenn ich sehe, dass ich nach dem Tode weiterlebe, dann ist das für mich eine neue Situation, auf die ich mich dann immer noch einstellen kann.“

Mit solchem Denken machen sich diese Menschen ein ruhiges Gewissen. Da brauchen sie nicht dem Sinn des Lebens nachzuforschen und können sich ihr Erdenleben sehr bequem einrichten, ohne sich um den Willen Gottes kümmern zu müssen. Ganz so einfach ist es aber nicht, denn mit dieser Einstellung kann man sich für das Leben nach dem Tode erhebliche Nachteile einhandeln.

„Menschen, die sehr am irdischen Leben hängen“, sagt Jesus, „und bei denen alle ihre Sorge auf dasselbe gerichtet ist, haben schon während ihres kurzen Erdlebens sehr viel zu leiden, werden oft seelisch und bald darauf sicher auch fleischlich krank und sehr elend, und vor dem Scheiden aus dem Leibe haben sie stets mit oft unerträglichen Schmerzen zu kämpfen und scheiden in einem höchsten, alles betäubenden Schmerze aus dem Leibe, der gar oft nach der Löse vom Leibe einen langwährenden Nachhall findet, besonders bei jenen Seelen, denen es auf der Welt in ihren Leibern so recht wohl und behaglich erging.“ (2.GEJ 226,5)

Äußerst materielle, die Welt und sich selbst über alles liebende Menschen glauben zumeist an gar keinen Gott und leugnen darum auch die Unsterblichkeit der menschlichen Seele völlig ab. Sie schelten jeden einen Narren, der irgend an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele glaubt. Das sei nichts als ein wahnsinniges Phantasiebild eines schwachhirnigen Menschen, das er auch noch durch leere Reden beweisen wolle. (6.GEJ 68,5) Menschen, die so sprechen, haben sich bereits einen großen Schaden an ihrer Seele zugezogen. Wie sie auf Erden nicht zu einer besseren geistigen Ansicht gebracht werden konnten, so nehmen sie auch im Jenseits nichts Geistiges an und halten lange Zeiten an ihrer materiellen Einstellung fest.

Einem Römer, ließ Jesus seinen verstorbenen Vater erscheinen. Der Sohn erkannte sogleich seinen Vater und sagte zu ihm: „Also lebst du wirklich nach dem Tode deines Leibes fort?“

Sagte der Vater: „Du glaubst wohl nun, weil ich dir also zu erscheinen durch die Macht Dessen, der bei dir ist, genötigt worden bin, und du siehst mich nun, weil dir Dieser deine innere Sehe eröffnet hat; warum glaubtest denn du deiner noch lebenden Mutter und deinen drei Geschwistern nicht, die mich bald nach meinem Hintritt gesehen und gesprochen haben und ich ihnen mit kurzen Worten eröffnete, dass es mit dem Leben der Seele nach dem Tode des Leibes ganz anders aussieht, als die Menschen in diesem kurzen Erdenleben davon, so oder so, urteilen?

Am übelsten für diese kurze Lebenszeit sind diejenigen daran, die an ein Fortleben der Seele nach dem Abfalle des Leibes gar nicht glauben; denn sie behalten den Glauben, den sie von hier mitgenommen haben, jenseits noch lange fort und erwarten noch immer die ewige Vernichtung, die aber nimmer erfolgen kann und will.

Und infolge solch ihres Irrglaubens sind sie auch faul und träge, für ihr jenseitiges Weiterkommen etwas zu unternehmen, und so leben sie jenseits noch – wie ich solches schon erfahren habe – oft ein paar tausend Jahre hindurch und lassen sich von ihrem unsinnigen Glauben selbst durch die lichtesten Geister nicht abwendig machen. Siehe daher du, mein Sohn, zu, dass du nicht in einem solchen Irrglauben aus der Welt scheidest!“ (10.GEJ 173,5-7) 

Der Mensch begeht den Fehler, das Erdenleben als das Hauptleben oder sogar als das einzige Leben und nicht als das Anfangs- oder Bewährungsleben seiner Existenz zu betrachten. Als in Wirklichkeit geistiges Wesen sollte er schon auf Erden lernen, alle Dinge vom Geistigen her zu betrachten, damit es ihm nach dem irdischen Tod besser geht, ebenso wie ein Schuljunge fleißig lernen sollte, damit er später auf der Universität studieren kann, um dann ein besseres Leben führen zu können, als wenn er nur ein Hilfsarbeiter geworden wäre. (1.RidU Seite 33)

„Darum muss der Mensch dieses Leibesleben ja allein nur dazu benutzen“, sagt Jesus, „dass er dadurch das ewige Leben der Seele gewinnt. Benutzt ein Mensch sein Leibesleben nicht vor allem dazu, so ist er selbst schuld daran, wenn er das Leben seiner Seele verwirkt oder es mindestens so weit schwächt, dass sie hernach jenseits oft eine überaus lange Zeit zu tun hat, um sich so weit zu sammeln, dass sie dann in ein nur etwas helleres und besseres Geistleben überzugehen imstande ist. Denn solange eine Seele noch mit einiger Liebe an ihrem Leibesleben und seinen Vorteilen hängt, kann sie… nicht ins wahre Reich Gottes eingehen, weil darin kein Atom von etwas Materiellem bestehen kann.“ (6.GEJ 162,11)

Das irdische Leben findet seine Fortsetzung im Jenseits, wo die Verhältnisse anders sind als auf der Erde und ein Mensch, der sich auf Erden nicht um die Ausbildung seines geistigen Lebens kümmerte, findet sich oft lange Zeiten im Jenseits nicht zurecht. Religiöse Glaubensüberzeugungen sind dort zweitrangig und soweit sie falsch sind, was überwiegend der Fall ist, sind sie nur Hindernisse für den geistigen Fortschritt und müssen auf mühsame Weise von den fortgeschrittenen Geistern und Engeln korrigiert werden. Im Jenseits herrschen nur die geistigen Gesetze. Das sind die Gesetze der Demut und der Gottes- und Nächstenliebe. Diese gelten auf Erden zwar auch, werden hier aber von den Materiegesetzen überlagert; denn hier auf der Erde haben wir es zunächst mit der Materie zu tun. Da müssen als erstes die materiellen Bedürfnisse wie Essen, Trinken, Kleiden und Wohnen befriedigt werden, bevor an die Ausbildung des geistigen Lebens herangegangen werden kann. Über den materiellen Bedürfnissen des Leibes hinaus werden aber im irdischen Leben die Bedürfnisse für Seele und Geist zumeist als unwichtig oder nicht existent betrachtet.

Jesus sagt: „In dieser Welt drücken sie (die Zweifel an ein Weiterleben der Seele) euch weniger, weil ihr euch mit allen Dingen der Welt gar gut zu trösten verstehet; aber wenn eure Seelen bald ohne die irdischen Leiber sich in der eigenen, aus ihnen hervorgehenden geistigen Weltsphäre befinden werden ohne Liebe und ohne Licht in sich, – wie wird es ihnen dann ergehen?!“ (7.GEJ 190,6)

Wir haben Gottes Gebote ohne Muss erhalten und es wird niemand gezwungen, sie zu beachten oder nicht zu beachten. Wegen der vollsten Lebensfreiheit hält sich Gott mit Seiner Allmacht ferne von den Menschen, aber Er möchte, dass sich die Menschen glaubens- und vertrauensvoll an Ihn wenden, Ihn lieben über alles und den Nebenmenschen wie sich selbst. Das ist auch so im Jenseits. Auch dort herrscht die vollste Freiheit und die Engel Gottes erscheinen den verstorbenen Seelen nicht in ihrem vollsten Glanze, sondern wie eine ihnen gleichartige Seele, denn sonst wäre das bereits ein Glaubenszwang.

Hier auf Erden haben wir von Gott aus alles bekommen, um damit unseren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Wir haben die Sonne, den Regen, den Wind, den Erdboden, die Pflanzen mit den Samen, die Tiere und können uns Werkzeuge herstellen. Im Jenseits aber muss eine jede Seele aus sich schöpfen, das heißt aus ihrer eigenen Weisheit und aus ihrem Willen, was sie zum ewigen Lebensunterhalt benötigen wird. Wer sich nicht schon hier auf Erden durch die Befolgung der Gebote Gottes die geistigen Schätze zum Lebensunterhalt für das Jenseits erwirbt, der ist dort arm dran, denn er hat auf Erden nicht gelernt, wie man sich diese erwirbt und nimmt auch die Ratschläge von den besseren Geistern und Engeln oft nicht an. Was wird dann eine blinde, finstere und an inneren, geistigen Schätzen völlig arme Seele im Jenseits anfangen? (8.GEJ 9,7-9)

Menschen, die sich nur darum kümmern, wie sie ihr irdisches Leben fristen können und ihre Seele noch mehr mit der Materie verbinden, indem sie sich möglichst viel Genuss und Vergnügen bereiten und im Beruf nach einer höheren Stellung streben, um möglichst viel Geld, Besitz und Macht zu bekommen, sich gar nicht um das Wohlergehen ihrer Nächsten kümmern und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, das sind an geistigen Schätzen arme Menschen. Das sind Weltmenschen, weil sie nur materielle Dinge im Sinn haben. Denen geht es auf dieser Welt wohl zumeist sehr gut, aber dafür im Jenseits umso schlechter. „Was nützte es dem Menschen“, sagt Jesus, „so er mit diesem Erdenleben die ganze Welt gewönne, aber Schaden litte an seiner Seele? Was kann ein solcher Mensch dann geben, seine Seele (wieder von der Materie) zu lösen?“ (6.GEJ 162,11) –

Solch ein Mensch kann gar nichts geben, weil er sich nichts Geistiges erworben hat. Nur mit äußerster Mühe von Seiten der besseren Geister und Engel kann mit ihm nach und nach ein geringer geistiger Fortschritt erzielt werden. Darum soll der Mensch sein Erdenleben nur dazu benutzen, dass er dadurch das ewige Leben der Seele gewinnt.

 

 

 

3. Das Gefühl des Sterbens und Weiterlebens

 

Manche Menschen, denen es auf der Erde sehr gut ergeht und die sehr an ihrem irdischen Leben hängen, würden nur allzu gern ewig in ihrem fleischlichen Körper weiterleben. Diesen ist zumeist eine große Furcht vor dem Tode eigen. „Die Furcht vor des Leibes Tode“, sagt Jesus, „liegt eigentlich nicht so sehr in dem unbestimmten Bewusstsein des Lebens der Seele nach dem Abfalle des Leibes, als vielmehr in der Liebe zur Welt und in der Selbstliebe. Durch diese beiden Liebearten wird die Seele stets mehr und mehr in ihr Fleisch vermengt, und die Folge davon ist, dass sie eben dadurch das Gefühl des Sterbens, Vergehens und Aufhörens stets mehr und mehr zu ihrem eigenen macht, (wodurch sie) in allerlei Angst und Furcht übergehen muss.

Siehe, die Urväter der Menschen dieser Erde hatten keine Furcht vor dem Tode des Leibes, sondern oft nur eine Sehnsucht danach, dass sie befreit würden von dem gebrechlich gewordenen Leibe! Sie hatten ob ihres Gott wohlgefälligen Lebenswandels von Zeit zu Zeit helle Blicke und Gesichte ins Jenseits und hatten sich dadurch ein klares und wahres Bewusstsein über das Leben der Seele nach dem Abfalle des Leibes erworben.

Aber in dieser Zeit ist ja beinahe aller Glaube an Gott bei den Menschen erloschen! Wo sollte dann bei den Menschen das helle Bewusstsein des Lebens der Seele nach dem Leibestode noch herrühren?!

