Grundkurs Altes Testament

AT-ÜV SoSe 00

K. Schmid

7

26.6.00

Jeremia, Threni

1 Jeremia:

Längstes Prophetenbuch, redaktionsgeschichtlich besonders komplex

Forschung im 20. Jh. besonders durch Duhm und Mowinckel geprägt

Thematisiert wie kein anderes Prophetenbuch die Biographie des Propheten (AT-Arbeitsbl. 22a), von der klassischen Forschung auch biographisch interpretiert

Duhm: Jeremialogien, Baruchbuch, Ergänzer

Mowinckel: 4 Quellen (A, B, C, D), vgl. AT-Arbeitsbl. 22c)

Thiel: »Deuteronomistische Redaktion« des Buches (Jer-D-PD)

Carroll, Levin, McKane: »rolling corpus«

Tov, Bogaert: MT-Überschüsse

2 Buchaufbau (AT-Arbeitsbl. 22b)

MT-/LXX-Unterschied

3 Abfolge der Buchkonzeptionen:

1. Älteste Texte: Jer *4-6, *8-10 (*46–49) (vgl. Levin, Pohlmann)

2. 2.sg.fem. Texte: von der Klage zur Anklage

3. Babelorakel Jer *50f

4. Heilsprophetie in Jer *30f

5. Die Terminierung der Babelherrschaft auf 70 Jahre

6. Golaorientierte Theologie (Jer 24)

7. Diasporaorientierte Theologie

8. Konditionierung der Heilsaussagen durch Jer *3f

9. Der neue Bund Jer 31,31–34

10. Jeremiabuch als Weltgerichtsprophezeiung

11. Die Umgestaltung der LXX-Vorlage

12. Heilsperspektiven des masoretischen Sonderguts

 

4 Konfessionen Jeremias (AT-Arbeitsbl. 22e):

von W. Baumgartner als eigenständige Textgruppe erkannt (»Klagelieder des Einzelnen«); vgl. Jer 20,7–18 mit Ps 13

5 Threni:

Klagelieder des Volkes, Zeugnisse früher Schuldtheologie nach 587 v.Chr.

Zuschreibung an »Jeremia« gemäß 2Chr 35,25, vgl. LXX sowie Thr 3

Akrosticha