FIPA / 2000

Liebe KollegInnen,

ich wende mich  im Namen des Vorstandes der FIPA an Euch, um zu informieren und um Euch einzuladen, als bestandene und werdende IP - PsychotherapeutInnen in dieser neu gegründeten Gruppierung mitzuwirken.
Viele von Euch haben gehört, dass schon längere Zeit Ideen gärten und haben auch aktiv selbst daran mitgearbeitet, dass die TherapeutInnen ein Forum möchten, wo die speziellen Anliegen der therapeutisch Tätigen der SGIPA aufgegriffen und sinnvoll bearbeitet werden, aber auch, um Kontakte zu pflegen, die uns einander näher bringen und so auch stärken können. Die Strukturreform der SGIPA hat diesen Prozess noch gefördert. So wurde im letzten Herbst (16.9.1998) ein Verein gegründet, der eigenverantwortlich diese Anliegen aufgreift, sich aber als Teil der SGIPA versteht.

Der Vorstand besteht aus den folgenden Personen und Aufgaben:
                         Präsidium:            Walter Amsler
                        Vizepräsidium:      Gisela Weber
                        Aktuarin:               Cornelia Dollfus
                        Kassier:                Konrad Braun
                        Beisitzer:              Urs Peter Lattmann

Der Vorstand traf sich zu einer ersten Sitzung im Dezember 98. Unser wichtigstes Anliegen war zunächst, an alle IP - TherapeutInnen und Studierenden zu gelangen und sie einzuladen, zusammen mit dem Vorstand ein arbeits- und begegnungsfähiges Forum zu werden, wo die unterschiedlichsten Anliegen Resonanz finden können, die im engeren und weiteren Sinne aus unserer beruflichen Tätigkeit herauswachsen. Gemäss Statuten können auch diejenigen Studierenden als Mitglieder aufgenommen werden, die in ihrer therapeutischen Weiterbildung fortgeschritten sind, d. h. mindestens die Zwischenprüfung bestanden haben. Es sind uns aber auch die Studierenden der ersten Semester willkommen, um sie für unsere Anliegen zu interessieren. So denken wir u.a. auch an eine mögliche Begleitung (Mentorat) der Studienanfänger.
Es muss ja auch nicht extra betont werden, in einer welch bedeutungsvollen Phase wir stehen: es geht einerseits um zentrale Anliegen innerhalb von SGIPA / AAI, wie die Verbesserung der Ausbildung. So müssen wir dafür sorgen, dass durch die neue Struktur und Leitung am AAI Reformen zügig an die Hand genommen werden, Reformen, die nota bene in der Grundstruktur schon 1985 beschlossen, dann aber leider nie verwirklicht und erst jetzt langsam aktualisiert werden.
Es geht aber auch um die Wahrung berufspolitischer Anliegen, die weit über die IP hinausgehen, ich denke da an Stichworte wie Qualitätssicherung, Krankenkassenanerkennung, Anerkennung durch die Charta, SPV, FSP, BSV, kantonale Gesundheitsdirektionen, etc. in einem sozialen Umfeld, wo es zwar sehr viel psychisches Leiden gibt, aber wenig Ressourcen, so dass ja auch viele KollegInnen mit Existenzfragen zu kämpfen haben. Sehr wichtig und unter längerfristiger Perspektive unumgänglich ist, dass wir ein Selbstverständnis einer heute aktuellen und angemessenen Psychotherapie auf IP - Basis entwickeln, um auch mit einem geklärten Selbstbewusstsein in einen fachlichen Diskurs eintreten zu können, d.h. weder uns ängstlich in die eine oder andere Richtung anbiedern oder dauernd abgrenzen müssen, noch die Anfänge der IP glorifizieren. Neue Erkenntnisse warten darauf, integriert zu werden; umgekehrt ist es aber ebenso wichtig, das zu vertiefen, was durch Adler als Grundlage geschaffen wurde und als wertvoller Schatz psychotherapeutischer Arbeit gepflegt werden sollte. Es ist sehr begrüssenswert, dass die SGIPA die Notwendigkeit dieser Neuorientierung erkannt hat und Fortbildungsveranstaltungen in diesem Herbst unter das Motto der Suche nach einer aktuellen IP - Identität stellte.
Neben diesen grossen, manchmal auch bedrängenden und schwierigen Fragen sollte es aber auch vielerlei Möglichkeiten zur Begegnung und Auseinandersetzung mit kurzfristigeren und/oder spezielleren Anliegen geben, wie z.B. das Bilden von ad hoc Arbeitsgruppen zur Klärung einer bestimmten Fachfrage, zur Besprechung eines interessanten Buches, etc. etc. Je vielfältiger die Anliegen und Formen sind, desto lebensfähiger und befriedigender wird sich auch das Zusammensein in der FIPA gestalten.
Die Gründer der FIPA und der neu gewählte Vorstand sind überzeugt, dass es durch die nun geschaffene äussere Form ein Gefäss gibt, wo es sich lohnt, Leben hineinzutragen, aktiv und vielseitig gestaltend mitzuwirken. Dies ist für die IP - Psychotherapie ein vielleicht notwendiger Schritt, er steht und fällt aber natürlich mit der Bereitschaft einer grösseren Zahl von freiwillig Mitwirkenden, vor allem natürlich auch der Erfahrenen, die ihre Ausbildung u.U. schon längere Zeit abgeschlossen haben. Wir zählen also auf Euch, möchten aber vom Vorstand auch betonen, dass wir unterschiedlichste Anliegen ernstnehmen werden, im Wissen, dass wir nur ein kleiner Teil des Ganzen sind und nur sehr begrenzte Mittel und Möglichkeiten haben.

Mit kollegialen und lieben Grüssen,

                                                                  Präsident FIPA:
                                                                    Walter Amsler
Daten:
Statuten
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