Ich sage es dir: Wo man an dem Grunde allen Lebens schon beinahe allgemein zweifelt, da ist es dann gar nichts Wunderbares, wenn man über das Fortleben der eigenen Seele nach des Leibes Tode in starkem Zweifel ist.“ (6.GEJ 68,1-4)

Im Laufe seines Lebens soll es der Mensch zu einem zweifellosen Bewusstsein des Fortlebens der Seele nach seines Leibes Tode gebracht haben. Das ist nicht nur ein vages Für-wahr-halten, sondern ein klares und bestimmtes Fühlen der Seele von ihrem Weiterleben. Solange der Mensch dieses Seelenlebensbewusstsein nicht in sich hat, so lange ist die Seele noch zu sehr und zu eng mit ihrem Fleische verbunden und kann darum nicht viel anderes in sich fühlen und wahrnehmen als eben das Los ihres Leibes – den Tod. Diese Menschen fühlen nur den Tod des Leibes in sich und übertragen ihn auch auf die Seele. Deshalb glauben sie zumeist nicht an ein Weiterleben der Seele nach dem Tode und selbst die besten Erklärungen können sie nicht dazu umstimmen. (6.GEJ 67,9)

Wie im Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus dargestellt, würden materiell und fleischlich gesinnte Menschen selbst dann nicht glauben, wenn einer von den Toten auferstünde und sie warnte. (Luk. 16,19-31) Dieses Gleichnis sollte nicht so verstanden werden, dass die Erscheinungen und Mitteilungen von bereits Hinübergegangenen von Gott aus nicht erlaubt seien, sondern wenn weltliebende Menschen eine Erscheinung hätten, sie nicht an sie glauben und sie nur für eine Halluzination halten würden. (PH 34.Predigt) Den geistig aufgeschlossenen Menschen aber sind sie Beweis für das Weiterleben der Seele, denn die Verbindung der materiellen mit der geistigen Welt und umgekehrt ist nicht eine Sache der Vergangenheit. Die Verständigung zwischen den beiden Welten ist nicht mit den Zeiten der Bibel abgeschlossen, sondern findet heute noch genauso statt wie damals.

 

 

 

4. Nicht der Leib, sondern die Seele hat das Leben

 

Der materielle Leib ist nur eine Maschine, die für sich allein kein Leben, kein Bewusstsein und kein Empfinden besitzt. Was dem Leib das Leben gibt, ist die Seele. Sie hat das gleiche Aussehen wie ihr materieller Leib mit allen Gliedern und Organen. dass sich die Seele des Leibes bedienen kann, liegt am Nervengeist. Er, der auch Ätherkörper genannt wird, ist das Bindeglied zwischen Seele und Leib. Mit Hilfe des Nervengeistes kann sich die Seele durch die Nerven des Leibes bedienen. Wenn sich ein Mensch verletzt, spürt nicht der Leib den Schmerz, sondern die Seele. Der Nervengeist, der mit den Nerven in Verbindung steht, leitet die Information des Schmerzes an die Seele weiter.

Die Seele kann sich vom Leib trennen; sie kann den Leib genauso ausziehen, wie ein Mensch seine Kleider ausziehen kann. Ein Ritter, der vom Tragen seiner schweren Rüstung müde geworden ist, zieht diese aus, damit er sich hinlegen und ausruhen kann. Nicht die Rüstung ist müde geworden sondern der Mensch, der sie trug. So ist es auch mit dem Schlaf. Nicht der Körper bedarf der Erholung, sondern die Seele. Deswegen legt die Seele im Schlaf ihren schweren Leib ab, damit sie sich von ihm erholen kann. Jesus sagt: „Wenn deine Seele durch des Tages Beschwerden müde und schwach geworden ist, so erwacht in ihr das Bedürfnis nach einer erquicklichen und stärkenden Ruhe. Da zieht dann die müde Seele alsbald ihr gegliedertes Fleischgewand aus und begibt sich in ein stärkendes Bad des geistigen Wassers und badet, reinigt und stärket sich darin; ist sie wieder stark geworden, dann begibt sie sich wieder in ihren Fleischrock und bewegt dessen schwerfällige Glieder wieder mit einer großen Leichtigkeit.“ (4.GEJ 54,7)

Da der Leib für sich kein eigenes Leben besitzt, so ist er ohne Bewusstsein, wenn die Seele ihn im Schlaf vorübergehend verlassen hat, denn alles Bewusstsein befindet sich in der Seele. Sobald die Seele beim Einschlafen den Leib verlässt, wird er bewusstlos, und das nennen wir Schlaf. Die Seele aber schläft nicht. Sie bleibt auch im Schlaf bei Bewusstsein, und das nennen wir Traum. Sie bleibt im Schlaf mit dem Leib durch ein dünnes ätherisches Band verbunden, das ihn am Leben erhält. Atmung und Herzschlag gehen dann reduziert weiter, so dass er nicht stirbt, wenn die Seele nicht in ihm ist. Befindet sich ein Mensch in einem leichten Schlummer, so hat sich die Seele nur wenige Zentimeter vom Leib getrennt. Im Tiefschlaf entfernt sich die Seele weit vom Leib weg und hält sich in den jenseitigen Bereichen auf, wo sie mit schon hinübergegangenen Verwandten oder Freunden zusammenkommen kann. Nur wenige Menschen haben nach dem Aufwachen eine Rückerinnerung an das, was sie dort erlebt haben.

Als Jesus die Tochter des Obersten vom Tode erweckte, sagte Er: „Das Mägdlein ist nicht gestorben, sondern es schläft.“ (Matth. 9,24) Das Sterben hat viel Ähnlichkeit mit dem Einschlafen. Der Unterschied ist nur der, dass der Lebensfaden, die sogenannte Silberschnur, vollständig durchgetrennt wird, wenn die Seele ihren Leib für immer verlassen muss. Dadurch hören Atmung und Herzschlag auf.

Der endgültige Tod kann sich manchmal noch eine Zeitlang hinziehen. Scheintote, bei denen Atmung und Herzschlag aufgehört haben, können nach Tagen plötzlich wieder aufwachen. Wenn bei Kranken und Verunfallten Atmung und Herzschlag aufgehört haben, können einige von ihnen durch Wiederbelebungsmaßnahmen ins Leben zurückgeholt werden. (DeT Seite 83) Das gelingt aber nur bei denen, deren Lebensfaden noch nicht durchgetrennt ist. Wenn aber einmal der Lebensfaden vollständig durchgetrennt ist, so gibt es kein Zurück mehr. Nur Gott könnte einen völlig Toten wieder zum Leben erwecken.

 

 

 

5. Ist das Sterben schmerzhaft?

 

Ein großer Feldherr (um 1800) liegt in einem königlich ausgestatteten Prachtgemach in einem mit viel Gold verzierten Bett, in welchem der irdisch hohe Kranke vergeblich der Genesung harrt. Der Kranke hält sich tapfer, aber die Tapferkeit ist nur Schein, denn innerlich möchte dieser Held vor Angst und Verzweiflung vergehen und verflucht dabei die stark schmerzende Krankheit. Das passt gut zusammen: Im angrenzenden Gemach beten zwei Mönche für die Genesung des Feldherrn, wenn auch nur fürs Auge, ohne Andacht und der, für den gebetet wird, flucht, dass es eine barste Schande ist. Nun aber wird der Schmerz stets ärger, ja beinahe unerträglich, und der Patient, darob vor Grimm entbrannt, fährt nun zum Erstaunen seiner Umgebung ganz wütend auf und schreit aus vollem Halse: „O du verfluchtes Hurenleben! Kannst du, Schöpfer, so du irgend einer bist, es mir denn nicht auf eine schmerzlosere Art nehmen?!“

Nach einem weiteren Wutanfall, der sich gegen die Ärzte richtet, weil sie ihm die Schmerzen nicht nehmen können, erblickt er die zwei betenden Mönche und ruft: „He, was sehe ich denn dort im Nebengemache für zwei schwarze Kanaillen?! Was tun denn diese Luder? – Ich glaube gar, sie beten für meine Seele? Wer hat sie denn dazu berufen? – Hinaus mit ihnen, sonst stehe ich auf und schieße sie wie Hunde zusammen!“ – Nach diesem gewaltigen oberfeldherrlichen Aufbrausen machen sich die Mönche recht behende aus dem Staube; die Ärzte zucken mit den Schultern, und der Patient verstummt und fängt unter den horrendesten Verzerrungen des Gesichtes zu röcheln an.

Im Jenseits liegt er noch röchelnd auf seinem Lager, unter ganz entsetzlich schweren Atemzügen und zerbeißt sich die Zunge vor heimlicher Wut seiner ergrimmten Seele. Dort steht schon der Würgengel bereit, rührt ihn, als seine Zeit abgelaufen war, mit seinem Flammenschwerte an und spricht: „Erhebe dich, du matte Seele, und du, stolzer Staub, falle in das Meer deiner bodenlosen Nichtigkeit zurück!“ Nun verschwindet das Gemach mit der irdischen Pracht und es erhebt sich eine dunkelaschgraue, schmählichst verkümmerte Seele. Zornig, wirr und scheu blickt sie um sich und erschaut nichts als sich selbst. Es ist wohl etwas licht um sie herum, aber je weiter sie in die Ferne schaut, umso finsterer wird es. Sie fühlt sich nun gesund, munter und ohne Schmerzen und erinnert sich an jede Kleinigkeit ihres Lebens. (JdS 6,1-14)

Das Sterben der Menschen verläuft unterschiedlich. Manche sterben ganz friedlich, manche mit viel Angst und manche mit großen Schmerzen und Qualen. Viele Krankheiten die zum Tode führen sind sehr schmerzhaft, aber im Augenblick des Sterbens verlieren sich alle Schmerzen. Das berichten viele Menschen, die reanimiert wurden. Sie fühlten sich befreit von der Erdenschwere und kehrten zumeist nur ungern wieder in ihren Körper zurück.

Es ist schon oft die Frage gestellt worden, warum manchmal auch ernsthafte Christen vor ihrem Tode schwer leiden müssen. – Der Grund ist folgender: „Je mehr jemand auf der Welt seinem Fleische als des Geistes Kerker gedient hat, je mehr er dasselbe pflegte und nährte, und je mehr er diesem Kerker willigst gewährte, darnach es ihn gelüstete, – desto mehr und fester hat er sich auch mit demselben verbunden! Wenn es dann aber zur endlichen Ablösung von diesem Kerker kommen wird: wie hart, wie schwer und schmerzlich wird diese sein!“ (1.RB 33,3-4) Entweder sind die Schmerzen die Folgen von Jugendsünden oder der Christ hängt noch an manchem, was auch ein Christ oft nicht als Sünde ansieht. Da ist dieses Leiden noch eine von Gott auferlegte Geduldsprobe, wodurch die Seele zum Teil noch vom Materiellen gelöst werden kann. (8.GEJ 4,10-12)

Die Seele als ein Gemengtes und sich ergreifend Zusammengesetztes“, sagt Jesus, „ist durch und durch ätherisch-substantieller Beschaffenheit. Da aber der Leib in seinem Wesen auch im Grunde Ätherisch-Substantielles in sich fasst, so ist solches verwandt mit der substantiellen Wesenheit der Seele. Und dieses (der Seele) Verwandte ist das Eigentliche, das da die Seele mit dem Leibe so lange verbindet, solange es nicht mit der Zeit zu sehr in das pur Materielle übergegangen ist, woselbst es dann mit der seelischen Bestandwesenheit eine zu geringe und oft aber auch gar keine Verwandtschaft mehr hat – und wenn schon noch welche vorhanden ist, so muss diese erst durch den VerwesungsProzess aus dem Körper geschieden und jenseits der gewisserart nackten Seele zugeführt werden.“ (4.GEJ 90,6) Bei einem Menschen, bei dem der ätherisch-substantielle Teil des Leibes durch das gottwidrige Leben in den pur materiellen Teil des Leibes übergegangen ist, der wird vor seinem Tode große Schmerzen verspüren. Dieses der Seele Verwandte ist das Gefühlslebendige des Leibes und stirbt mit ihm, wobei es von einem Engel zum Todeszeitpunkt von der Seele abgeschnitten werden muss. Und das ist es, was der Seele die Schmerzen verursacht. Erst durch den VerwesungsProzess wird das der Seele Verwandte vom Leibe frei und der Seele im Jenseits hinzugetan.

