| Jura
heissen mehrere Gebirge und ganz verschiedene Landschaften; ein
französisches Département, der jüngste Schweizer Kanton (ab 1978), ein
Kalkstein, ein Abschnitt des Erdmittelalters.
Geografisch und geologisch erstreckt sich der Jura rund 750 Km von
der Rhone über das Rheinknie bis nach Franken. Auf den französischen und
den Schweizer Jura, der sichelförmig von Genf bis nach Schaffhausen
reicht, folgt zwischen Schwarzwald und bayerische Grenze die Schwäbische
Alb, danach die Fränkische Alb, die nördlich von Nürnberg ausläuft.
Vor 150 – 200
Millionen Jahren lagerten sich in den Meeren dicke Sedimente ab, die
später versteinerten. Während der Faltung der Alpen wurden auch die
Juraebenen gefaltet und zwar ausgeprägter auf der den Alpen zugewandte
Seite. Die Vergletscherung in den Eiszeiten mit ihren Moränen und die
Erosion schaffen das heutige Landschaftsbild. Eine typische Erosionsform
sind die Klusen: kurze, meist enge Quertäler, in denen grössere Flüsse
die Bergketten durchbrechen. Die Klusen von Court, Moutier, Choindez und
Balsthal sind schöne Beispiele. Nur zwei Flüsse konnten alle Juraketten
durchschneiden: im Westen die Rhone zwischen Genf und Lyon, im Osten die
Aare zwischen Brugg und Koblenz. |
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Nicht alle Juragebiete wurden gleichzeitig und
stark gefaltet. Deshalb gibt es verschiedene Juratypen.
> Tafeljura
Der Tafeljura ist ungefaltet, liegt im Bereich des Oberrheingrabens und
ist durch Brüche versetzt.
Regionen: Nördlich von Besancon und Montbeliard bis zu den
Vogesenausläufer, Ajoie, Basler und nördlicher Aargauer Jura (Fricktal),
Randen (Schaffhausen).
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| > Faltenjura
(Typ Haute-Chaine)
Dieser Typ ist stark gefaltet, aber wenig abgetragen. Die Ketten heben
sich deutlich hervor mit den höchsten Gipfeln und sind durch Längstäler
oder Klusen getrennt. Die höchsten Falten steigen unmittelbar aus dem
Mittelland (Jurasüdrand). Gegen Osten wird das Gebirge allmählich
niedriger.
Die
höchsten Erhebungen liegen im französischen Jura nördlich von Genf mit
Crêt de la Neige (1717 m) und Colomby de Gex (1689 m). Auf Schweizer Boden erheben sich
u.a. La Dôle (1677 m), Mont Tendre
(1679 m), gegen Osten Chasseron und Chasseral (beide Gipfeln 1607 m)
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| > Faltenjura
(Typ Freiberge)
Dieser Typ ist stark gefaltet und stark abgetragen. Merkmal sind die
leicht gewellten Hochebene auf ca. 1000 m bis 1200 m.
Regionen: Freiberge, Oberlauf der Doubs
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| > Jura der
Faisceaux und Plateaux
Merkmale sind die ungefaltene Hochebenen, getrennt von Faltengürtel,
schliesst sich östlich an den Faltenjura (Typ Freiberge), liegt auf
französischem Boden.
Regionen: Franche Comte (F) |
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