Wie kann man in Australien reisen ?
(Hilfe für die Wahl des richtigen Transportmittels in Australien)

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Bramston Beach, Queensland

Bramston Beach, Queensland

Australien ist sehr gross und nur dünn besiedelt. Ein grosser Teil der Reisezeit wird benötigt um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Es gibt folgende Möglichkeiten, Australien zu bereisen:

Fernbus + Lokale Touren
Fernbusse erschliessen ganz Australien. Von den grösseren Orten aus lassen sich mehrtägige Zelttouren zur Erkundung der Nationalparks in der näheren Umgebung organisieren. Diese Art zu reisen ist sehr kostengünstig. Leider ist man immer an die Busfahrpläne und an den Rhytmus der Tourgruppen gebunden. Tortzdem gute Erlebnisse für junge und jung gebliebene Alleinreisende.

Gemieteter Personenwagen (2-Rad-Antrieb)
Mit dem Mietwagen kann die Route selbst bestimmt werden, aber Achtung: Die PWs dürfen in der Regel die asphaltierten Strassen nicht verlassen. Die Reiseroute beschränkt sich dem zu Folge auf die Küstenstrassen und auf den Stuart Highway. Viele Sehenswürdigkeiten und Nationalparks sind aber nur auf Schotterpisten zu erreichen. Die gut erschlossene Ostküste eignet sich noch am ehesten für eine Mietwagenreise, ansonsten rate ich davon ab.

Gemietetes Wohnmobil (2-Rad-Antrieb)
Auch diese Fahrzeuge dürfen die befestigten Strassen nicht verlassen. Es gilt im wesentlichen den zum Personenwagen abgegebenen Komentar. Diese Fahrzeuge empfehle ich auch nur für eine Reise entlang der Ostküste Australiens.

Gekaufter Personenwagen (Kombi, 2-Rad-Antrieb)
Dies ist das billigste Fahrzeug, welches beschränkt geeignet ist um auch auf unbefestigten Strassen eingesetzt zu werden. Der Kombi bietet genügend Stauraum für eine kleine Campingausrüstung und für andere Dinge, welche für Fahrten abseits der Zivilisation gebraucht werden. Mit dem gekauften, eigenen Wagen dürfen natürlich auch Schotterpisten befahren werden. Allerdings wird schon etwas fahrerisches Können verlangt, will man nicht in den ersten Sandverwehungen stecken bleiben. Grössere Hindernisse lassen sich mit dem PW oft nicht überwinden. Da muss schon einmal in Kauf genommen werden, dass man hunderte von Kilometer umweg fahren muss, weil ein Weiterkommen auf der geplanten Route nicht möglich ist. Vor allem tiefe Wasserdurchfahrten sind mit dem PW oft unpassierbar.

Bei Fahrten im Busch muss damit gerechnet werden, dass der Wagen Reifenpannen hat und mehrmals stecken bleibt. Ausserdem sind die Distanzen zwischen den Tankstellen so gross, dass eine normale PW-Tankfüllung nicht bis zur nächsten Zapfsäule reicht. Eine gute Ausrüstung ist deshalb ein Muss. Dazu gehören Schaufel, Wagenheber, zwei Ersazreifen, Benzinkanister, Wasserbehälter, Feuerlöscher, Abschleppseil, Keilriemen, Kühlerschläuche, Briden und andere Ersatzteile, sowie die vollständige Campingausrüstung.

Die besten Fahrzeuge in dieser Katergorie sind Ford Falcon und Holden. Für diese Fahrzeuge besteht noch am ehesten die Chance, auch Orten fern von der Zivilisation Ersatzteile zu erhalten.

Gekaufter Campingbus (2-Rad-Antrieb)

VW Bus "Kermit" von Isabelle und Corina

Hier gilt im wesentlichen das bereits unter "Gekauften Personenwagen" gesagte. Das beste Fahrzeug in dieser Kategorie ist der gute, alte VW-Bus. Kaum ein anderes Fahrzeug wird es mit dieser Legende aufnehmen können. Der Toyota Hiace dürfte noch am ehesten ein würdiger Nachfolger in dieser Kategorie werden.

Bush Camper (4-Rad-Antrieb)
Dieses Fahrzeug ist meist ein Toyota Geländewagen mit festen Campingaufbauten. Es ist besonders beliebt bei Leuten, die das erste Mal in den Busch reisen. Der hohe Aufbau trübt aber oft das Erlebnis der Fahrten über Stock und Stein. Er wird nämlich sehr leicht durch tief hängende Äste beschädigt. Weiter ist der Schwerpunkt des Fahrzeugs ungewöhnlich hoch, so dass es sich bei Fahrten quer zum Hang leicht überschlagen kann. Abends am Übernachtungsplatz angekommen sind die hohen Temperaturen in dem von der Sonne tagsüber aufgeheitztem Aufbau meist nicht besonders angenehm zum schlafen.

Die Fahrzeuge der grossen Vermieter wie Brits oder Maui haben meist eine mangelhafte Ausrüstung: es fehlen für Reisen fernab der Zivilisation wichtige oder zumindest nützliche Dinge wie zB: Winde, Highlift Jack, zusätzliche Zeltplane, Campingtisch mit Stühlen, Schaufel, Erste Hilfe Set, Emergency Locater Beacon (ELB). Einige Dinge sind zwar erhältlich, haben aber einen überrissenen Preis. Für den ELB bezahlt man bei Maui zB 100 AUD !

Geländewagen mit Zeltausrüstung(4-Rad-Antrieb)

Toyota Land Cruiser

Diese Fahrzeuge bieten die meisten Möglichkeiten im Bush. Kommen man auf einem Weg nicht mehr durch, ist er meist wirklich unpassierbar für Fahrzeuge. Selbstverständlich muss auch hier eine gute Ausrüstung mitgeführt werden, damit das Fahrzeug auch wieder flott gekriegt wird, wenn es trotzdem einmal Stecken bleibt. Für schwierige Geländestrecken sollte neben der bei "Gekaufter Personenwagen" aufgeführten Ausrüstung unbedingt auch Highlift Jack und Seilwinde mitgeführt werden.

Die besten Fahrzeuge in dieser Kategorie sind Tojota LandCruiser und Nissan Patrol. Von anderen Geländewagen rate ich eher ab. Sie sind entweder zu klein, ungeeignet für Fahrten in schwierigem Gelände oder es sind in Australien keine Ersatzteile erhältlich.

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Zusammengestellt von P.Christener.