Umgekehrt wird ein Mensch den Tod des Leibes weder fühlen noch schmecken, wenn der gesamte ätherische Leibesteil schon diesseits mit der Seele und ihrem Geiste vereint und damit unsterblich geworden ist. Es kommt da nicht auf die Glaubensüberzeugung an, sondern darauf, ob ein Mensch nach der Lehre Jesu gelebt, sich vom Fleischlichen und Weltlichen abgewendet und zum Geistigen hingewendet hat. So werden von der Kindheit an ganz nach der Ordnung Gottes lebende Menschen stets höchst sanft in die geistige Welt hinübergehen. (8.GEJ 4,12)

Dadurch wird beim physischen Tod nur das gefühl- und leblose Schattenwerk von der Seele abgelöst, was der Seele kein Bangen und keinen weiteren Schmerz verursachen kann, weil alles Gefühlslebendige des Leibes sich schon lange ganz mit der Seele geeinigt hat. Somit kann ein solcher Mensch, der durch das Leben nach der Lehre Jesu vollendet worden ist, denn auch den Abfall des nur noch gefühllosen und somit toten, äußern Schattenleibes ebensowenig verspüren, als so man seinem Leibe die Haare abschneidet. Denn was am Leibe nie ein Gefühl hatte, das kann auch beim gänzlichen Austritt der Seele aus dem Leibe keine Empfindung haben, weil alles Empfindsame und Lebendige des Leibes sich zuvor schon ganz mit der Seele vereinigt hat und mit ihr nun ein Wesen ausmacht, das nie mehr von ihr getrennt wird. (4.GEJ 83,9-10)

 

 

 

6. Die Loslösung der Seele vom Körper

 

Der Zeitpunkt des Todes ist nicht von Gott von vornherein festgelegt. „Denket euch aber nicht…“, sagt Jesus, „als habe Gott schon für jeden Menschen bestimmt, was er in seinem kurzen oder längeren Leben zu gewärtigen hat... Die Bestimmung machen sich die Menschen selbst durch die Verkehrtheit ihres freien Willens…

Wenn eine Menschenseele aber einmal so recht in der dicksten Nacht ihres selbstgeschaffenen Weltdünkels steckt, so können ihr bei Belassung ihrer inneren Willensfreiheit auch alle Engel der Himmel keine andere Richtung geben, und es kann da dann niemand sagen: ,Siehe, das war schon also die Bestimmung für diesen Menschen!‘ Ja, es war wohl allerdings eine Bestimmung, aber nicht etwa von Gott ausgehend, sondern vom Menschen selbst. Von Gott aus war es nur eine Zulassung, und das eben infolge des vollkommen freien Willens des Menschen.“ (7.GEJ 52,1-3)

Wenn ein Mensch umgebracht wird oder sich das Leben nimmt; wenn ein Kind abgetrieben wird oder wenn ein Mensch ein Leben führt, das nicht der Ordnung der Natur und nicht der Ordnung Gottes entspricht, dadurch schwer krank und mitten aus dem Leben gerissen wird, so ist das wohl von Gott zugelassen, aber es war nicht Seine Bestimmung. Zwar kann der Mensch nicht beliebig alt werden, aber Gott richtet sich nach dem freien Willen des Menschen und legt danach den Todeszeitpunkt fest.

Im Großen Evangelium begegnet uns Mathael, der in seiner Jugendzeit Geister sehen und mit ihnen sprechen konnte. So erlebte er einmal das Sterben einer Frau mit, zu der sein Vater, der ein Arzt war, gerufen wurde, um sie möglicherweise noch zu heilen. Der Vater nahm Mathael immer mit, da er ihm mit seiner Hellsichtigkeit gute Dienste erweisen konnte. Mathael sah einen Engelsgeist bei der Kranken und fragte ihn um ein Heilmittel. Der Engelsgeist antwortete: „Sieh hin auf die Verscheidende! Ihre Seele entsteigt ja bereits ihrer Brustgrube, die der gewöhnliche Ausweg der Seele aus dem Leibe ist!“ (4.GEJ 128,5)

Mathael berichtete: „Ich besah mir nun die Sterbende näher. Aus der Brustgrube erhob sich wie ein weißer Dunst, breitete sich über der Brustgrube immer mehr aus und wurde auch stets dichter; aber von irgendeiner menschlichen Gestalt merkte ich lange nichts. Als ich das so etwas bedenklich betrachtete, da sagte der lichtgraue große Geist zu mir: ,Sieh nur zu, wie eine Seele ihr irdisches Wohnhaus für immer und ewig verlässt!‘ Ich aber sagte: ,Warum hat denn diese scheidende Seele keine Gestalt, während doch ihr, die ihr auch pure Seelen seid, ganz ordentliche Menschengestalten habt?‘ Sagte der Geist: ,Warte nur ein wenig noch; wenn die Seele erst ganz aus dem Leibe sein wird, wird sie sich schon ganz fein zusammenklauben und wird dann auch recht schön und freundlich anzusehen sein!‘

Während ich solchen Dunst über der Brustgrube der Kranken sich immer mehr ausbreiten und verdichten sah, lebte der Leib noch immer und stöhnte zuweilen wie jemand, der von einem schweren Traume geplagt wird. Nach etwa dem vierten Teile der Zeit einer römischen Stunde schwebte der Dunst in der Größe eines zwölfjährigen Mädchens etwa zwei Spannen hoch über des sterbenden Weibes Leib und war mit dessen Brustgrube nur noch durch eine fingerdicke Dampfsäule verbunden. Die Säule hatte eine rötliche Färbung, verlängerte sich bald und verkürzte sich auch wieder dann und wann; aber nach jedesmaligem Verlängern und abermaligem Verkürzen ward diese Dampfsäule dünner, und der Leib trat während der Verlängerungen stets in sichtlich schmerzhafte Zuckungen.

Nach etwa zwei römischen Stunden der Zeit nach ward diese Dampfsäule von der Brustgrube ganz frei, und das unterste Ende sah aus wie ein Gewächs mit sehr vielen Wurzelfasern. In dem Augenblick aber, als die Dampfsäule von der Brustgrube abgelöst ward, bemerkte ich zwei Erscheinungen. Die erste bestand in dem völligen Totwerden des Leibes, und die andere darin, dass die ganze weißneblige Dampfmasse sich in einem Augenblick in das mir nur zu wohlbekannte Weib des Nachbarn umwandelte. Alsogleich umkleidete sie sich mit einem weißen, faltenreichen Hemde.“ (4.GEJ 128,6-8)

Das Sterben kann mit einem erschöpften Menschen verglichen werden, der von einem tiefen Schlaf übermannt wird. Der Leib verliert allmählich die Fähigkeit der Empfindung und falls der Sterbende Schmerzen von seiner Erkrankung hatte, so schwinden sie. (GjW 2. Kapitel) In dieser Phase treten die Seele und der Nervengeist aus dem Leibe aus. Obwohl sich der Sterbende bereits im Koma befindet, nimmt er alles wahr, was um ihn herum vorgeht und hört alle Gespräche der Anwesenden. Er kann klar denken, aber es ist ihm nicht mehr möglich, seine Gedanken durch Worte oder Gestik zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig ist er schon in der Lage, Geister und Engel zu sehen, zu hören und sich durch Gedanken mit ihnen zu unterhalten. (DeT Seite 80-83) Bei manchen Menschen tritt die Hellsichtigkeit früher ein, so dass sie den am Sterbebett stehenden noch berichten können, wenn bereits verstorbene Verwandte oder Freunde anwesend sind. Das wird aber zumeist nicht geglaubt und als Spinnerei abgetan. Bei anderen wieder tritt eine kurze oder auch längere Bewusstlosigkeit ein.

Der Lebensfaden, den Mathael als eine fingerdicke Dampfsäule beschreibt, löst sich nicht von selbst vom materiellen Leib, sondern muss von einem Engel losgelöst werden. Solange aber noch eine Wärme im Herzen ist, löst der Engel die Seele nicht vom Leibe. Diese Wärme ist der Nervengeist, der zuvor von der Seele ganz aufgenommen werden muss, bis die volle Löse vorgenommen werden kann. (BM 1,7)

Von anderen Hellsehenden ist etwa 60 - 70 cm über dem Leib des Sterbenden eine allmählich sich ausbreitende weiße Wolke, die im Inneren bläulich schimmerte, gesehen worden. (UdT Seite 16) Auch die Silberschnur wurde gesehen, wie sie mit der linken Brustseite des Leibes verbunden war. Sobald der Nervengeist von der Seele völlig aufgenommen worden ist, löst ein Engel die Seele vom Leibe, wobei er in die Eingeweide greift und z.B. spricht: „Im Namen des Herrn, erwache und werde frei, du Bruder, nach deiner Liebe. Es sei.“ (JdS 1,9) Sofort bildet sich aus der unförmigen Wolke die Gestalt der Seele. Diese ist im ersten Augenblick nackt, denn die materielle Kleidung des Leibes gehört nicht mit zur Seele. Im nächsten Augenblick aber ist sie bekleidet, denn ihre Gedankenvorstellung, dass sie doch eigentlich bekleidet sein müsse, läßt sie augenblicklich bekleidet werden, ohne dass sie sich wie auf der Erde anzuziehen braucht, denn der Wunschgedanke ist im Jenseits bereits eine vollbrachte Tat. Die Außenlebenssphäre oder Aura leuchtet nun nicht mehr um den verstorbenen Leib, sondern um die Seele.

Mathael fragte Jesus, warum die Seele nicht gleich als Menschenform dem Leibe entsteige, sondern erst als wolkenförmiger Dunst? – Das liege an der Furcht vor dem Tode, erklärte Jesus. Alle Teile der Seele werden durch die Furcht in eine heftige Vibration versetzt. Sie schwingen dann in einem Augenblick tausendmal eine Spanne hin und her und auf und ab, so dass auch das schärfste geistersehende Auge nur ein wolkenförmiges Gebilde erschauen kann. Nach und nach beruhigt sich die Seele wieder, wodurch sie mehr und mehr als menschliche Form ersichtlich wird. Nach dem Durchtrennen des Lebensfadens kehrt sie vollständig in den Zustand der Ruhe zurück und kann dann wieder völlig als Menschenform erschaut werden. (4.GEJ 129,1-5) Bei geistig fortgeschrittenen Seelen, die keine Furcht vor dem Tode haben, bleibt die Menschenform beim Austritt aus dem Leibe erhalten.

 

 

 

7. Die Bestattung und Verwesung des Leibes

 

Sobald die Seele mit ihrem Geiste den Leib verlassen hat und der Lebensfaden durchgetrennt worden ist, ist der Leib völlig tot und fängt bald zu verwesen an. Viele Menschen fragen sich schon zur Erdenlebenszeit, ob sie ihren Leib beerdigen oder verbrennen lassen sollen. In früheren Zeiten ließen die Reichen und Mächtigen ihren Leichnam einbalsamieren, womit sie die Verwesung möglichst lange hinauszögern wollten. Heutzutage kommt die Einbalsamierung nur noch selten vor. Dafür lassen manche Reiche, die an einer unheilbaren Krankheit leiden, wenn sie gestorben sind, ihren Leichnam tiefgefrieren, damit er in späteren Zeiten, wenn die Wissenschaft – so hoffen sie – weiter fortgeschritten sei, wiederbelebt und geheilt werden könne.

Agrikola, der Römer, fragte Jesus, ob das Beerdigen, Verbrennen oder Einbalsamieren das Beste sei und Jesus gab ihm zur Antwort: „Das Verbrennen ist besser noch als das Einbalsamieren, durch das der Akt der Verwesung sehr verzögert wird; aber ein rechtes Beerdigen des Leichnams ist das Beste. Nur soll dabei darauf gesehen werden, dass ein Leichnam erst dann beerdigt wird, wenn er vollkommen tot ist, was ein Arzt aus der Gesichtsfarbe und dem üblen Verwesungsgeruch wohl muss beurteilen können; denn bei den Scheintoten stellen sich die eigentlichen Todeszeichen nicht ein. Darum sollen sie auch nicht eher beerdigt werden, als bis sie erkennbar völlig tot sind.

