4. Tag: Hardey River (Hamersley Range) - Tom Price - Karijini National Park

Dienstag, 11. Mai 99

Fahrt durch die Hamersley Range

Nach einem guten Frühstück nehmen wir wieder die Strasse unter die Räder. Immer Richtung Osten. Unser Ziel ist Wittenoom, wo noch bis 1996 blauer Asbest abgebaut wurde. Beamten aus Perth setzen heute alles daran, die Stadt von der Landkarte zum Verschwinden zu bringen, da sie Angst haben, später für die durch die Asbestfasern verursachten Gesundheitsschäden verantwortlich gemacht zu werden. Obwohl mitlerweilen die Stadt von allen offiziellen Karten verschwunden ist, harren einige Bewohner hartnäckig in Wittenoom aus. Wir wollen ihnen einen Besuch abstatten !

Schon kurz nach der Stelle, wo die Strasse nach Tom Price abzweigt wird unser Plan durchkreuzt: Am linken Strassenrand steht ein grosses Schild "No Fuel at Wittenoom". Offenbar hat die Regierung mitlerweilen auch die Tankstelle in Wittenoom schliessen lassen. Wohl oder übel müssen wir nach einem kurzen Fotostop auf der Strasse wieder umkehren und zuerst nach Tom Price fahren, damit wir unseren Tank wieder füllen können.

Auf der Strasse nach Wittenoom

Auf der Strasse nach Wittenoom

Nachdem wir in Tom Price unsere Vorräte wieder ergänzt haben Fahren wir wieder zurück zur Hamersley Gorge. Hier baden wir ausgiebig und duschen unter einem Wasserfall, so dass wir wieder richtig erfrischt sind. Auf dem Rückweg legen wir noch einen kurzen Stop beim Bahnübergang der Hamersley Iron Railway ein. Natürlich ist keiner der 20000 Tonnen Erz-Züge zu sehen, die auf dieser Strecke verkehren sollen. Die Fahrt entlang dem Bahntrasse ist übrigens nur mit einer speziellen Bewilligung erlaubt. Vermutlich fürchtet man sich vor Sapotageakten.

Bahnübergang Hamersley Iron Railroad

Bahnübergang Hamersley Iron Railroad

Weiter geht die Fahrt zum Mount Sheila. Eine sehr steile Strasse führt auf die Bergspitze, wo früher einmal eine Antennenanlage gestanden hatte. Die Steigung der asphaltierten Strasse ist so gross, dass wir den Berg nur mit Hilfe der Geländeuntersetzung auf eine vernünftige Art erklimmen können. Oben angekommen haben wir eine prächtige Aussicht auf die Hamersley Range.

Aussicht vom Mount Sheila

Aussicht vom Mount Sheila

Die Fahrt geht weiter Richtung Haupteingang des Karijini National Parks. Der Tag neigt sich schon dem Ende entgegen, so dass wir beschliessen doch nicht in den Park hinein zu fahren. Wir kehren um und fahren zum Südarm des Fortescue Rivers zurück, wo wir bereits einen guten Platz für das Nachtlager ausgemacht hatten.

Am Flussübergang angekommen treffen wir auf das vor uns fahrende Fahrzeug, das zuvor nur als Staubwolke sichtbar war: ein grüner VW-Bus, dessen Crew uns bedeutet zu überholen. Der von uns anvisierte Zeltplatz lag aber an unserem Ufer des Flusses, so dass wir zögern, weil wir ohnehin vor dem Fluss wenden wollten. Der VW-Bus scheint zu verstehen und fährt los. Nach wenigen Metern ist das Wasser der Durchfahrt aber so tief, dass der Bus mit abgestorbenem Motor stecken bleibt.

Erst jetzt merken wir, dass der VW-Bus auf den Namen "Kermit" hört und dass die beiden Fahrerinnen - Isabelle und Corina - ebenfalls aus der Schweiz kommen. Sie wollten uns überholen lassen um zu sehen, wie tief die Furte ist. Leider war diese Taktik nicht besonders erfolgreich. Ich empfehle die Furten jeweils zu Fuss zu untersuchen, wenn man nicht sicher sein sollte, ob sie mit dem eigenen Fahrzeug gemeistert werden können.

Flussdurchfahrt am Südarm des Fortescue River

Flussdurchfahrt am Südarm des Fortescue River.
Der VW-Bus "Kermit" ist wieder am Trockenen nachdem er mitten im Fluss stecken geblieben war.

Zum Glück haben die Frontstossstange vom Toyota und das vorne an "Kermit" angebrachte Reservenrad die gleiche Höhe, so dass wir mit dem Tojota den Bus wieder ans Trockene schieben konnten. Offenbar liebt er trotz seinem Namen Wasser nicht besonders und braucht zuerst eine Austrocknungspause. An eine Weiterfahrt war jetzt natürlich vorerst nicht mehr zu denken. Wir wollen sicher sein, dass "Kermit" wieder fahren kann bevor wir den Platz verlassen. Nach einem gemeinsamen Bier beschliessen wir unser Nachtlager an der Strasse aufzubauen. "Kermit" muss auf der Strasse stehen bleiben, wir richten unser Zelt auf einem Plätzchen neben der Strasse auf.

Nach angeregten Gesprächen und gemeinsamem Nachtessen mit Kaffee wollen wir schlafen gehen. Auf einem letzten Weg zu "Kermit" verletzt sich Markus an einem scharfen Stein. Die Schnittwunde an seiner Zehe ist sehr tief un blutet stark, so dass wir für den morgigen Tag einen Arztbesuch einplanen müssen. Nachdem die Wunde notdürftig versogt ist legen wir uns Schlafen.

Weiter zum fünften Tag der Reise.

Zurück zum dritten Tag der Reise

Home


P. Christener.