Wohlstand
Wohlstandsmessung
 

Das Volkseinkommen


Alle Einkommen, die in einer bestimmten Zeitperiode (in der Regel in einem Jahr) als Entschädigung für geleistete Arbeit und für die Nutzung von Kapital und Boden in der Form von Lohn, Zins, Gewinn und Renten an die Bewohner eines Landes bezahlt werden, bilden das Volkseinkommen dieses Landes. Das Volkseinkommen ist also die Summe aller Erwerbs- und Vermögenseinkommen, die Inländern letztlich zugeflossen sind.

So ist die Summe aller Einkommen, die den Einwohnern der Schweiz im Jahre 2000 zugeflossen sind, das Volkseinkommen der Schweiz in diesem Jahr. Es wurde auf 368,1 Milliarden Franken geschätzt.

In der Verteilungsrechnung des Volkseinkommens werden zwei wichtige Einkommensarten unterschieden, nämlich die Einkommen aus unselbständiger Arbeit und die Einkommen aus Unternehmenstätigkeit und Vermögen.

Die Arbeitnehmerentgelte umfassen die Bruttolöhne (Löhne vor Abzug der Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen) und die Sozialbeiträge der Arbeitgeber. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen enthalten die Einkommen der privaten Haushalte und des Staates aus Kapitalanlagen, Mieten, Pachten, Lizenzen und andern immateriellen Werten, sowie Dividenden und sonstige Ausschüttungen der Unternehmen. Dazu kommen die unverteilten Gewinne der Unternehmen.

Nach Sektoren umfasst das Volkseinkommen

  • die Erwerbs- und Vermögenseinkommen der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck,
  • die Vermögenseinkommen des Staates und
  • die unverteilten Gewinne der Unternehmen.

Die Anteile der Sektoren am Volkseinkommen enthalten einerseits noch die aus den Einkommen zu leistenden direkten Steuern, derjenige der privaten Haushalte ausserdem die Sozialbeiträge; andererseits sind die von den privaten Haushalten empfangenen Renten und übrigen laufenden Uebertragungen noch nicht einbezogen. Nach Hinzurechnung der empfangenen laufenden Uebertragungen von anderen Sektoren und von der übrigen Welt (ohne Subventionen) und nach Abzug der geleisteten laufenden Uebertragungen an andere Sektoren und an die übrige Welt (ohne indirekte Steuern) erhält man die Summe der verfügbaren Einkommen der Volkswirtschaft, das heisst aller Sektoren. Erhöht man den Anteil der privaten Haushalte (und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck) am Volkseinkommen um die Renten, Pensionen, Unterstützungen und ähnliches, die die privaten Haushalte vom Staat und von den anderen Sektoren sowie von der übrigen Welt bezogen haben, und zieht man von dieser Summe die von ihnen an den Staat geleisteten direkten Steuern sowie die an alle Sektoren und die übrige Welt geleisteten Sozialbeitrage und sonstigen laufenden Uebertragungen ab, ergibt sich das verfügbare Einkommen des Haushaltssektors.

 

Das Einkommen ist ein Indikator, der zeigt, wie es mit dem materiellen Wohlergehen steht. Um den Wohlstand zu verschiedenen Zeiten zu messen oder den Wohlstand von Ländern zu vergleichen, wird in der Regel das Pro-Kopf-Einkommen herangezogen.

Wohlstand = Volkseinkommen / Bevölkerungszahl = Y / B

Die 5 höchsten Pro-Kopf-Einkommen zu den Preisen der jeweiligen Jahre
1990
1993
1998
2000
Schweiz
Schweiz
Luxenburg
Luxenburg
US-$ 27'260
US-$ 33'510
US-$ 45'360
US-$ 45100
Luxenburg
Luxenburg
Schweiz
Schweiz
US-$ 22'600
US-$ 31'080
US-$ 44'350
US-$ 39'980
Japan
Japan
Japan
Norwegen
US-$ 21'040
US-$ 26'920
US-$ 40'940
US-$ 34'310
Island
Schweden
Norwegen
Dänemark
US-$ 20'160
US-$ 25'490
US-$ 34'510
US-$ 33'040
Norwegen
Finnland
Dänemark
Japan
US-$ 20'020
US-$ 24'400
US-$ 32'100
US-$ 32'350

Je höher der Anteil je Kopf an der Güterproduktion ist, desto grösser ist der Wohlstand.

Kaufkraft

Unter Kaufkraft versteht man die Menge an Gütern und Dienstleistungen, die man mit einem bestimmten Einkommen kaufen kann. Sie ist abhängig von den Preisen. Die Kaufkraft nimmt daher zu, wenn die Preise sinken; sie nimmt ab, wenn die Preise steigen.