Ein vollkommener Mensch wird wohl freilich nie in den Scheintod kommen; aber der materielle und genusssüchtige Mensch leicht, weil seine Seele oft mit zu großer Liebe an ihrem Fleische hängt. Wenn so ein Mensch auch kalt, steif, atem- und pulslos wird und kein Lebenszeichen von sich gibt, so ist aber die Seele doch noch im Leibe und bemüht sich ängstlich, ihn wieder zu beleben, was ihr nach einigen Tagen auch zumeist gelingt. Wird aber ein solcher Mensch zu bald in die Erde vergraben und wird dann im Grabe wieder auch dem Leibe nach lebendig, so könnet ihr es euch wohl vorstellen, dass das für ihn, wenn auch nur auf einige Augenblicke, einen sicher höchst verzweiflungsvollen Zustand abgeben muss. So ihr aber lebet nach Meiner Lehre, in der vor allem unter euch die Nächstenliebe zu pflegen ist, da gehört auch das sehr zu einem Akte der wahren Nächstenliebe, dass ihr darauf wohl sehet, dass kein Scheintoter begraben oder verbrannt wird. So ihr es aber merket, dass da jemand im Scheintode liegt, da bringet ihn in ein Gemach mit guter und frischer Luft, betet über ihm, und leget ihm die Hände auf, und es wird mit ihm besser werden!

Sollte manches Menschen Scheintod hartnäckiger sein, so habt Geduld, und haltet ihn nicht eher für tot, als bis sich die wahren Todeszeichen (Leichenblässe und Verwesungsgeruch) an ihm wohlerkenntlich zu zeigen anfangen! Denn was ihr zuverlässig wünschet, dass es euch die Menschen tun möchten, so ihr in einen solchen Zustand, der immer ein trauriger ist, gerietet, das tut ihr auch ihnen!“ (8.GEJ 84,2-4)

Viele Menschen wollen ihren Leib verbrennen lassen, weil sie ihren Hinterbliebenen die Arbeit mit der Pflege des Grabes ersparen wollen. Es werden heute aber auch schon auf größeren Friedhöfen pflegefreie Gräber zum Beerdigen angeboten, bei denen eine Steinplatte mit einer Inschrift in den Boden eingelegt wird, die nur von Rasen umgeben ist. Deshalb ist ein Verbrennen, nur damit die Hinterbliebenen keine Arbeit mit der Grabpflege haben sollen, heutzutage nicht mehr nötig. Einbalsamiert oder tiefgefroren sollte ein Leichnam nicht werden, weil dadurch die Verwesung sehr verzögert wird, wodurch die Seele einen Schaden erleidet. Besser als das Einbalsamieren ist zwar das Verbrennen, aber dennoch ist es nicht in der Ordnung Gottes, den Leichnam verbrennen zu lassen, denn manche sehr an ihrem Fleisch hängende Seele bleibt nach dem Tode noch eine Zeitlang in ihrem Leibe und muss dann das Verbrennen miterleben. 

„Es ist schon einmal so in Meiner Ordnung begründet“, sagt Jesus, „dass der Leichnam aus gar verschiedenen und sicher sehr weisen Gründen nur langsam verwest und sich verwandelt. Wenn ein Mensch aber nach Meiner Ordnung gelebt hat, so wird sein toter Leib ohnehin schneller verwandelt und wird während dem Akte der Verwesung keine pestilenzialische Ausdünstung verbreiten. Nur wo in eines Menschen Leibe sich durch seine Sünden viele unreine Geister angesammelt haben, die sich dann während des Aktes der Verwesung lösen, da entwickelt sich der pestilenzialische Ekelgeruch und kann auf die Gesundheit der anderen Menschen einen bösen Einfluss nehmen, wenn der Leichnam zu lange unbegraben irgend im Freien sich befindet; doch ein paar Tage geben da auch noch keinen fühlbaren Ausschlag.

Würde Ich aber einen Leichnam, der voll unreiner Geister ist, plötzlich auflösen lassen, so würden die dadurch in großer Masse freigewordenen unreinen Geister sich wohl auch gleich auf die Leiber der nächsten Menschen in Blitzesschnelle stürzen und sie sehr verderben und manche sogar töten.

Beim langsamen Verwesen aber werden die unreinen Geister einmal zu einer Unzahl kleiner und auch größerer Würmer; diese verzehren den Leichnam und endlich auch sich untereinander, verwesen dann selbst, steigen in schon lauteren Feuchtigkeiten auf die Oberfläche der Erde, wo sie wieder in allerlei Kräuter übergehen, und von diesen dann in ein reineres Gewürm und Insektentum. Und siehe, also will es Meine Weisheit und Meine Ordnung.“ (8.GEJ 83,4-6)

Welch einen Schaden die unreinen Naturgeister des Leibes anrichten könnten, wenn sie sofort freigelassen würden, sehen wir am Leichengeruch, der selbst schon bei langsamer Verwesung schädlich ist. Bei einigen Leibern von Menschen, die heiligmäßig gelebt haben, wurde schon festgestellt, dass sie statt eines Pestilenzgeruchs einen Blumenduft ausgeströmt haben.

Die Verbrennung des Leichnams stimmt nicht mit dem überein, wie es Gott verordnet hat. Es soll der materielle Leib der Erde übergeben werden, so wie es seine Bestimmung ist.... "Von der Erde bist du genommen, zur Erde sollst du wieder werden", sofern Gott Selbst es nicht anders bestimmt durch Sein Eingreifen und Beenden eines Menschenlebens in anderer Weise als durch den natürlichen Leibestod des Menschen. (B.D. Nr. 1899)

 

 

 

8. Organtransplantation ja oder nein?

 

Früher wurde ein Mensch für tot erklärt, wenn ein Arzt Herz- und Atemstillstand festgestellt hatte. Da heute Organe transplantiert werden und Organe von Leichnamen nicht mehr zu gebrauchen sind, selbst dann nicht, wenn soeben erst der Tod eintrat, hat man den Hirntod eingeführt. Nach dieser Definition ist ein Mensch tot, wenn das Gehirn unumkehrbar geschädigt ist und keine Hirnströme mehr festgestellt werden können. Herz- und Atemfunktion können dabei noch intakt sein oder können noch künstlich aufrechterhalten werden. Die Organe müssen bei Herz- und Atemtätigkeit entnommen werden, da sie lebensfrisch sein müssen. Nach einem Herztod können die meisten Organe für eine Transplantation nicht mehr gebraucht werden. Hirntote sehen aus wie lebende Menschen mit rosiger Haut und fühlen sich warm an. Die Hirntoddefinition  legt den Todesbegriff allein auf das Gehirn fest, alles andere aber lebt noch. Hirntote sind deshalb noch nicht tot, sondern sie sind Sterbende. (DLD Seite 47-49) Nach der Definition Jesu ist ein Mensch erst dann tot, wenn bei dem Leib Leichenblässe zu sehen ist und Verwesungsgeruch festgestellt werden kann, (8.GEJ 84,2) andernfalls ist die Seele noch im Leibe, weil sie durch den Lebensfaden noch mit dem Leibe verbunden ist.

Wie der 48 jährige Alfred die Organentnahme an seinem eigenen Leibe erlebte, erzählte er später durch ein Medium. Mit einem Schlaganfall wurde er ins Krankenhaus eingeliefert und lag im Koma. Den Angehörigen wurde mitgeteilt, dass er reanimiert werden könnte mit dem Risiko, schwerstbehindert oder ein Pflegefall zu werden, wenn eine Reanimation überhaupt gelingen würde. Zu seinen Lebzeiten hatte sich Alfred als Organspender nach seinem Tode zur Verfügung gestellt. Es wurde entschieden, dass die Organentnahme durchgeführt werden sollte.

Am 10.2.2001 besuchte Alfreds Vetter A.L. die sensitive Frau R. und deren Mann. Auch B., die Freundin von Frau R. war anwesend. A.L. sprach über den Fall seines Vetters und meinte, dass es interessant wäre zu wissen, wie die Organentnahme auf den Verstorbenen gewirkt habe. Nach einem Gebet meldete sich der Verstorbene bei Frau R. Die Freundin B. protokollierte das Gesprochene. Hier ist nun das Gespräch:

Alfred: „Ich kann euch nur sagen, es ist furchtbar, furchtbar. Sie haben mich bei lebendigem Leib aufgeschnitten. Das hab’ ich nicht gewusst, dass es so zugeht. Ich habe gedacht, man wäre wirklich tot.“

Frau R.: „Ja, aber das weiß man doch, dass die Körper nicht ganz tot sein dürfen, sonst kann man die Organe nicht entnehmen.“

Alfred: „Ja, aber mir wurde gesagt, man würde nichts davon merken. Man ist ja noch gar nicht tot!“

Frau R.: „Hast Du körperliche Schmerzen gehabt?“

Alfred: „Ich weiß nicht, ob es auch körperlich oder nur seelisch war. Ich war noch gar nicht ganz draußen. Ein Teil von mir war draußen und der hat das alles gesehen und gehört, was sie geredet haben, als ob es mich gar nicht geben würde, als ob ich ein Stück Holz wäre. Die meinen, wenn man nicht sprechen kann, würde man auch nichts mehr hören.“

Freundin B.: „Was haben sie denn gesagt?“

Alfred: „Sie haben über meine Organe geredet, als ob man im Supermarkt einkauft. Die haben sich sogar über mich lustig gemacht, als da noch eine Zuckung war. Die haben das für einen Reflex gehalten, aber ich habe das gespürt, in einem Muskel. - Die können aber auch nichts dafür, die sind so erzogen und ausgebildet worden. Die müssen so schnoddrig sein, sonst könnten sie’s nicht aushalten. Das habe ich aber erst nachher erkannt. Mir hat’s weh getan, wie sie zu mir waren. Die haben gedacht, das sei nur der Körper, und der sei schon tot. Aber das stimmt nicht, man ist gar nicht ganz tot. Da ist immer noch etwas, was lebt. Ich habe gedacht, ich tue der Menschheit etwas Gutes. Aber ich würde es nie, nie, nie wieder tun. Tut es ja nicht und sagt es allen, die ihr erreichen könnt.“

Frau R.: „Wie lang ist es schon her, dass er gestorben ist?“

Herr A.L.: „Er starb am 25. Januar 2001.“

Alfred: „Als ich drüben war, hat man mir gesagt, dass es gar nicht einmal gut ist, für die Empfänger. Die (Ärzte) wissen gar nicht, was sie da tun. Die haben ja gar keine Ahnung. Als sie das Herz entnommen hatten; war ich dann tot. Aber ich konnte mich gar nicht damit abfinden. Ich wollte immer wieder meinen Körper zusammensetzen. Die Ärzte haben’s nicht gemacht und wollten es auch nicht, aber sie hätten es auch nicht mehr gekonnt. Als ich merkte, dass es nicht mehr geht, - ich hab’s immer wieder versucht - bin ich dann gegangen.

Aber es war nicht schön. Überall war grauer Nebel und ich konnte mich nicht zurechtfinden. In meiner Not hab’ ich dann schließlich um Hilfe geschrien. Und da kam langsam ein kleines Licht auf mich zu, das immer größer wurde und schließlich war es eine Lichtgestalt. Er war sehr gütig und sehr freundlich. Er sagte zu mir, ich sei jetzt wirklich gestorben und ich hätte meinen Menschenbrüdern und -schwestern etwas Gutes tun wollen. Aber das sei nicht der richtige Weg und deshalb hätte ich so leiden müssen. Das sei aber jetzt vorbei, denn es ehre mich, dass ich diese gute Absicht gehabt habe. Mir würde jetzt geholfen werden, dass es mir besser geht und ich solle mit ihm kommen. Er brachte mich an einen Platz, wo es sehr hell war und da kamen all meine verstorbenen Verwandten und Freunde und hießen mich willkommen. Sie haben mich dann in ein Tor hineingeführt, aus dem goldenes Licht kam. Die Lichtgestalt stand hinter mir und hatte ihre Hände auf meinen Schultern. Und wir sind durch das Tor in ein Land gekommen, wo immer Frühling ist. Hier ist es sehr schön und es geht mir gut. Ich hab’ jetzt alles hinter mir.

Es sind auch meine guten und schlechten Taten gegeneinander aufgewogen worden, und da hat es viel ausgemacht, dass ich etwas Gutes tun wollte. Es hätte trotzdem nicht ganz ausgereicht, aber der Rest ist mir aus Gnade erlassen worden.

