Simpson Desert (WAA-Line)

19 Juli 2000

[< Mount Dare Homestead] [Lone Gum Tree >]

Die nächsten dreihundert Kilometer unserer Reise führen durch die Sandwüste. Wir senken deshalb vor der Abfahrt den Reifendruck ab damit wir im Sand eine bessere Traktion haben. Der Aufbruch am frühen Morgen macht sich bezahlt weil der Sand von der Nacht noch kühl ist und somit wesentlich besser befahrbar ist. Weil der Sand von der Sonne erwärmt wird und die Reifen vom Fahren warm werden, müssen wir im Verlauf des Tages noch zweimal den Reifendruck nach unten korigieren.  

Nach wenigen Kilometern erreichen wir den "Eingang" zur Simpson Desert. In den sechziger Jahren wurden von den Erdölgesellschaften drei Strassen in Ost-West Richtung durch die Wüste gelegt. Die French-Line ist die direkteste Verbindung zwischen Dalhousie Springs und Birdsville. Weiter südlich davon verläuft die WAA-Line und die ursprünglich für Lastwagen ausgebaute Rig Road. Die Strassen dienten als Sprenglinien für seismologische Untersuchungen und sind deshalb schnurgerade im rechten Winkel zu den Sanddünen angelegt. Auf der von uns gewählten WAA-Line gibt es kein Verkehr. Während der ganzen Fahrt treffen wir auf kein anderes Fahrzeug. Keine gute Stelle für eine Panne !

Auf der ansteigenden Seite der Dünen scheint die Strasse jeweils im Himmel zu enden. Auf einem Kilometer Strasse müssen durchschnittlich sechs Stück überquert werden, was am besten im zweiten Gang geht bis auf die letzten Meter vor der Kuppe, die oft nur im ersten Gang bewältigt werden können. Es empfiehlt sich dort besonders langsam zu fahren: Der Sand ist an dieser Stelle meistens besonders weich. Ausserdem muss man damit rechnen, dass vielleicht doch einmal ein Fahrzeug entgegen kommt, das erst im letzten Moment sichtbar wird. Deshalb empfiehlt es sich, das Auto mit einer zwei Meter langen Stange mit Fahnen auszurüsten um in solchen Situationen frühzeitig erkennbar zu sein.

Ist einmal der höchste Punkt einer Düne erreicht, wird man mit einer herrlichen Aussicht in die Landschaft belohnt. Die Vegetation lässt kaum vermuten, dass jährlich nur etwa fünfzehn Zentimeter Niederschlag in der Simpson Desert fallen. Grosse Bäume wachsen hier aber auch nicht bis auf eine Ausnahme: der Lone Gum Tree.


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  Verfasser: P. Christener