Jetzt bin ich hier sehr glücklich und mir tun nur meine Angehörigen leid. Meine Tochter, die nicht wollte, dass mir das Herz entnommen wird, hat etwas geahnt. Aber ich hatte meine Zustimmung gegeben und da war es nicht rückgängig zu machen.

Es geht mir jetzt gut. Ich möchte nicht mehr zurück. Aber ich möchte all meinen Menschengeschwistern sagen, dass sie so etwas nie, nie, nie tun sollen.

Ich bin Alfred, der Vetter von A.L., der dort bei euch sitzt.“

Herr A.L.: „Ist die Organentnahme hinderlich auf deinem weiteren Weg, Alfred?“

Alfred: „Nein, jetzt nicht mehr, aber in den ersten Tagen schon. Man hat mehrere Körper (Leib, Seele und Geist) und die hängen am Anfang alle zusammen. Das ist noch eine Einheit, deshalb hab’ ich ja immer wieder versucht, meinen Körper zusammenzusetzen. Ich bin den Ärzten ja auch in den Arm gefallen und hab’ sie angefleht aufzuhören, aber die haben mich natürlich nicht gehört und nicht gesehen, weil die dachten, ich bin das, was da auf ihrem Tisch liegt. Aber ich bin etwas ganz anderes. Ich bin nicht tot, nur der Körper ist tot. Ich bin nicht der Körper. Ich hatte einen Körper, aber ich war nicht der Körper, sonst wäre ich ja nicht hier und könnte mich nicht freuen, wie schön es ist.

Ich war auch bei meiner Familie, als sie den Sarg aufgemacht haben. Das hätten sie lieber nicht tun sollen, denn der Körper war ja nicht mehr vollständig. Es war ja keine Leiche wie man sie sonst sieht. Und man hat mir auch die ganze Not angesehen.

Das ist halt so, dass die meisten Lebenden einen (Verstorbenen) nicht mehr wahrnehmen. Bei euch ist das anders (Gemeint sind die Anwesenden, die durch das Medium mit dem Verstorbenen sprechen können.) und darüber bin ich sehr froh. Ich möchte meine Angehörigen ganz herzlich grüßen und sie sollen sich meinetwegen keine Sorgen machen, denn mir geht es jetzt sehr gut. Sie sollen sich aber niemals als Organspender zur Verfügung stellen, denn es ist schlimm für die Spender, und für die Empfänger ist es auch nicht gut. Dir danke ich, dass du mir dieses Sprechen zu euch ermöglicht hast. Ich war bei dir und habe dich gedrängt dazu, und wenn du mich auch nicht direkt gehört hast, so hast du mich doch verstanden.

Danke dir R., dass du dich zur Verfügung gestellt hast, meine Gedanken und Gefühle in Worte zu setzen. Ich danke euch anderen beiden für eure Mithilfe. Ich danke Gott, dass er mir erlaubt hat zu euch zu sprechen.“

Die Anwesenden danken mit einem Gebet für die wertvolle Durchgabe. (DaR, Seite 25)

Es ist schrecklich für einen noch nicht ganz Verstorbenen, die Organentnahme am eigenen Körper miterleben zu müssen. Etwas anderes ist es, wenn ein Lebender jemandem eine Niere spendet und mit der anderen Niere noch weiterleben kann. Vor der Organentnahme werden die Organspender anästhesiert. Das hatte man bei den Hirntoten am Anfang der Transplantationsmedizin noch nicht gemacht, und da zeigten die Hirntoten immer wieder mal spontane Bewegungen, Reflexreaktionen, Blutdrucksteigerungen und Schwitzreaktionen oder wachten gar vor Schreck auf und schrieen, als der Arzt das Messer ansetzte. Hirnströme sind bei Hirntoten noch feststellbar und die Blutzirkulation im Gehirn funktioniert auch noch. (DLD Seite 49-50) Nach Ansicht der Ärzte hätten Hirntote nicht mehr so reagieren dürfen, weil sie nichts mehr empfinden würden, aber da diese Reaktionen doch immer wieder vorkamen, soll die Narkose sie verhindern. Wenn die Organe entnommen sind, wird die Maschine für die Herz- und Atemtätigkeit abgestellt und der endgültige Tod tritt ein. Zumeist wollen die Ärzte den Leichnam eines Organspenders nach der Entnahme nicht mehr von den Angehörigen anschauen lassen, und das hat seinen Grund. Eine Mutter war schockiert, als sie den Leichnam ihres Sohnes nach der Entnahme betrachtete. Er machte den Eindruck eines Greises und war innerhalb weniger Stunden gealtert. Sein blondes Haar war weiß geworden, die Zunge hing aus dem Mund und im Körper steckten Kanülen. Er sah gequält aus, als wenn er einen ganz schlimmen Todeskampf hinter sich gehabt hätte. (DLD Seite 50-51)

Eine Transplantation ist auch für den Organempfänger, wie wir hörten, nicht der richtige Weg. Wirkliche Heilung kann durch eine Organtransplantation oft nicht erreicht werden. Nur in wenigen Fällen kommt es zu einer dauerhaften Linderung der Beschwerden. Oftmals ist die Linderung der Beschwerden nur vorübergehend. Früher oder später fängt das Leiden dann erst richtig an, wenn auch auf andere Weise als vor der Transplantation. Der Öffentlichkeit werden die vielfältigen Komplikationen und Nebenwirkungen einer Transplantation vorenthalten. (DLD Seite 56)

Warum es nicht gut ist, das Organ eines anderen Menschen in sich zu haben, können wir dem Bericht einer Frau entnehmen, die das Herz und die Lunge eines jungen Mannes, der einen Motorradunfall erlitt, eingepflanzt bekam. Nach der Operation spürte sie, wie sich ihre Persönlichkeit veränderte. (HF Seite 240) Sie spürte die Persönlichkeit des Spenders in sich. (HF Seite 117) Sie schrieb: „Mein Ichgefühl war eine Art von „Wir“ geworden, als ob ich meinen Körper mit einer zweiten Seele teilte.“ (HF Seite 134) Sie zeigte plötzlich Merkmale eines Mannes, hatte Lust auf verschiedene Essen, die sie vorher nie gegessen hatte (HF Seite130-136) und hatte Lust auf Bier, obwohl sie vorher kein Bier mochte. (HF Seite 113-114) Diese Merkmale zeigen doch, dass diese Frau mit den Organen auch die Neigungen des Spenders mitbekommen hatte und die Seele des Spenders noch an seinen Organen gebunden war.

Die Organtransplantationsmedizin zieht auch Verbrechen nach sich. Es ist bereits zu Organtranspantationspiraterie gekommen und der illegale Organhandel blüht. Elternlose Kinder aus den Slums hat man eingefangen und die Hornhaut des Auges herausgetrennt. Anschließend sind sie mit einem Verband auf dem Auge einfach wieder laufen gelassen worden. Arme Menschen werden durch Geldversprechungen zu einer Nierenspende überredet. Im Nachbarland wird ihnen eine Niere herausoperiert und anschließend bekommen sie von dem versprochenen Geld nur die Hälfte oder gar nur ein Drittel. Öfter kommt es vor, dass sie ständig Schmerzen im Bereich der entnommenen Niere haben. Die Organe werden dann für viel Geld verkauft und reichen Leuten eingepflanzt, denen es selbst als Dialysepatient noch besser gehen würde, als denen, die ihre Niere verkauft haben.

 

 

 

9. Dürfen wir um die Toten trauern?

 

Stirbt auf der Erde ein geliebter Mensch, so ist die Trauer groß und es wird um ihn geweint. – Ist nun das Trauern um einen Hinterbliebenen vor Gott in Ordnung? Jesus sagt über das Trauern: „Der meisten Menschen Traurigkeit um die Hingeschiedenen aber ist auch zumeist eine Gewohnheits-Traurigkeit, darum sie dann auch um die zumeist trauern, an die sich ihr Herz auch am allermeisten schon von Jugend auf gewöhnt hatte. Es ist aber jede alte Gewohnheit schmerzlich für den, der sie verlassen muss; wie solle es die des Herzens nicht sein?

Aber dessen ungeachtet ist die Trauer keine Tugend und wohnet näher der Eigenliebe denn Mir. Denn wäre sie eine Tugend, so müssten die Menschen ja um jeden hingeschiedenen Bruder und jede hingeschiedene Schwester gleich trauern, da Ich doch allen Ein und Derselbe Vater bin. – Allein also ist es nicht, und darum die Verwandten um die (hinübergegangenen) Verwandten auch mehr eine Gewohnheitstrauer denn eine Tugendtrauer empfinden.

Ich sage aber, es fehlet niemand, wer da trauert, – doch wer Mich recht erkannt hat in seinem Herzen, der wird nimmerdar trauern. Und so erkenne auch du Mich, deinen allmächtigen liebevollsten Vater, Mich, deinen Jesus, im Herzen, so hast du den sichersten Trost voll des ewigen Lebens in dir für alle Ewigkeiten gefunden.“ (3.Hi. Seite 27,12-14) „Drum traure fürderhin nicht mehr! Denn Ich, dein heiliger, liebevollster Vater, habe es ja also gewollt!“ (1.Hi. Seite 416,9) Der himmlische Vater hat es gewollt, wenn ein Mensch in das jenseitige Land versetzt wird, aber dennoch können sich die Zurückgebliebenen zumeist der Trauer nicht erwehren.

Je mehr ein Mensch einen Verstorbenen geliebt hatte, um so heftiger ist die Trauer um den Hinübergegangenen. Da tut es dem Zurückgebliebenen richtig gut, heftig weinen zu können. Wüssten aber die Hinterbliebenen, dass hemmungsloser Kummer nicht ohne negativen Einfluss auf die Betrauerten bleibt, dass er einen langen Schlaf bei ihnen verursacht (1.RidU Seite 26) und den Fortgang ihres jenseitigen Lebens stört, so würden sie mit ihrer Trauer zurückhaltend sein. Die jenseitige Seele empfindet den Liebeschmerz der Trauernden sehr deutlich, wodurch sie zur Erde zurückgezogen wird. Dort wird ihr Schmerz eher noch größer werden, wenn sie entdeckt, dass sie nichts tun kann, um sich den Trauernden bemerkbar zu machen und sie zu trösten. Die Liebe, und mit ihr der Schmerz, sind Kräfte, die beide Welten durchdringen. Sie erreichen und beeinflussen die vom materiellen Körper freien Seelen stärker, als die im Leibe Lebenden. Wer nur aus Rührseligkeit trauert oder weil es Sitte ist, dessen Trauer erreicht den Hinübergegangenen nicht. Doch wirkliche Liebe hat diese Kraft. Die Trauer der Hinterbliebenen um einen geliebten Menschen ist für einen Verstorbenen wie ein Anker, der die Seele an die Erde fesselt. Niemand aber würde trauern, wenn er sehen könnte, was seine Trauer anrichtet. Deshalb ist Zurückhaltung und Selbstbeherrschung angesagt, denn der Verlust der auf Erden Zurückgebliebenen ist der Gewinn der ins Jenseits Hinübergegangenen. (1.RidU Seite 44+132-133)

Ein kleines Kind starb an Lungenentzündung, und die Schutzengel und schon verstorbenen Verwandten kamen, um die Seele in die Geisterwelt zu führen. Sie brachten die Seele in das lichterfüllte Kinderreich, wo die frühverstorbenen Kinder in aller himmlischen Weisheit unterwiesen werden. Da sagte ein Engel zum anderen: „Sieh doch, wie die Mutter dieses Kindes über die kurze, zeitliche Trennung weint! In wenigen Jahren wird sie wieder glücklich mit ihrem Kinde zusammen sein.“ Hätte die Mutter ihren Sohn mit den Schutzengeln in der herrlichen geistigen Welt sehen können, sie hätte nicht geweint und wäre getröstet gewesen. Nach einigen Jahren starb auch die Mutter des Kindes und ihr Kind, das nun wie die Engel geworden war, kam mit den Schutzengeln der Mutter, um sie willkommen zu heißen. Als es zu ihr sagte: „Mutter, kennst du mich nicht? Ich bin dein Sohn Theodor“, da floss das Herz der Mutter über vor Freude, und als sie sich umarmten, da weinte sie Tränen der Freude. Als sie dann miteinander gingen, zeigte und erklärte der Sohn ihr alle Dinge ringsum, und für die Zeit, da sie in dem Zwischenzustand sein musste, blieb er bei ihr. Als die für die Belehrung jener Welt nötige Zeit beendet war, nahm er sie mit sich in die höhere Sphäre, wo er selber wohnte. Als sie ringsum die herrliche, liebliche Landschaft betrachteten, sagte der Knabe zu seiner Mutter: „In der Welt, die der matte Abglanz dieser wirklichen Welt ist, trauern unsere Lieben um uns, aber sag mir, ist dies hier der Tod oder nicht vielmehr das wirkliche Leben, nach dem jedes Herz sich sehnt?“ Die Mutter antwortete: „Mein Sohn, dies ist das wahre Leben. Hätte ich in der Welt die volle Wahrheit über den Himmel gewusst, so würde ich nimmer um deinen Tod getrauert haben. Wie traurig ist es doch, dass die Menschen in der Welt so blind sind.“ (GjW Seite 26-28)

Zwar trauern manchmal auch die Verstorbenen, wenn sie von ihren Geliebten getrennt wurden, aber zumeist trauern sie nicht. Sie sehen ja, dass sie leben und manche haben nicht einmal gemerkt, dass sie ihren Leib abgelegt haben. Wer aber weiß, dass er gestorben ist und hat geliebte Menschen auf der Erde zurückgelassen, verweilt oft noch in ihrer Nähe und mancher ist dann traurig und verzweifelt, weil er von seinen Lieben weder gesehen noch gehört werden kann. Wer sich aber schon während seines Erdenlebens mit dem Tod und den Gesetzen der geistigen Welt befasst hat, kann sich leichter mit den Realitäten abfinden und trauert weniger oder gar nicht.

Im Tiefschlaf der irdischen Menschen verlässt die Seele vorübergehend den Leib und begibt sich in die Sphäre, die für besuchende Schläfer der Erde eingerichtet ist. Eine Mutter z.B. die ihr kleines Kind verloren hat, kann es während des Schlafes so oft sehen, wie sie will. Sie kann auf diese Weise, solange sie auf der Erde lebt, jede Nacht mit ihrem Kind zusammen sein, so unbewusst der Mutter dies im Wachzustand auch immer sein mag. Vielleicht wird sie sich einmal morgens nach dem Aufwachen an einen „Traum“ erinnern, in dem sie meinte, geträumt zu haben, mit ihrem Kind zusammen gewesen zu sein. Wären die Menschen geistig fortgeschrittener, so könnten sie sich jeden Morgen an all das erinnern. (1.RidU Seite 151-154)

Ein gerechter, treuer Christ, der Jesus dreißig Jahre lang gedient hatte, starb. Sobald seine Seele den Leib verlassen hatte, nahmen ihn seine Schutzengel in ihre Arme und wollten ihn mit in die geistige Welt nehmen. Er aber bat sie, einige Augenblicke zu zögern. Er sah auf seinen leblosen Leib und auf seine Freunde und sprach zu den Engeln: „Ich wusste nicht, dass der Geist, wenn er den Leib verlassen hat, seinen eigenen Körper und seine Freunde sehen kann. Ich wünschte, meine Freunde könnten mich sehen, so wie ich sie sehen kann, dann würden sie mich nimmer als Toten betrachten, noch um mich trauern, wie sie es jetzt tun.“ Hierauf fing er an, seine Frau und seine Kinder, welche weinten und seinen kalten Leichnam küssten, zurückzuhalten. Er streckte seine geistigen Hände aus und fing an, es ihnen klarzumachen und sie mit großer Liebe von dem Leichnam wegzuziehen, aber sie konnten ihn weder sehen noch seine Stimme hören, und es schien, als ob seine Hände durch ihren Leib hindurchgingen, wie wenn sie Luft wären. Dann sagte einer der Engel: „Komm, wir wollen dich in deine ewige Heimat bringen. Sei ihretwegen nicht traurig. Der Herr selbst und auch wir werden sie trösten; dies ist nur eine kurze Trennung.“ (GjW Seite 54)

Diejenigen, die den Herrn wahrhaft lieben, werden wenig Grund zum Trauern haben; denn die Trauer ist im Grunde nur ein Schmerz über den Verlust einer Person oder eines Gegenstandes. Die aber den Herrn haben, was können die wohl verlieren, was ihnen einen Schmerz bereiten sollte? (1.GS 76,3)

 

 

 

10. Der Tod des Leibes und der Tod der Seele

 

Jeder Mensch weiß um den Tod, den alle Lebewesen auf dieser Welt erleiden müssen (von wenigen Ausnahmen wie Henoch, Elias und Maria abgesehen, die ihren Leib vergeistigen konnten). In der Offenbarung des Johannes ist aber auch noch von einem zweiten oder anderen Tod die Rede. Dort heißt es: „Selig und heilig ist, wer teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht.“ (Off. 20,6) Was ist der erste und was ist der zweite Tod, und was ist die erste und was die zweite Auferstehung? – Jesus sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.“ (Joh. 11,25-26)

Diese Worte Jesu werden gewöhnlich nicht im richtigen Sinne aufgefasst. Das war schon zu Jesu Erdenlebenszeit der Fall und Er sagte zu jemandem: „Du meinst aber nun großirrtümlich, dass von jetzt an nur jene Seelen ein ewiges Leben nach des Leibes Todes haben werden, die nun Mein Wort hören, an Mich glauben und nach Meiner Lehre leben und handeln, alle andern Seelen aber für ewig vernichtet würden.

Gegen solche deine Meinung, die nun auch vielen andern Menschen eigen ist, kann Ich dir auf pur vernunftgründigem Wege vorerst nur das sagen, dass eines jeden Menschen Leben eine Kraft aus Gott ist, die Gott Selbst mit aller Seiner Allmacht ebensowenig zerstören und vernichten kann wie Sich Selbst; denn würde Gott die aus Ihm allein hervorgegangenen Lebenskräfte zerstören und vernichten können, so müsste Er da bei Sich zuerst anfangen, weil im Grunde des Grundes ja eben Er Selbst alles in allem von Ewigkeit her ist! Gott kann wohl jegliche Materie, die nichts als Seine durch Seinen Willen festgehaltene Idee ist, auflösen und sie in Geistiges und Unwandelbares zurücktreten lassen, aber vernichten ewig nicht, weil Er Sich Selbst und Seine Ihm ewig klaren Gedanken und Ideen nicht vernichten kann.“ (8.GEJ 128, 8-9)

Es gibt einen ersten und einen zweiten Tod, eine erste und eine zweite Auferstehung. Es gibt ein Leben des Leibes und einen Tod des Leibes. Der erste Tod ist der Tod des Leibes. Es gibt ein natürliches Leben der Seele, ein geistiges Leben der Seele und einen geistigen Tod der Seele. Der zweite Tod ist der geistige Tod der Seele, (10.GEJ 115,12) wobei die Seele naturmäßig dennoch lebt. Geistig tot sind alle, die sich zufolge ihrer Willensfreiheit vom Herrn eigenwillig getrennt haben und dann aus eigener Kraft ohne Gott fortbestehen wollen. Sie bestehen zwar zufolge der göttlichen Liebe und Erbarmung wohl fort, aber wie entsetzlich armselig! (3.HGt 10,3-4) Es gibt Menschen auf der Erde und im Jenseits, deren Seelen geistig tot sind und dennoch leben sie ihr natürliches Leibesleben auf der Erde oder ihr natürliches Seelenleben im Jenseits. Das natürliche Leben der Seele kann nicht vernichtet werden, weshalb die Seele ewig weiterlebt. Jesus sagt: „In wem aber Ich bin durch seine Liebe zu Mir und daraus zum Nächsten, der wird nicht in der Nacht des Gerichtes und des Todes der Seele, sondern gleichfort am hellsten Lebenstage wandeln.“ (9.GEJ 37,12)

Der zweite Tod oder der geistige Tod der Seele besteht in der Selbstsucht, deren Taten der Gottes- und Nächstenliebe entgegengesetzt sind, und der Selbstsucht Geist ist der Hochmut, der nach dem Besser- und Höher-sein-wollen verlangt und vor allem nach der eigenen Ehre geizt. (1.GEJ 103,2) Ein geistig Toter ist ganz materiell geworden. Nur die materiellen Bedürfnisse interessieren ihn und um diese allein drehen sich auch seine Gedanken. Das Geistige hält er für eine Torheit und lacht darüber. Wenn ein geistig Toter auch dem Leibe nach tot, also gestorben ist, dann befindet er sich in der Finsternis, denn im Jenseits scheint keine natürliche Sonne.

Auf der Erde scheint die Sonne Guten und Bösen, aber im Jenseits ist es nur so hell um einen Verstorbenen, wie er sich ein inneres geistiges Licht erworben hat. So hell, wie sein innerer Gottgeist in einer Seele leuchtet, so hell ist es im Jenseits auch außerhalb der Seele. Wer weder an Gott noch an Jesus glaubt und sich auch nicht um Ihn und das Weiterleben der Seele nach dem Tode kümmert, der hat keine Gottesliebe und wer dazu sich auch nicht um seine Nächsten kümmert, wer gar nicht zum geistigen oder materiellen Wohlergehen seiner Nächsten beiträgt, der hat auch keine Nächstenliebe. Wenn solch ein Mensch im Jenseits ankommt, befindet er sich mehr oder weniger in der Finsternis, je nach dem Grade seines Mangels an Gottes- und Nächstenliebe. Wer an Jesus glaubt und Seine Lehre der Gottes- und Nächstenliebe in die Tat umgesetzt hat, dessen Seele befindet sich im Licht und lebt geistig, auch wenn er dem Leibe nach stirbt.

Jesus sagte: „Es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden: und es werden hervorgehen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“ (Joh. 5,29) Wer befindet sich im Grabe? – Alle Menschen, denen noch kein geistiges Licht aufgegangen ist und es in die Tat umgesetzt haben. Sie befinden sich im finsteren Grabe ihrer weltlichen Leidenschaften und Begierden. (PH 19,24) Wenn diese die Stimme des Sohnes Gottes hören, Sein Wort und Seine Lehre annehmen und in die Tat umsetzen, so stehen sie aus ihrem geistigen Grabe zum Leben auf. Alle Menschen, welche die Gottes- und Nächstenliebe in der Tat ausüben, deren Seelen haben sich das geistige Licht erworben und stehen deshalb zum ewigen Leben auf. Das ist die erste Auferstehung. Selig ist, wer an dieser teilnimmt, denn über diese hat der zweite oder geistige Tod keine Macht. Alle Menschen, die nur selbstsüchtige und böse Handlungen ausüben, deren Seelen stehen zum Gericht oder geistigen Tode auf, weil sie sich durch ihre Handlungen kein geistiges Licht erworben haben und dadurch in der Finsternis wandeln. Die zweite Auferstehung ist die Auferstehung zum zweiten oder geistigen Tode.

Jesus sagt: „Ich allein bin der Weg, das Licht, die Wahrheit und das ewige Leben. Wer an Mich glaubt und nach Meinem Worte lebt und handelt, der auch überkommt von Mir den Geist des ewigen Lebens, und Ich allein werde ihn zum Leben erwecken an seinem Jüngsten Tage in Meinem Reiche; wer Mich aber flieht, verachtet und verfolgt, der flieht, verachtet und verfolgt auch sein eigenes Leben und kann es ewig nie von woanders her erhalten als nur allein von Mir.

Wer das Leben haben will, der muss es von Dem nehmen, der das Leben selbst ist, also das Leben hat und dasselbe geben kann, wem Er es geben will. Aber dieser Er gibt das Leben nur dem, der danach dürstet.

Mein Wort und Meine Lehre aber sind eben das nun allen Menschen dargebotene Leben. Wer demnach, wie schon gesagt, Mein Wort und Meine Lehre tatsächlich annimmt, der nimmt auch das Leben der Seele von Mir an.“ (7.GEJ 188,19 + 21-22)

 

 

 

11. Die Auferstehung des Fleisches

 

Als Jesus sein Lehramt noch nicht angetreten hatte und sein Stiefvater Joseph noch lebte, erstiegen sie einmal mit einem griechischen Bekannten einen Berg, von dem sie sich eines schönen Ausblicks erfreuen konnten. Und Joseph sagte ganz gerührt: „Oh, ist doch diese Erde als die Erziehungsstätte der Kinder Gottes schon so schön, dass man sich nichts Schöneres und Herrlicheres wünschen kann; wie schön muss dann erst der Himmel sein, den wir nach dem Tode dieses Leibes und nach der Auferstehung am Jüngsten Tage zu erwarten haben! Es liegt zwischen diesem matten Leibesleben und jener herrlichen Auferstehung eine gar lange, leblose, finstere Nacht; aber ich betrachte die Sache also: Wenn jemand eine ganze Nacht im Leibesleben noch durchwachen müsste, wie lang müsste sie ihm vorkommen? Da aber der Mensch die ganze lange Nacht gar süß durchschläft, so kommt sie ihm am Morgen oft noch zu kurz vor. Und so meine ich, dass uns am Tage der Auferstehung die lange Nacht nicht zu lang vorkommen wird. Der liebe Herr hat ja alles allerbestens also eingerichtet, dass es zum Glück und größten Heile jener Menschen gereichen muss, die Seine Gebote halten und mit aller Zuversicht auf Ihn vertrauen.“

Der Grieche, der an Jesus glaubte, fragte aber Jesus, was Er dazu sage. Jesus aber sagte: „Ja, ja, das sind wohl recht schöne und weise klingende Worte! Es war das ein recht gutes Bild; nur das einzig Fatale hat es, dass es nicht auch also wahr ist, wie es sich recht schön und erbaulich aussprechen und anhören lässt. So Ich nun aber bei euch bin, – warum fraget ihr denn Mich nicht, wie sich die Sachen mit dem Leben der Seele nach dem Abfalle des Leibes verhalten werden? Ich werde es doch besser wissen als ihr! Ich aber weiß nichts von einer beinahe ewig langen Todesnacht der Seele nach dem Abfalle des Leibes, sondern in dem Augenblick, in dem der schwere Leib von dir abfallen wird, wirst du dich auch schon in der Auferstehung befinden und fortleben und wirken in Ewigkeit, das heißt, wenn du als ein Gerechter vor Gott diese Welt verlassen wirst.

Stirbst du aber als ein Ungerechter vor Gott, so wird dann wohl eine sehr lange Nacht zwischen deinem Leibestode und deiner wahren Auferstehung folgen – aber keine dir unbewusste, sondern eine der Seele wohl bewußte –, und das wird der Seele rechter und lange währender Tod sein. Denn ein Tod, um den die Seele nicht wüßte, wäre ihr auch kein Tod; aber der Tod, dessen sie bewusst sein wird im Reiche der unlauteren Geister, wird ihr zur großen Pein und Qual werden. Sehet, also stehen die Sachen! Und weil ihr das nun wisset, so denket und redet ein anderes Mal klarer und wahrer; um was ihr aber nicht wisset, um das fraget Mich, damit ihr durch eure Worte nicht in allerlei Irrwahn verfallet! Das merket euch alle!“ (7.GEJ 209,10-13)

Was geschieht nun mit dem ehemaligen Fleisch des Leibes, nachdem es verwest und von Würmern aufgezehrt worden ist? Wird der Leib am Jüngsten Tage wieder zusammengesetzt und auferstehen? – „Der Leib“, sagt Jesus, „der auf eine kurze Zeit der Seele zu einem nach außen hin handelnden Werkzeuge dient, wird… (nie mehr) auf dieser Erde als das, als was er der Seele hier auf eine kurze Zeit gedient hat, an einem gewissen Jüngsten Tage auferweckt und mit der Seele wieder vereinigt werden. “ (10.GEJ 9,7)

Was ist der Jüngste Tag, wird Jesus gefragt, und Er antwortet: „Ist denn nicht ein Tag, in welchem ein Kind zur Welt geboren wird, dessen jüngster Tag? Oder ist nicht selbst ein jeder Tag, den du (gerade) erlebst, ein jüngster, und dagegen dein Geburtstag, der dir einst ein jüngster war, nun dein ältester? – Der jüngste Tag für deine Seele wird aber nach dem dir nun Erklärten offenbar der sein, an dem du aus deinem Leibe wirst genommen werden.“ (5.GEJ 237,11-12)

Demnach ist der Jüngste Tag der letzte Tag, den jemand auf der Erde in seinem Leibe lebt und ist der Tag, an dem er stirbt. So gibt es denn auch keinen in ferner Zukunft liegenden Jüngsten Tag, an dem die toten fleischlichen Leiber wieder zusammengesetzt und wieder auf der materiellen Erde leben werden.

Jesus sagt: „Es ist aber das ja von selbst leicht verständlich, dass der irdische Leib, so er einmal entseelt worden ist, nimmerdar auferstehen und in allen seinen Teilen wieder belebt werden wird; denn wenn solches der Fall wäre, so müssten an dem gewissen Jüngsten Tage auch alle durch das ganze, manchmal recht lange zeitliche Leben von dem Leibe abgelegten Teile, als die Haare, die Nägel, die verlorenen Zähne und alle durch das Waschen weggeschafften groben Hautteile, wie auch die in manchen bitteren Fällen vergossenen Blutstropfen, Schweißtropfen und noch so mancherlei, was der Leib mit der Zeit ablegte, mit erweckt und belebt werden. Nun stellet euch daneben so eine am Jüngsten Tage wiederbelebte Menschengestalt vor, – welch ein lächerlichstes Aussehen müsste sie haben.

Der Mensch aber hat zu verschiedenen Zeiten auch einen verschiedenen Leib; so ist zum Beispiel der Leib eines Kindes ein anderer als der eines herangewachsenen Knaben, ein anderer der eines Jünglings, ein anderer der eines Mannes und ein ganz anderer der eines Greises. Nun, bei vollkommener Wiederbelebung der verstorbenen Menschenleiber an einem Jüngsten Tage müsste da ja notwendig gefragt werden, ob alle die von der Kindheit bis ins hohe Greisenalter innegehabten Leibesformen zugleich oder eine nach der andern oder gar nur eine allein wiederbelebt werden soll.

Dann erhebt sich da noch eine gar gewichtige Frage, und die besteht darin: Bei den Römern und Griechen, Ägyptern und bei noch vielen anderen Völkern dieser Erde werden die Leichen verbrannt bis zur Asche. Anderorts werden sie ins Meer geworfen und von den Meeresungeheuern verzehrt und dadurch zu Leibesteilen der Meeresungeheuer, und verendet einmal solch ein Ungeheuer, so wird es wieder von andern Tieren des Meeres verzehrt. Was soll am Jüngsten Tage von diesen Leibern erweckt werden? Bei dem Verbrennen ist der größte Leibesteil in Rauch und Dampf aufgelöst worden und hat sich mit der Luft vereint, und bei den ins Meer geworfenen Leibern ist das Fleisch und alles zum Mitbestandteil der Meerestiere geworden und also in eine ganz andere Wesenheit übergegangen. Wer sollte da dann die früher menschlichen Leibesbestandteile von zahllos vielen Tierleibern, vom Wasser, von der Luft, von den Mineralien und den Pflanzen und Würmern heraussuchen und dann wieder zusammenfügen?!

Und so sogar das bei Gott nichts Unmögliches wäre, so fragt es sich aber, zu welch einem Nutzen und Frommen so etwas einer freien Seele dienen könnte. Wahrlich, da würde sich jede vom schweren Leibe einmal erlöste Seele sicher im höchsten Grade unglücklich fühlen, wenn sie wieder in einen schweren Leib – und das gleich für ewig – treten müsste!“ (6.GEJ 54,4-7) Zum ewigen Fortleben ist nur des Menschen Seele bestimmt. Die Materie aber ist nicht für die Ewigkeit erschaffen, weil alle Materie ein gerichtetes Geistiges ist, die Gott durch Seinen Willen auf eine bestimmte Zeit fixiert hat und das so lange, wie es für die Erreichung eines höheren Zieles nötig ist. (6.GEJ 107,10) Gott ist Geist und die Menschen haben die Bestimmung, zu gottähnlichen, reinen Geistern für ewig zu werden und auf einer neuen geistigen Erde zu wohnen. Wozu sollen ihnen dann noch die materiellen Leiber dienen? Die Menschen werden auch im Jenseits einen Leib haben, aber keinen grobmateriellen, sondern einen neuen, geistigen. (6.GEJ 54,8-9)

Jesus erklärt im großen Evangelium Johannes, was unter der Auferstehung des Fleisches zu verstehen ist: „Was die Auferstehung des Fleisches der Wahrheit nach betrifft, so sind unter dem Fleische zu verstehen die Werke, welche die Seele mit ihrem Leibe ausgeübt hat.

Es heißt: Ein sterblicher und vergänglicher Leib wird in die Erde gesät, und als ein unsterblicher und unvergänglicher wird er wieder auferstehen. Wenn du das auf deinen materiellen Leib beziehst, da musst du freilich wohl in eine große Irre geraten; so du das aber auf die guten Werke der Seele, die ihr wahrer Leib sind, beziehst, so gelangst du dadurch zur Wahrheit. Denn siehe, ein jedes gute Werk, das eine Seele mit ihrem Leibe auf dieser Erde ihren Nächsten gegenüber ausgeübt hat, geht auch, wie alles auf dieser Erde, vorüber und stirbt schon nach der Tat; denn wenn du einen Hungrigen gesättigt, einen Durstigen getränkt, einen Nackten bekleidet und einen Gefangenen erlöst hast, da dauert die edle Tat nicht gleichfort, sondern dauert nur die kurze Zeit des Handelns hindurch! Darauf wird sie von dir oftmals vergessen und so auch von dem, dem du sie erwiesen hast, und ist somit zu Grabe getragen und als sterblich und vergänglich in das Erdreich der Vergessenheit gesät; aber an dem… wahren Jüngsten Tage der Seele wird sie als für ewig dauernd von Meinem Geiste in der Seele auferweckt, aber nicht mehr in der Form der vergänglichen irdischen Tat, sondern in der Form der ewig dauernden Frucht.

Wie wird aber diese dann aussehen? Siehe, die wird jenseits zur herrlichsten, mit allem best- und reichst versehenen Wohngegend für ewig der Seele werden, in der sie höchst selig von einer Vollkommenheit zur andern sich emporschwingen wird!

Wie demnach die Werke einer Seele hier beschaffen sein werden, so werden sie ihr dereinst als Wohngegenden dienen. Und siehe, darin besteht die wahre Auferstehung des Fleisches!“ (10.GEJ 9,8+11-13)

„,In deinem Fleische wirst du Gott schauen‘ heißt soviel als: In deinen guten Werken nach dem wohlerkannten Willen Gottes wirst du deinen Gott schauen, weil nur die Werke es sind, die die Seele mit ihrem Leibe, der ihr bloß zu einem Werkzeuge gegeben ist, ausübt, und die einer Seele entweder den Adel vor Gott oder auch das Gegenteil geben. Reine Werke geben das Reine, unreine das Unreine. Das reine Denken nach der reinen Wissenschaft und das auch sonst keusche und reine Sich-verhalten allein ohne Werke der Nächstenliebe oder mit zu wenig derselben verschafft einer Seele noch lange keinen geistigen Leib und somit auch keine Anschauung Gottes.

Denn wessen Seele noch in so lange hin derart blind ist, dass sie nicht einsieht, dass nicht das pure Wissen allein, sondern nur vor allem die Werke nach dem reinen Wissen und Glauben der Seele die wahre Lebensfestigkeit geben, der ist noch sehr armselig daran und gleicht einem Menschen, der ganz gut ein Haus aufzubauen versteht und auch des besten Baumaterials in großer Menge besitzt, aber sich nicht dazu entschließen kann, seine Hände ans Werk zu legen. Saget, wird der wohl einmal ein Haus besitzen und sich, so da kommen Stürme und der Winter, darin verbergen und schützen können vor der wilden Elemente entfesselter Gewalt?“ (5.GEJ 238,3-4)

„Die Auferstehung des Fleisches sind nur die der Seele allein das wahre, ewige Leben gebenden guten Werke, welche die Seele in diesem Fleische den Nebenmenschen hat angedeihen lassen. Wer demnach Meine Lehre hört, an Mich glaubt und danach tut, den werde Ich Selbst auferwecken an seinem jüngsten Tage, der alsogleich nach dem Austritt der Seele aus diesem Leibe erfolgen wird, und zwar also, dass da die Kürze der Umwandlungszeit niemand merken wird; denn in einem schnellsten Augenblick wird die Umwandlung geschehen.“ (6.GEJ 54,10b-11)

 

 

 

12. Die Komplettierung der Seele im Jenseits

 

Die Seele muss im Jenseits noch das zu ihr Gehörende aufnehmen, bis sie wieder so komplett zusammengesetzt ist, wie sie es bei der Erschaffung der geistigen Schöpfung einmal war. „Der menschliche Leib besteht aus puren Seelenpartikeln“, sagt Jesus, „aber jene, die den Leib machen, sind noch grob, arg und unlauter, daher sie auch noch zuvor wieder in die Erde kommen, dort verwesen müssen und dann erst von da auf die euch schon bekanntgegebene Weise aus der Verwesung aufsteigen, um sich zur Komplettierung desjenigen Wesens, dem sie einst leiblich angehörten, anzuschicken. Dies ergibt sich gewöhnlich in der dritten oder obersten Erdgeistersphäre, wodurch dann natürlich erst ein jeder reine Geist vollkommen wird, wenn er nämlich all das Seinige wieder in sich aufgenommen hat, – welches Aufnehmen die sogenannte Auferstehung des Fleisches ist und den Spruch Pauli rechtfertigt, der da spricht: „Ich werde in meinem Fleische Gott schauen.“ (EM 40,6)

Vom groben Fleische wird nach dem Tod nicht ein Atom groß der Seele wieder hinzugefügt werden, aber in der Materie des Fleischleibes befinden sich noch Seelenätherteile, die der Seele gehören und ihr wieder zugeführt werden müssen. (10.GEJ 9,15) Das grobe Fleisch verbrennt oder verwest und wird von Würmern oder anderen Tieren aufgefressen. „Da ist es dann ganz gleichgültig, von wem oder durch was“, sagt Jesus. „Was an ihm noch Substantielles und der Seele Angehöriges ist, das wird der Seele auch wieder gegeben; alles andere geht wieder als Nährstoff in tausend andere geschöpfliche Lebensformen über.“ (6.GEJ 53,11) „Das Fleisch… wird verwesen, übergehen in Würmer und Pflanzen und in deren Seelen, und es werden aus ihm ganz fremde Wesen, die dann ewig mit deiner Seele und mit deinem Geiste nichts mehr zu tun haben werden.“ (5.GEJ 237,12)

Zwar werden die Seelenätherteile des irdischen Leibes durch die Verwesung frei und vereinigen sich mit der Seele, aber der Fleischleib selbst verwest, wird verbrannt oder von Würmern aufgefressen, die wieder von anderen Tieren gefressen werden oder sie verwesen. Der Verbrennungs- und Verwesungsäther geht in Pflanzen oder Tierseelen über und durchläuft den ganzen NaturseelenentwicklungsProzess, bis der ursprüngliche Fleischleib zu einem Bestandteil der Seele eines ganz anderen, zukünftigen Menschen geworden ist. Was aber an Seelenätherteilen zu der Seele gehört, die den Fleischleib einmal bewohnte, das wird von ihr aufgenommen. Sie werden nicht Bestandteil der lebendigen Seele, die ihrem Innern nach durch die Wiedergeburt zu einem puren Geist wird, sondern sie ergänzen die äußere Form oder den geistigen Leib und die Bekleidung der Seele. (10.GEJ 9,15)

„Während des Lebens auf dieser Erde“, sagt Jesus, „eignet sich die Seele aus ihrem Fleische das ihr Verwandte an und verkehrt es in ihr Wesen und eignet sich nach dem gänzlichen Abfalle des Leibes, und zwar aus dem Verwesungsäther nach und nach auch noch das ihr Entsprechende zu ihrer Bekleidung an.“ (8.GEJ 61,11)

Schon während des Erdenlebens geht aus dem Fleischleib manches der Seele verwandte in die Seele über, zur Bildung ihrer Form. Je mehr ein Mensch nach dem Willen und der Ordnung Gottes gelebt hat, um so mehr ist dabei in die Seele übergegangen. Ist nun eine Seele in ihrem Fleische sehr sinnlicher und begierlicher Natur gewesen, so konnte die Seele das zu ihr gehörende Seelische aus dem Fleische nicht aufnehmen, erst durch den VerwesungsProzess kann es aus dem Fleisch frei und der Seele zugeführt werden. (4.GEJ 90,6)

Kein Geist kann in den Himmel eingehen, solange noch etwas im Erdkörper zurückgeblieben ist, was zu seinem Wesen gehört. Erst, wenn er den letzten Rest dessen, was ihm angehörte, veredelt und vergeistigt in sein Wesen aufgenommen hat, kann er in die erste Stufe des Himmelreiches eingehen. (EM 28,4)

Jesus sagt: „Der Geist zwar an und für sich, als das Urprinzip des Lebens aus Mir, braucht freilich wohl nichts aus dem Erdkörper zu seiner Vollendung; aber seine formelle Wesenheit, die da ist die Seele, diese muss das wieder in sich vereinen bis auf das letzte Atom, was ihr einst aus der endlosen Fülle Meiner sie formenden Idee gegeben ward. Dieses Gegebene besteht in den endlos vielen Intelligenzpartikeln, welche natürlicherweise beim Absterben des Menschen nicht auf einmal flottgemacht werden können. Da sind Teile seines Leibes und Spezifika, die er Zeit seines Lebens ein- und ausgehaucht hat, auch alle Abfälle seines Leibes, seine Tränen, auch sonstige Auswürfe seines Leibes, sogar seine Kleidung, seine Behausung; kurz alles, was er irgendwann durch seine Kraft hervorgebracht und getan hat, das alles muss mit der Zeit als gewisserart ein geläutertes psychisches Spezifikum von der Psyche (Seele) aufgenommen werden, damit der Geist dann in sich selbst eine vollendete Beschauung und durch diese Beschauung eine klarste Rückerinnerung an alles das hat, was mit seiner kompletten Wesenheit vor sich gegangen ist.“ (EM 28,5)

Wie beim fleischlichen Leib nicht das grob Materielle, sondern nur die Seelenätherteile, die sich im Fleisch befinden, der Seele zugeführt werden, so wird auch bei den materiellen Dingen, die ein Mensch einst auf Erden besessen hat, wie Kleidung und Behausung, nur das Ätherische in diesen Dingen, das zu ihm gehört, wieder mit ihm vereinigt. Das Ätherische ist durch die Ausstrahlung seiner Außenlebenssphäre (Aura) in diese Dinge hineingekommen, weil sie sein Besitz waren, den er geliebt hatte und mit dem er sich beschäftigte. Nach dem Tode des Besitzers einer Sache wird z.B. sein Haus in den Besitz eines anderen Menschen übergehen. Das Ätherische des verstorbenen Vorbesitzers wird nach und nach daraus frei und wird von seiner Seele aufgenommen. Vom neuen Besitzer strahlt nun Ätherisches von seiner Seele aus und geht in die Materie des Hauses über. Das Materielle selbst gehört nie den Besitzern einer Sache und wird nie in ihre Seele übergehen, denn sie werden in ferner Zukunft einmal zu einer ganz anderen Seele gehören.

Jesus sagt: „Das ist als etwas Sicheres und Wahres anzunehmen, dass bei einer reinen und nach Meinem Willen gelebt habenden Seele mehr von ihrem irdischen Leibe in sie übergehen wird denn bei einer unreinen und sündigen Seele; denn war ein keuscher Leib hier schon eine Zierde der Seele, so wird er es in einem verklärten geistigen Zustande sicher noch desto mehr sein.“ (8.GEJ 61,12)

Je mehr ein Mensch im Erdenleben nach dem Willen Gottes gelebt hat, um so schneller findet nach seinem Tode der VerwesungsProzess statt. Wer diesen Weg der Vollendung im Jenseits eifrig weitergeht und nach kurzer Zeit in die brennende Liebe zu Jesus, unserm Vater, übergeht, dessen Leib wird im Grabe verwandelt werden.

„Ich sage dir“, sagt Jesus, „auch in den Gräbern geschehen Wunder, die von den Fleischaugen der Erdenmenschen nicht gesehen und beobachtet werden!“ (BM 188,16)

Die Verwandlung selbst ist zwar nicht gesehen worden, aber als auf einem Züricher Friedhof wegen eines Straßenbaus eine ganze Reihe Gräber geöffnet werden musste, fand man einige Särge völlig leer vor.

Es war von Adam angefangen des Menschen Bestimmung und Ziel, durch ein Leben nach Gottes Geboten, seine Seele und mit der Seele auch den materiellen Leib zu vergeistigen, so dass der Leib, ohne vorher zu sterben, verwandelt worden wäre. Aber da schon Adam sündigte, kamen das Leid und der Tod über die Menschheit. Der Tod des Leibes wird in der neuen Zeit nach und nach von der Menschheit weichen, denn es steht geschrieben: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.“ (Off. 21,4)

Wir wissen, dass einige wenige Menschen die Verwandlung des Leibes während ihres Erdenlebens erlebt haben, unter denen sich Henoch, Elias und Maria, die Mutter des Leibes Jesu befanden. Auf welchem Wege das erreicht werden kann sagt uns Jesus: „Kindlein, dies merket: Wessen Liebe zu Mir so heftig und mächtig ist, als da ist die Liebe dieser drei, der wird auch schon im Leibe verwandelt durch die heftige Liebe zu Mir. So dass sein Fleisch vom Feuer seines Geistes alsbald zersetzt, geläutert und in das eigene Leben und Wesen des Geistes aufgenommen wird, ohne dass vorher der Leib gänzlich vom Wesen des Geistes getrennt zu werden braucht.“ (BM 188,10)

 

  

 

 Quellenverzeichnis

 

GEJ    Das große Evangelium Johannes, Jakob Lorber, 10 Bände, 1981

GS     Die geistige Sonne, Jakob Lorber, 2 Bände, 1955

BM    Bischof Martin, Jakob Lorber, 1960

EM    Erde und Mond, Jakob Lorber, 1958

JdS     Jenseits der Schwelle, Jakob Lorber, 1990

PH     Predigten des Herrn, Gottfried Mayerhofer, 1968

       Lorber Verlag, 74308 Bietigheim/Württ.

EL      Ewiges Leben? Hans Küng, Piper & Co. Verlag, München, 1982

UdT    Um die Todesstunde, Wilhelm Otto Roesermueller, Selbstverlag Nürnberg

ÜSI     Über die Schwelle des Irdischen hinaus, Robert A. Monroe,

       Wilhelm Heyne Verlag, München, 2006

ÜTL    Über den Tod und das Leben danach, Elisabeth Kübler-Ross, Verlag

       „Die Silberschnur“ GmbH, Melsbach/Neuwied, 1985

GjW    Gesichte aus der jenseitigen Welt, Sadhu Sundar Singh, 1968

       Christliches Verlagshaus Bern/Stuttgart

B.D.    Kundgabe Bertha Dudde

DeT    Der entschleierte Tod, Gisela Weigl/Franz Wenzel, 1984

       Aquamarin Verlag, Forstinning

Luk.    Das Evangelium nach Lukas

Joh.    Das Evangelium nach Johannes

Off.    Die Offenbarung Jesu Christi durch Johannes

Bb      Beobachter Nr. 18/2012, Axel Springer Schweiz AG, Zürich

DaR    Die andere Realität, Nr. 5/6/2002, D-45966 Gladbeck,

BS      Blick hinter dem Spiegel, Raymond A. Moody, Paul Perry, Weltbild

                   Verlag, GmbH, Augsburg, 2000

RidU    Reise in die Unsterblichkeit, Robert James Lees, 2 Bände,

       Drei Eichen Verlag Hermann Kissener, München-Pasing, 1962

DLD    Das Leben danach, Bernhard Jakoby, Langen Müller, München, 2001

HF     Herzensfremd, Claire Sylvia, Bastei Lübbe, 1999

 

 

          Gerd Kujoth

 

 

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